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Bordeaux 2018 - Marco Lindauers Verkostungsnotizen und Bewertungen

Nachdem wir vergangenes Jahr eine sehr gute Resonanz auf Marco Lindauers Punktewertung bekommen haben, mussten wir ihn natürlich auch in diesem Jahr dazu überreden, seine Bewertungen zu veröffentlichen. Wie gehabt, geht es dabei um seine subjektiven Eindrücke, die eher für den eigenen Gebrauch gedacht sind.

Aber Vorsicht, Marco Lindauer ist geizig mit seinen Punkten. Hier noch einmal seine Legende für die Wertungen: „Ab 85 Punkten beginnen die sehr guten, empfehlenswerten Weine, ab 90 Punkten sind die Weine hervorragend, ab 95 exzellent bis Weltklasse. Ein + markiert weiteres Potenzial während der Fassreifung.“

 

Château

Lindauer-Punkte

Verkostungsnotiz

Armailhac

90-91

Wie immer gut. In Anbetracht der Preisentwicklung aber hinterfragenswert. Viel Frucht. Kühle Ader. Attraktive ätherische Feinheiten, ein sehr schöner Wein mit sehr reifer dunkler Frucht. Wirkt dann etwas eingekocht am Ende. Nicht auf dem Niveau von 2016.

Arsac, D´

86-88

Ordentlich, Kirschfrucht, neues Holz mit dunkler Röstung, Cassis, Alkohol, süffig, einfach

Ausone

96-97

Edler ätherischer Toast. Cassis, zart nach Tomatengrün, Loire? 60 %CF geben den Ton an. Am Gaumen geht die Post ab. Kraft ohne Mühe, viel Grip, puristisch, die Merlot sorgt für cremigen Unterbau, die Cabernet Franc für prägnant frische Ader. Extrem lang. Für die lange Strecke!

Balestard La Tonnelle

88-90

Eher leicht, marmeladige Süße, trocknendes Tannin. Dann weicher cremiger Nachhall. Ein auf und ab, aber ohne rechten Esprit. 

Beau-Séjour-Bécot

93-95+

Aus vielen Proben wird ein spannendes Bild: Edler Toast, sehr fein verwobene Frucht. Viel Frische und klare Frucht. Animiert. Das Holz ist bestens integriert. Voller Finesse und Eleganz. Der Duck baut sich immer weiter auf, trotzdem bleibt er immer seidig und prägnant mineralisch durchdrungen. Wenn das weiter reift mit Sicherheit in der Spitze zu verorten. Hier steckt noch echter Value auf allerhöchstem Niveau. Wird lange lagern können.

Beaumont

88-89

Erstaunliche Tiefe im Duft, feines Holz mit ätherischer Note, Cassis, packender Auftritt, nicht zu laut, gute Süße, gefällig, endet recht weich. In seiner Preisklasse weit vorne dabei. Gut!

Beauregard

92-94

Ich liebe die neuen Beauregards seit 2015. 2018 ist ein weiteres Highlight. Die Cabernet Franc kommt superb zur Geltung. Kühle Würze. Immense Frische. Rauchig. Floral. Im Geschmack geradezu rasant von der perfekten Frische getrieben. Die Tannine geben Struktur. Die Süße wird von ihnen gebändigt, und die Säure geht von vorne nach hinten Durch. Sicher der beste Beauregard der neuen Art, mit tollem Potenzial und beeidruckender Tiefe und Kraft.

Beausejour Duffau Lagarrosse

91-93

Sehr zurückhaltenend. Aber nur auf den ersten Blick. Süßes Holz, Rosinen, eingekochte rote und dunkle Frucht. Wirkt dicht, aber auch etwas schwerfällig und vielleicht zu hoch extrahiert. Das ist Meckern auf hohem Niveau, aber es gibt definitiv Weine im Spitzensegment mit deutlich mehr Finesse.

