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Neben dem Wirken und Schaffen und natürlich auch dem ganz speziellen Können des einzelnen Winzers, ist der Witterungsverlauf eines jeden Jahres ausschlaggebend für den dabei entstehenden Wein. Hier sind jedoch nicht nur die Tage voller Sonnenschein wichtig, alle Faktoren, wie beispielsweise ein früher Austrieb für eine lange Vegetationsperiode sind entscheidend. 

So sollte die Blüte nicht durch übermäßigen Regen gestört werden, da sonst die Trauben ungleichmäßig ausreifen. Zu heißes und trockenes Wetter ist ebenso schlecht wie zu nasses und feuchtes, denn egal welcher Art von Stress die Rebe ausgesetzt ist, sie äußert es in der Entwicklung von Fehltönen oder unpassender Aromen. Ein zu heißes Klima würde zum Beispiel jedem Riesling seinen einmaligen Charakter nehmen. 

Wie man merkt, es sind viele verschiedene Faktoren, die einen Wein erst zu dem machen was er ist und nicht jeden können die Winzer beeinflussen. Daher ist Erfahrung, Können und wahrscheinlich auch ein Quäntchen Glück gefragt – was beim 2013er Jahrgang im Burgund sicher alles eine Rolle gespielt hat. 

Das Frühjahr gestaltete sich in allen Teilen des Burgunds als elend. Feuchtes und kaltes Wetter bestimmte die Zeit, die vor allem für den Austrieb und auch die Blüte wichtig ist. Bereits durch die schlechten Wetterbedingungen in 2012 hat sich die potenzielle Erntemenge in 2013 verringert und das nasse Wetter verbesserte die Lage nicht gerade. Zu allem Überfluss überzog das Land am 23. Juli auch noch ein Hagelsturm, der vor allem die Weinberge von Pernand-Vergelesses, über Savigny-Lès-Beaune und Beaune bis hinunter zu Pommard, Volnay und Meursault traf. Einige der hier ansässigen Domains haben bis zu 90 % ihrer Ernte verloren. 

Erst Anfang Juli begann sich das Wetter, natürlich abgesehen vom Hagelsturm, zu verbessern. Endlich schien die Sonne und es wurde sogar teilweise richtig heiß. Auch der August war im Großen und Ganzen mit gutem Wetter gesegnet, wenn auch die Temperaturen nachts etwas fielen, was der Traube aber keinen Abbruch tut. Mit dem September kehrte dann aber doch das schlechte Wetter des Frühjahrs wieder zurück und brachte kalte und nasse Tage zu Beginn des Monats, wohingegen der Ausklang eher trüb und trocken war. Alles im allen kein gelungener Start in den Herbst! So kam es auch, dass die Lese ungewöhnlich spät startete. Normalerweise beginnt man im Burgund circa um den 10. September zu ernten, doch zu diesem Zeitpunkt war in 2013 noch nichts reif – nicht einmal im Beaujolais. Erst in der letzten September-Woche begannen die ein oder anderen mutigen Winzer mit der Lese der ersten Chardonnay-Trauben, zu diesem Zeitpunkt waren die Pinots aber noch nicht einmal annähernd reif. Bis zum ersten Oktober-Wochenende mussten die Winzer ausharren, bis sie mit der Ernte beginnen konnten. 

Das gute Wetter während den Monaten Juli und August konnte glücklicherweise die schlechten Bedingungen im Frühjahr ausgleichen, sodass die ersten Berichte nach der Ernte (sieht man einmal von der geringen Menge ab) gerade im Bereich der Rotweine sehr gut, bei manchen sogar beinahe enthusiastisch ausfielen. Vor allem an der Côte de Nuits schien es so, als wären hier die Niederschläge weniger und das Wetter allgemein zur richtigen Zeit passend gewesen. Dennoch, ganz entscheidend war bei diesem Jahrgang die Fleißarbeit des Sortierens, ganz nach dem Motto: Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. 

Es war ein Jahr voller Höhen und Tiefen und eine Herausforderung für jeden Winzer. So ist auch kein homogenes Gesamtbild, sondern vielmehr terroirdefinierte Weine entstanden – sicherlich kein Jahrhundertjahrgang, aber für Liebhaber klarer, frischer Burgunder insbesondere von Könnern wie den Winzern von Vogüe, Roumier und Leflaive sicherlich den ein oder anderen Schluck wert... 

 

Link zu: Burgunder aus 2013