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Bordeaux Subskription 2008

Jetzt geht es los. Oder?

So früh waren die Weingüter noch nie mit den Preisen da. Schon vor Ostern, wie passend, hat ausgerechnet das rennomierte Château Angélus seinen Wein auf den Markt gebracht. Engelsgeläut zu den Feiertagen. Im Vergleich zum Vorjahr verlangt man ungefähr 40% weniger. Ein erstes Zeichen, dass die Preise wohl auf breiter Front nachgeben werden. Aber um wieviel. Während einige Güter 20% bis 30% gegenüber 07 für ausreichend halten, meinen andere man sollte die Preise mindesten hallbieren um nach der schwierigen Subskritpion 07 den Markt wieder ans laufen zu bringen. Wie immer im Bordelais eher poltische Streitereien. Nachdem sich die ersten aus der Deckung gewagt haben, warten nun alle ab was passiert. Das Ganze erinnert natürlich mal wieder an ein Spiel bei dem derjenige verliert, der sich zuerst bewegt. Also verharren alle, Produzenten und Händler in angespannter Stille. Viel dürfte sich auch nicht bewegen in den nächsten Tagen. Jetzt gehen auch die Bordelaiser erst einmal Eier suchen und dann dürften die Kanninchen alle auf die Schlange Parker warten. Traditionell wird er wohl Ende April mit seiner Meinung zum Jahrgang herauskommen. Und dann?

Allgemein war die Aussage nach den Primeur Verkostungen: "Besser als erwartet!" Schön relativ gesagt und auch nicht anders erwartet. Aber ist er nun gut der 08er oder nicht. Wir sagen eindeutig: Jein. Insgesamt ist wohl die Durchschnittsqualität besser als im Jahrgang 07, doch ist der Jahrgang ähnlich heterogen. Es gibt Weine mit unreifen, grünen Tanninen, aber auch wunderbar duftige, klassische Bordeaux mit mittlerem Lagerpotential, die deutlich besser sind als im letzten Jahr. Aber während man in 07 viele kleine Überraschungen finden konnte, scheint der 08er eher der Faustregel zu folgen: Große Namen, große Weine und umgekehrt. Sicher für die kleinen, unbekannten Châteaux eine schwierige Situation und für die Großen die Frage wieviel iist der Markt bereit zu zahlen?

Und für den Konsumenten?

Das hin und her im Bordelais, das warten auf die Preise, all das führt natürlich jedes Jahr zu wilden Spakulationen und zu einigem (auch berechtigten) Ärger, aber seien wir doch mal ehrlich: das ist doch auch einer der Gründe warum Bordeaux so spannend ist. Wieviele Weinblogs beschäftigen sich denn jedes Jahr mit der Kampagne und selbst über Twitter können sie alles jetzt live auf einer Vielzahl von Blogs verfolgen. Bordeaux mag ja alles sein: Teuer, abgedreht, toller Wein, Kapitalisums in Reinkultur, Diven- und Ikonenhaft, eines ist er aber unter Garantie nicht: Langweilig.

Also können Sie auch hier die nächsten Wochen wieder live verfolgen was passiert und natürlich zu rechten Zeit zuschlagen. Unser Tipp aber: Warten Sie noch ein wenig damit. Gehen Sie am Wochenende erst einmal in Ruhe Eier suchen. Genießen Sie den Frühling, trinken Sie ein Glas Riesling und dann: Schaun mehr mal...

 

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