Belgrave

89-91

Sofort ansprechend, florale Cabernet, Lakritz, sehr viel Substanz und schöne Frische, animierend durch und durch, reifer süßer Kern. Alkohol scheint später etwas durch. Sehr schöne Reife. Tolle Länge

Belle-Vue

87-88+

Veilchen, Lakritz, Piment, noch unharmonisch, gute Frische, saftig, fast süffig, griffiges Tannin, hat Länge

Bellefont-Belcier

92-94

Sehr fein und tief in Duft. Euka, reife Pflaumen, Bitterschoki. Vollmundig, mit viel Potenzial zur weiteren Reifung, die Süße ist intensiv. Die Tannine seidig. Wird gut reifen können. Die Frische im Nachhall ist vielvesprechend. Ein hedonistischer aber auch feiner Bellefont. Die Tendez des Chateau geht deutlich nach oben. Das Terroir ist eh exzellent.

Bellevue

92-93

Wieder sehr reif. Die Mineralität ist enorm. Einer der echten Geheimtipps des Jahrgangs. Alles folgt der feinen Gerbstoffstruktur und kühlen Frischeader. Ein delikater Wein mit tollem Potenzial. Lang und vibrierend. Viel Extraktsüße. Etwas wärmend

Berliquet

87-89

Eher einfach im Duft, Reduktion, etwas krautig. Setzt sich so am Gaumen fort. Ordentlich und mit guter Perspektive für die weitere Reifung, aber eher gastronomisch als edel.

Beychevelle

93-95

Wird immer besser. Wow. Der Duft ist betörend. Piment, Wacholder, Lakritz und eindringliche dunkle Walbbeeren. Ganz pur. Setzt den hedonistischen Tanz am Gaumen fort. Ein wirklich eindringlicher, sinnlicher Beychevelle. Der beste der letzten Jahre.

Bon Pasteur

91-93+

Sehr gefällig mit expressiver frischer Frucht, Brombeeren, Schlehen. Erstaunlich leichtfüssig. Hat kaum Holz angenommen und wird weiter sehr gut reifen können. Muss er auch, denn die Extraktion ist ambitioniert. Herbe Tannine. Hedonistischer süßer Kern. Alkohol scheint bitter durch. Abwarten. Ich bin trotzdem optimistisch.

Boscq, Le

89-91

Orangenschalen, gute Röstigkeit, Rauch, Piment, reife Cabernets, sehr schöne Extraktion, Tee, süßer Schmelz, kraftvoll, griffiger Nachhall.

Branaire-Ducru

92-93

Ein feinsinniges Meisterwerk. Immer neigt man dazu ihn zu unterschätzen, weil er so zurückhaltend ist. Das ist in diesem Jahr etwas anders, weil er sehr viel zeigt. Alles ist in perfekter Balance. Kraft ist mehr als ausreichend da. Tolle Süße. Feiner Nachhall mit dezenter herber Frische.Ein toller Branaire für den jungen Genuss.

Brane-Cantenac

93-95

Großartige ätherische Finesse vom Holz. Wie immer zupackend und frappierend frisch, supersaftige Konzentration, wahnsinnig sinnlich, quasi supersexy. Ein echtes Finessemonster mit toller Mineralität. Genial!

Brown Rouge

87-88

ordentlich Cassis, Lakritze, vollmundiger Saft mit passender Extraktion, ein gastronomischer Wein mit trinkfluss

Brown Blanc

87-88

Sehr reduktiv. Rauch. Knackiger Charakter mit herber Frische. Der Alkohol scheint durch. Hat vielleicht nicht genug Struktur um besser zu werden. Endet breit mit alkoholischem Einschlag.

Cabanne, La

92-93

Sehr würzig und fein zugleich. Bleibt  leicht und ausgewogen am Gaumen. Tolle Frische, geniale reife Merlot, feine Tannine. Sicher kein Schwergewicht, aber ein delikates Gedicht mit klasischer Anmutung. Vor 20 Jahren wäre das ein Fleur-Petrus gewesen. 

Calon-Ségur

93-95

Ein geradezu kühler Calon mit genialer Reife. Kühle und Saft halten sich in perfekter Spannkraft. Vibrierend. Da ist viel Spannung, superrreifes Tannin und geniale Süße. Ein Calon mit frühem Charme und weiterer großer Perspektive. Kaufen!

Cambon-la-Pelouse

88-89

Süßes Holz, ausladende dunkle Frucht, etwas Trockenpflaume, modern, sehr reif, weich gelungen, satt, hat gute Länge

Camensac

87-88+

Süßes Holz, wirkt im Gegensatuz zu den nächsten Nachbarn eher einfach. Süffiger Typ, mit saftiger Frische und guter Reife. Mal sehen, wie es sich im Faß entwickelt.

