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Bordeaux is a Battlefield

Die letzten Jahre war es oft schon Juni geworden als die Latour-Lafite-Moutons auf den Markt kamen, jetzt dürfte schon alles vorüber sein, wenn die Maiglöckchen blühen. Das hat natürlich den Vorteil, dass ich nicht mehr im Mai mit zittrigen Händen vor dem Comuter sitzen und auf die Weinangebote warten muß und das Sie sich auch schnell entscheiden können, denn bis Ende nächster Woche dürften alle interessanten Weine da sein.

Aber der Reihe nach.

Wenn man in hundert Jahren einmal auf die Idee kommen sollte so etwas wie eine Gesetzmäßigkeit in der Bordeaux-Subskription zu finden, dann wird man sicher eine komplexe Formel suchen, die die Qualität des Jahrgangs in eine Relation zum Stand des Dow-Jones-Index, in Abhängigkeit von der Erntemenge und den Gesamt-Parkerpunkten, stellt. Der Rheinländer neigt ja zur Grundvereinfachung und daher würde ich sagen: Je frührer, desto günstiger. Dabei machen sechs Wochen bei den 1er Cru ungefähr 50% Vergünstigung aus.

Leider hat sich, jedenfalls bei den wirklich interessanten Weinen, der Preis auch auf die Menge ausgewirkt. Die Zuteilungen sind extrem gering geworden. Hat man etwa so wenig geerntet? Über die Champagne sagt man ja so schön: Wenn die jedes Jahr so viel weniger Ernten würden, wie sie sagen, dann wären wir schon 2001 bei einer 12er Kiste für das ganze Gebiet angekommen. Natürlich war der Ertrag recht gering bei den Châteaux, die etwas Vernünftiges in der Flasche haben wollten, aber doch nicht direkt die Hälfte von 07! Bordeaux ist ja immer auch Politik und Handel in Reinkultur. Man hat erwartet, dass die Nachfrage gering sein würde und um dagegen zu steuern hat man die Preise ordentlich gesenkt. Jetzt kann man in Ruhe sehen was möglich ist. Die kleinen Mengen sind auch immer eine Art Testballon. Die erste Nachfrage jedenfalls ist enorm groß. Die 1er Cru in der Subse unter 200,- ? für den Endverbraucher, das hatte niemand wirklich erwartet. Man könnte auch sagen, Coup geglückt. Was wird folgen. Die Châteaux haben jetzt zwei Möglichkeiten. Sie bringen eine zweite Tranche mit etwas höheren Preisen auf den Markt, hier müssen sie aber vorsichtig sein, oder sie warten einfach bis die Weine auf der Flasche sind und sehen was sie dann dafür bekommen können. Wahrscheinlich wird es eine Mischung aus beidem sein. Bei den Weinen in der zweiten und dritten Reihe ist der Markt noch etwas vorsichtiger, aber auch hier dürfte vieles deutlich interessanter sein als 07.

Wie immer kann man natürlich die Güter, die sich so etwas leisten können im Schlaf auswendig aufsagen. Manchmal kommen noch ein paar hinzu, wenn der Jahrgang gut und Herr Parker gnädig ist, aber für die breite Masse der ca. 4.000 Weingüter ist die Subskription völlig uninteressant.

Was sollte man kaufen dieses Jahr? Hier würde ich einmal (ganz Händler) mit den Châteaux zusammen laut und deutlich ausrufen: Alles! Und möchte ergänzen: Und davon bitte viel!

Nein, leider wird mein Ruf wohl ungehört verhallen und natürlich werden es die üblichen Verdächtigen sein, die gefragt sind, Leoville-Barton, Latour, der Zweitwein Les Forts de Latour und ein paar andere. Wie immer wird es davon nicht genug geben und manch ein Kunde wird traurig zurückbleiben. Aber eben auch das ist Bordeaux und macht die Subskription so spannend.

Zum Jahrgang wird ja jedes Jahr genug geschrieben, deshalb möchte ich mich hier auf ein knappes ordentlich bis gut beschränken.

Und was Sie denn wirklich kaufen sollten, das lesen Sie am besten auf unserer Subskriptionsseite, die wir ständig aktualisieren - hier >>