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Bordeaux 2020 – die Rückkehr der Klassik im Medoc – hedonistische Frische im Libournais

Langsam neigt sich die Pandemie einem Ende zu und die neue Bordeaux Subskription nimmt Fahrt auf. Auch in Bordeaux blickt man nach vorne, zum Glück noch nicht so optimistisch, dass die Preise wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückgekehrt sind. Auch wenn sie teilweise etwas über dem Vorjahr liegen, gibt es wieder viele tolle Weine für angemessene Preise zu zeichnen, die ein großes Versprechen für die Zukunft geben.

2020 komplettiert das Triumvirat, das von den ausgezeichneten Jahrgängen 2018 und 2019 begonnen wurde. Ich finde es ein ganz besonderes Jahr. Denn die Frische der Weine bei perfekter Reife ist frappierend und erinnert an fast vergangene Zeiten. Deshalb würde ich 2020 als ganz großen Klassiker ansehen, dessen Weine einzukellern schon fast eine Pflicht ist.

Am rechten Ufer herrscht durchgehend eitel Sonnenschein, Saint-Émilion überragt dabei alles. Die dargebotene Fülle bei ausgeprägter Frische, Transparenz und voller Reife mit seidigen Tanninen ist einfach sensationell. Man mochte jedes Fassmuster am liebsten gleich leertrinken.

Am linken Ufer sind die Qualitäten etwas uneinheitlicher, aber von absolut klassischer Statur und damit meine ich natürlich die moderne Klassik, denn die Klimaerwärmung lässt sich nicht zurückdrehen. Vielleicht ist 2020 so etwas wie 2016 mit mehr Saft. Die besten Weine sind elegant und detailliert. Hier spielt der Lesezeitpunkt, die Selektion und die sensible Extraktion der Cabernet Sauvignon eine große Rolle für die endgültige Qualität. Wenn 2020 auch sicher ein Merlot- und Cabernet-Franc-Jahr ist, sollte man die Cabernet Sauvignon Weine von linken Ufer nicht verachten, denn sie sind in den besten Fällen sensationell.

2020 zeichnet aus, dass es im Sommer keine längere ausgeprägte Hitzewelle gab und weniger tropische Nächte als in den Vorjahren. Die Temperatur stieg zwar häufig über 30°C und erreichte Ende Juli sogar fast 40°C, zwischendrin kühlte es aber auch immer wieder ab. So sieht die Temperaturkurve aus wie eine Berg- und Talbahn. Die relative Kühle in vielen Phasen und besonders bei Nacht hat die Säure der Trauben bis zur Ernte erhalten. Was wichtig war: im Winter konnten die Weinberge dank genügend Niederschlag schon ausreichend Wasser speichern. Nach problemloser Blüte fiel zwischen dem 18. Juni und 24. August im Prinzip kein Regen. Unmittelbar danach kam immer mal wieder ein erfrischender Guss, der die Reben vor der wichtigen letzten Reifeperiode mit ausreichend Frische versorgen konnten. Die Lese fand recht früh statt, wie aus den letzten Jahren bereits gewohnt.
Der langen Trockenperiode im Juli geschuldet, sind die Trauben kleiner geblieben, das bedeutet weniger Saft und dickere Schalen, vor allem bei der Cabernet Sauvignon. Die Dicke der Schalen hat den besten Weinen am rechten Ufer einen ätherischen Jahrgangston von Graphit und teilweise Zeder mitgegeben, der mich begeistert. Dort sind die früher gelesenen Cabernet-Sauvignon-Weine im Vorteil, weil bei höherem Alkohol auch mehr Tannine während der Mazeration ausgelöst werden. Deshalb brillieren am linken Ufer die klassisch gebauten Weine wie Ducru Beaucaillou und Lafite.

Wie gesagt, die Erntemengen sind geringer ausgefallen. Es wird in der Folge besonders von den begehrten Weinen weniger Menge als in den Vorjahren geben. Deshalb ist es wichtig, sich schnell zu entscheiden. Ich werde in jedem Falle bei unseren Négociants alles versuchen, damit wir die meisten Weine anbieten können.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine spannende Subskription!