Canon

92-94++

Wie immer etwas schwierig. Viel Reife. Rauch, Süßholz, Zeder. Noch etwas roh in der Entwicklung, das ist aber ein gutes Zeichen, drastisch herb und frisch, griffiges Tannin, die Frische ist enorm, die Tannine herb und knackig. Das wird sich weiter entwicklen, und dann sicher nach in die Spitze aufschließen können.

Canon-La-Gaffelière

93-95

Ein vibrierender Canon-la-Gaffeliere, eher rotbeerig, süße Kirschen, viel edles Neuholz, weich und geradezu trinkfertig, bleibt süß und sehr lang. Tolle Frisch schafft Trinanimation. Ein Charmeur.

Cantemerle

90-91

Sehr feiner Duft, Edelhölzer, komplex. Schlanker Bau, durchaus fein und verspielt, alles folgt der frischen Ader. Dabei in sich total stimmig. Keine Spur von Wärme, das man ihn so attraktiv.Bleibt animierend lang und detailliert. 

Cantenac-Brown

92-94

Sehr feiner und detailierter Duft mit typischem Margaux Parfüm. Im Kontext der Appelation in 2018 geradezu schlank und sehr präzise gearbeitet. Perfekte Extraktion. Filigran durch und durch. Ein Highlight.

Capbern

88-89

Sehr fein und angenehm frisch. Animierend und ausgewogen. Eingängig, aber nicht so detailliert wie 2016. Modern mit Pfiff!

Carbonnieux rouge

89-90

Süßwürziges Holz, dunkle Brombeer und Cassisfrucht, zarte Röstaromen, süßer Kern mit hoher Reife, die Tannine sind recht fordernd, hat genug Substanz, um sich zu verfeinern, erstaunlich druckvoll im Finish, etwas Hitze

Carbonnieux blanc

88-90

Roher Muster. Schöne Kühle. Gute Konzentration, salzige Gerbstoffe. Sehr gelungen. Die Wucht schlummert noch, wird aber kommen.

Carmes de Haut-Brion, Les

93-94

Wie immer sehr präzs ein den Aromen. Rote Beeren, südliche Kräuter, Graphit, Tabak und Anklänge von Cassis. Sehr elegant, sehr fein. Am Gaume unglaublich rund und vollmundig saftig, spült alle Areale des Gaumens aus, die Tannine sind von nahezu perfekter Qualität, Kraft und Finesse halten sich sie Balance. Auf dem Niveau von Chevalier.

Caronne St. Gemme

83-84

Cassis, dünn, einfach, frisch, ordinäres Holz, das ist nix in diesem Jahr

Carruades de Lafite Rothschild

90-91

Sehr zugänglich. Ein charmanter Carruades, dem es aber etwas an Tiefe fehlt. Fein verwoberner Duft, reife dunkle Beeren. Geradezu süffig. 

Chapelle d´Ausone

92-94

Toller Zweitwein mit viel Charakter. CF sorgt für immense Kühle, hält die reifen Kirschen und eingekochten Pflaumen locker im Griff. Konzentration ist sehr gut. Ein hedonistischer Chapelle mit geradezu süffigem Trinkfluss und feiner Länge. 

Chauvin

88-90

Edler schokoladiger Toast, Zeder, tiefe dunkle Frucht, intensiv, leider schlägt der Alkohol etwas durch, die Tannine bleiben trocknend, sehr ambitioniert, vielleicht etwas zu sehr, bleibt lang und süßlich herb.

Charmail

86-89?

Reifer Duft mit intensiver Saftigkeit. Röstiges Holz steht noch drauf und nervt etwas. Am Gaumen noch vollkommen unentschlossen, nicht zu bewerten

Chasse Spleen

87-88+

Kernig und frisch, Reife ist gut, wirkt auch etwas unausgewogen, aber das ist nicht typisch, hat Substanz, im Moment fehlt aber Tiefe. Die Tannine sind bleiben herb nach. Muss man abwarten. 

Cheval Blanc

97-98

Ein wieder so überragend gelassener Cheval Blanc mit beeindruckender Tiefe. Alles ist so voller Leichtigkeit und edler Anmutung. Vibrierender Geschmack mit mineralischer Finesse. Überragend fein und extrem trinkfreudig. Alles sitzt, die Süße des Jahrgangs drängt sich nie auf. Der Wein umspült durchgängig den gesamten Gaumen. Einer meiner Favoriten.

Citran

87-89

Reife Pflaume, passender süßer Toast, hat Süße und intensive Frucht, nicht zu komplex, dann etwas karg im Nachhall, die Prognose erscheint gut.

Clarke

88-89

Dunkle intensive Frucht, Röstiges Holz, viel Reife, wärmender Alkohol, gute Frische, wirkt sehr modern und etwas überextrahiert

Clément-Pichon

87-88

Sehr attraktive dunkle Brombeerfrucht, würzige Cassis, einfach aber gut, wird süffig ausfallen, gute Substanz, 

Clerc-Milon

91-93

Mehr Neuholz als d'Armailhac und deutlich mehr Substanz. Am Gaumen kommt Freude auf. Super Saft, sehr schöne Frische und Drive bis in den langen Nachhall. Endet süß und weich. Üppig. Dürfte schon jung zu gefallen wissen.

Clinet

96-97+

Erhabender Duft. Viel ätherisches, feinstes Neuholz. Superanimierend, ätherisch durch und durch. Genialer Saft. Kein Anflug von Hitze. Alles sitzt. Extrem fein. Beeindruckend lang. Best ever?

Clos de Jacobins

88-89

Tiefe Farbe, Süße Röstung, aber auch erdige Nuancen, vollmundig mit viel Süße, schmeichelnde Tannin, viel Kaffee vom Holz im Nachgeschmack. Saftige Tannine mit leichter Schärfe. Lang und wärmend.

Clos du Marquis

92-93

Typischer Duft mit reifer blau- und schwarzbeeriger Frucht. Frisch und fein. Holz ist bestens integriert. Eher mittelgewichtig und deshalb so stimmig. Elegant mit rassiger Frische und reifefähigen Tanninen. Ein Anteil vom Presswein von Léoville-las-Cases sorgt für Kraft. Ein Klassiker! Wird lange reifen müssen.

Clos Floridene Rouge

87-88

saubere dunkle Frucht, angenehme Süße, wirkt leicht und vergnüglich, Tannine etwas rauh, Alkohol scheint liecht durch, o.k.

Clos Floridene Blanc

90-91

Schöne grasige Sauvignon Note. Bei aller Reife frisch und präzise.  Süße Creme im Nachhall. Füllig und sehr gut gelungen. Hat Biss!

Clos Marsalette

88-89

rotbeerig, viel süßes Holz, frisch, saftig eingängig, ein fertiger Wein voller Leichtigkeit und Frische. Gut.

Clos René

91-92

Kühler als der kürzlich verkostete 2015er. Dabei feiner und straffer. Die Tannine sind ausgeprägt, passen dich aber sehr schön in den milden und süßen Kern ein. Ein wirklich soldider Wert in den letzten Jahren.

Clos-Fourtet

94-95+

Sehr ausgewogen und edel. Feinster Duft nach Zeder, Rauch und Minze. Auch Graphit. Geniale Geschmacksexplosion aus beeriger Reife und immenser Frische. Seidige Tannine sorgen für große Eleganz.Trägt den sicher hohen Alkohol wie nichts. Sehr, sehr lang. Wieder einmal top.

Clotte, La

91-93

Asiatische Gewüßze, Euka, Lakritz und feine Schoki im attraktiven Duft. Bei aller Konzentration und Reife sehr elegant, trinkt sich sehr gut. Die Tannine können etwas Zeit vertragen.

Confession, La

88-90

Intensive dunkle Frucht mit minzigem Touch. Sofort ansprechend und durchaus tief. Am Gaumen offenherzig, weich und zart cremig. Hat passende Frische und zart herbe Gerbstoffe. Ein Crowd Pleaser

Conseillante

96-97+

Man will ihn gleich auftrinken. Das Neuholz ist zurückgenommen. Das lässt Raum für große Finesse. Dunkle Beeren, Rauch, Graphit. Alles ist so edel, Wahnsinn. Feiner süßer Kern, umspült von delikater Frische, kräftige, seidige Tannine sorgen für gr0ße Struktur. Hat ganz viel Kraft, dabei pointiert kühl und salzig lang. Genial!

Corbin

90-92

Sehr reif und noch etwas roh, typisch Cassisduftig, frische Pflaumen, offenherziger Geschmack mit viel Süße, es fahlt im moment an Struktur, Rosinen, hat aber auch vile Frische, abwarten, wie er sich entwickelt. 

Cos d'Estournel

94-96

Detailierte dunkle Frucht, geniales süßes ätherisches Holz, raffiniert. Tolle Balance zwischen Frische und Süße. Supersexy. Der Alkohol scheint etwas durch. Wieder ein großer Wurf, aber nicht ganz auf dem Niveau des genialen 2016ers. 

Cos Labory

90-92

Sehr schöner eingängiger Stil. Süße Tannine, rauchiges holz. Toller Saft mit packender Würze. Fast schlank. Dabei sehr präzise. Einer der Gewinner des Jahrgangs. Bleibt lang und genial saftig.

Couspaude, La

88-90

Wie immer etwas rustikal. Erdige Note, Trüffel, Edelholz. Von mittlerer Konzentration. Sehr schön frisch, aber auch recht einfach. Gastronomischer Charakter.

Croix de Ducru Beaucaillou

91-93

Ein explosiver Croix de Beaucaillou. Sehr reife dunkle Frucht, geiles ätherisches Holz. Ruht in sich. Weicher, cremiger Kern. Fordernde Gerbstoffe. Absolut stimmig. Ein beeindruckender Wein mit tollem Cabernet Aroma, und schöner Merlotfülle. Delikat.

Croix de Gay

88-89

Überreif. Saftig und supersüffig. Aber eher simpel.

Croix Saint Georges

92-94

Einer der wirklich unterschätzen Weine der Appellation. Sehr markante  Sandelholznote vom Barrique, pralle dunkle Frucht, Cassis und eingekochte Brombeeren. Mit immenser Kühle ausgestattet. Vielleicht nicht so fein wie die ganz großen, aber  ähnlich kraftvoll. Die Tannine sind für die lange Strecke ausgelegt, das heißt für mindestens 20 Jahre.Wer soviel Geduld hatte sollte nicht zögern, denn das ist ein großer Wurf.

Croizet Bages

90-91

Sicher nicht der tiefste Pauillac Eindruck, aber das Chateau ist im Aufwind. Auf Augenhöhe mit Grand-Puy-Ducasse. Wirkt noch etwas unentschlossen. Feiner Saft mit herber Tanninader. Das wird sehr schön zusammenwachsen können. Alles sitzt gut, wird im Faß weiter zusammenwachsen. Herbfrischer Nachhall mit feiner Süße. Gelungen!

Dame de Montrose

91-93

Sehr floral. Bergamotte. Fein und delikat, würzige Tannine, sehr viel Kraft für einen Zweitwein, attraktive Süße, mineralischer Kern. Schönes Salz im Nachhall. Sehr sehr gut.

Dassault

88-90

Oxi, etwas unentschlossenes Muster, Duft drangiert, recht schlank und nach frischen Kirschen schmeckend, eher simple Struktur, Könnte mehr Druck haben. Die Tannine trocknen.

Dauzac

91-92+

Viel Süße im Duft, röstig, Süßholz und ein Hauch Vanille. Schwarze Beeren. Sehr angenehm im Geschmack. Moderne Prägung, aber verdammt gut gemacht und weiter in der Erfolgsspur. Wird sicher gut heranreifen und schon früh Trinkfreude versprühen.

Desmirail

89-90

Viel süßes Holz, für mich zuviel. Intensive Frucht. Blaubeeren, Vanille, Toffee, Angenehm saftig und eingängig, aber auch nicht mehr.  Tannine sind ordentlich. Könnte mehr Finesse zeigen. Hallt süß nach. Not my Type.

Domaine de Chevalier Rouge

94-95

Sehr fein verwoben, strahlt große Eleganz aus, das Holz ist fast ganz absorbiert, so groß ist die konzentration, tolle Würze, subtiler Druck. Tabak, Graphit, Edelhölzer bitteschokoladiges Tannin, große Länge mit salzigem Mineral. Viel Kühle und große Präzision. Top!

Doisy Daene

95-96

Kräftige Würze, ganz seidig, sehr klar, hochfein mit toller Frische. Genial

Domaine de Chevalier blanc

92-94

Sehr feiner Duft. Sehr aufgeschlossen. Torfige Hefearomen. Sehr kräutrig. Feiner Geschmack mit toller Balance und griffiger Textur. Hat Druck und kraftvolle Länge. Nicht ganz so präzise wie gewohnt. Alkohol scheint am Ende durch. Trotzdem sehr gut

Dominique

90-92+

Gemessen am Terroir, könnte er sicher noch besser sein. Wieder einmal sehr rotbeerig. Saftig herb. Feine Röstaromen. Markante Frische. Wird sich im Fass weiter verfeinern können. Himbeerkernen. Üppige Süße am Gaumen. Es fehlt jedoch etwas an letzter Tiefe, gerade wenn man die herausragende Nachbarschaft des Chateau bedenkt. Trotzdem ein  Dominique mit immenser Reife. Mal schauen. 

Ducru-Beaucaillou

97-98

Ein Monster! Wird wahrscheinlich länger als üblich im neuen Holz bleiben, um die immensen Tannine zu bändigen. Pfeifentabak, Sandelholz, rauchige schwarze Frucht. Power ohne Ende, muskulös, endet gaumenwässernd salzig. Wer 30 Jahre Zeit hat, sollte hier zuschlagen, denn das ist wirklich groß.

Duhart-Milon

91-93

Sehr aufgeschlossen. Gute Dichte. Feiner Saft. Kraftvoll und elegant. Das ist sicher alles sehr schön, aber die Weichheit am Gaumen ist nicht so ganz, das was man sich von einem Pauillac verspricht. War in 2016 ein Klasse besser.

Dutruch Grand Poujeaux

86-87

Gute Reife in der Frucht, mineralischer Kern, Himbeerkerne, bleibt rotbeerig, hat Kraft und Süße, die Tannine stehen dem leider trocknend gegenüber

Enclos Tourmaline

92-94+

Wer eine Flasche bekommen kann, darf sich glücklich schätzen. Sehr reif. Eingekochte Pflaumen, Garrigues. Die 100 % Neuholz sind bestens absorbiert. Druckvoll ohne Ende, voll und würzig. Trinkanimierend durch und durch. Die Frische bei aller Konzentration ist frappierend. Hedonismus in Flaschen. 

Evangile

96-97

Sehr, sehr fein und supersexy. Wem der Wein bisher zu laut war: Das ist so elegant, wie noch nie. Großartige Balance, intensiv und filigran zugleich. Hat gelassene Power ohne Ende. Seidige Tannine im ewig langen mineralisch gebündelten Nachhall. Feinste Bitterschoki. Genial. 

Faugeres

91-93

Vile neues Holz, Rauch, herbe Gewürze, eindringlich ätherisch, Pfeffer. Die Konzentration scheint zurückgenommen, das schafft mehr Platz für Frische. Sehr eingänglich. Tannine passen sich gut ein. Bleibt saftig und angenehm süß. Wird sicher sehr gut gelingen, auch wenn die letzte Finessse fehlt.

Ferriere

89-91

Der Hype um diesen Wein erschließt sich mir nicht ganz. Sehr dunkel. Sehr reif, süßer Extrakt, hat Power, wirkt aber etwas überzogen, dadurch scheint der Alkohol im Finish stark durch. Mal schauen, wie er sich entwicklelt.

Feytit-Clinet

93-95

Wirklich fein. Baut rosinige Süße auf, dabei immer frisch und präzise, die edlen Toastaromen passen sich perfekt ein, Tabak, Graphit, absolut auf den Punkt gesetztt. Löst Trinkreflexe aus. Leicht wärmend im Nachhall, ohne die sehr gute Balance zu gefährend. ein großer Klassiker.

Fieuzal Rouge, De

90-91

Im Duft nach reifen Kirschen, Blaubeeren und Schlehen. Sehr angenehm aber nicht besonders tief. Im Geschmack offenherzig, mit vollmundigem Saft, dabei für den Jahrgang ungewöhnlich leicht und kühl. Reife ist sehr gut. Ein klassischer Bordeaux mit offenherziger weicher Ader. Es fehlt etwas an Druck.

Fieuzal Blanc, De

89-90

Feiner ätherischer Toast. Grazile Zitrusfrucht. Noch zurückhalten,aber mit schöner Süße und Fülle. Endet weich.

Figeac

96-97

Sehr sehr fein. Entwickelt soviel Kühle bei gleichzeitiger perfekter Reife, wie kaum ein anderer. Detailliert, superelegant, mühelos. Der Alkohol tritt nicht in Erscheinung. Roter Früchtekorb, Zedernholz. Straff und präzise durch und durch. Eine Ballarina mit ätherischem Finish. Groß! 2016 ist nur eine Nasenspitze vorne.

Fleur Cardinale

92-93

Modern aber gut. Tiefe dunkle Frucht mit schokloladiger Creme. Sehr zugänglich, fast süffig. Trotzdem edel und fein. Ein schöner Efolg für den jungen Genuss.Ausgewogen und lang.

Fombrauge

90-91

Modern, viel edles Holz, in sich stimmiger Wein mit guter Harmonie. Die Süße ist gut in die noch etwas kantige Struktur eingepasst, weiter Lagerung wird ihn milder werden lassen. Opulent und cremig.  Lang und wärmend. Trotzdem gut.

Fonbel

89-81

Pikante dunkle Frucht. Pfeffrig. 10% Carmenere. Sehr trinkfreudig mit angenehmem Schmelz und toller Frische.

Fonreaud

88-89

Wie immer eine sichere Bank mit schönem Cabernet Charakter. Röstiger Toast, die Tannine sind (noch) leicht trocknende, aber passend. Viel süßer Extrakt im langen Nachgeschmack. Empfehlenswert.

Fonroque

91-92

Wie immer etwas rustikal, aber nicht auf die schlechte Art. Viel ansprechende Frische im Duft, Meersaum, öffnet die Nase, sehr ansprechend, zarte Edelholznoten, alles gut integriert, superfrischer Saft mit feiner Extraktion, angenehm leicht und frisch, man muss ihn mögen für seine klassische Textur. Schöne Frische, angenehm weich, spannend und animierend im Nachgeschmack. Toll!

Fourcas-Dupré

87-88

Angenehm reifer Duft nach reifen Kirschen, dezente Süße, Holz ist gut integriert, hat Biß und delikate Frische, bleibt angenehm, gastronomischer Typ

Fourcas-Hosten

86-88

Dunkelbeerig, Rustikale Würze, etwas karge Tannine, bleibt leicht trocknend, aht aber genug Wums zur weiteren Reifung.

Franc-Mayne

89-91

Viel süße Holz, Lagerfeuer, am Gaumen prägnant frisch und saftig, fruchtbetont, straight forward, aber dadurch auch eher etwas simpel wirkend, es fehlt letztlich an echter Tiefe. Von herben Tannine durchzogen. Dafür stimmen Frische und die Animation. Stilistisch ein wenig zu viel Übersee.

Fugue de Nenin

88-89

Minze und Zeder, sehr edel für ein zweites Etikett, delikat, animierend und mit sehr schönem Ausdruck von leichtem Pomerol. Ein Selbstläufer.

Gaffelière

93-95

Ich liebe die letzten Jahrgänge. Selbst 2017 war herausragend. Für Liebhaber der Klassik. Moderater Holzeinsatz lässt viel Platz für frische und präzise Frucht. Geradezu subtil in seinen Umfeld. Tabak, salziges Mineral, sehr fein extrahiert, niemals laut. Das ist seidige Eleganz pur, wenn er seine Flaschenreife erlangt. Zum Einlagern. Top!

Garde Rouge, la

87-89

Finesse, kühle Mineralität, fruchtig und frisch, gute dichte, dunkle Beeren, sehr schönes ätherisches Holz, straight forward, griffiges, leicht aufrauhendes Tannin.

Garde Blanc, la

88-89

SO2, Geradlinig, tolle Frische, sehr präzise, staubtrocken wie immer aber keinesfalls karg. Kräftiger Nachhall. Ein schönes Jahr für La Garde. Die herben Schalenaromen werden etwas Zeit brauchen, aber das wird richtig schön. Einlagern.

Gay, Le

?

Leider nicht zu bewerten, die Probe ist oxidativ. Bei der Qualität des Zweitweins und des Jahrgangs in Pomerol mache ich mir aber keine Sorgen, das das nicht erstklassig ist. 

Gazin

93-94+

Kalte Brühe, süße Schoki. Lüftet schnell aus. Noch verschlossen, Sehr viel prägnante Frische, ordentlich Biß, frische Feigen, dunkle Schoki. Wird Zeit brauchen, ist aber ausgesprochen vielversprechend.

Giscours

92-94

Feiner rotbeeriger Duft, auch frische Cassis, dezent röstiges Holz, sehr schön geradlinig, hat richtig Zug drauf, bleibt immer fein und ausgewogen. Tannine sind für Giscours fein integriert. Holz ist noch dominant, aber die Substanz wieder sehr vielversprechend. Salzige Länge. Typisch.Sehr gut.

Glana, du

87-88

Sehr schöner Saft. Simple aber gut. Gastronomischer Typ. Stimmig. 

Gloria

90-92

Kompakt und kühl. Hat wie immer Biss. Sehr präzise in der Frucht. Mit Zug und stimmiger Reife. Bleibt reif und fein nach. Wird im Fass stark aufbauen können.

Grand Corbin Despagne

90-92

Tiefes Bukett mit roter und schearzer Frucht, rauchige Röstaromen, sehr reif, überraschend weich, die Süße wird von schüner Frische umspielt. Dann doch die typische kleine Tanninkante von G.C.D., nach hinten heraus fällt er daurch etwas ab, viellciht nicht ganz so gut wie in 2015 und 16, aber sicher sehr gut. Wird Zeit brauchen.

Grand Pontet

88-89

Fein rotbeerig mit dezenter Süße im Holz, sehr gerade aus, immer der Säure nach, beliebt kirschig und frisch nach, die Tannine sind gut, bleibt frisch und pointiert. Kann sich sehr gut entwicklen und einen früh trinkbaren eher schlanken Wein ergeben. 

Grand-Mayne

92-94

Einer meiner Lieblinge. Weiter im rasanten Aufwind. Ein moderner Wein mit viel Appeal. Sehr ansprechend, edel, mit dekadenter Süße im Duft. Der Saft ist sensationnell, Finesse und Kraft sind in toller Balance. Unmittelbarer Schluckreflex. In sich total schlüssig, reif und fein. Ein echtes Highlight des Jahrgangs und wahrscheinlich der beste der letzten Jahre. 

Grand-Puy-Ducasse

90-91

Etwas rustikal im Tannin, fehlt ihm die Finesse für die höheren Weihen. Straff und kühl, dringen die herben Gerbstoffe etwas störend hervor. Es ist aber genug Substanz da, um weiter zu reifen. Etwas zu rotbeerig. Hier würde sicher mehr gehen.

Grand-Puy-Lacoste

93-94

Wie immer ein sehr feiner Toast. Seidig und sehr elegant. Wie immer eine Bank. Die Tabakaromen im zusammensoiel mit der delikaten Frucht sind Pauillac pur. Alles sitzt auf Maß. Immer ein genialer Wein, der sich mehr als lohnt.

Grands Chênes, Les

88-89

Viel Holz, Vanille, süßer Saft mit intensiver dunkler Kirschfrucht, Alkohol wärmt, satt und kommerziell

Haut-Bages-Libéral

91-93

Vom Zustand her eines der rohesten Fassmuster der gesamten Verkostungen. Das macht ihn gleich sympathisch. Tolle Frische, edle Zedernholznoten. Mittelgewichtig. Die Tannine sind am Anschlagt. Es schlummert genug Substanz. Hier kommt es auf die weitere Lagerung im Holz an. Ich denke das wird sehr schön reifen können. Immer nahe an der Klassik.

Haut-Bergey

88-89

reduktiv, durchaus fein, kompakte Tannine, hat Charme und Süße, die Tanninen bleiben kräftig aber durchaus fein

Haut-Brisson

91-92+

Sehr fein komponiert. Das Holz und die dunkle und rote Frucht passen sehr gut, edle Röstung. Genialer Saft mit Intensität und Frische. Ein zupackender Wein mit sehr guter Mineralität. Griffiges, saftiges Tannin. Druckvolle vitale Länge. Modern aber wirklich Top! Sicher der beste Jahrgang bisher.

Haut-Marbuzet

90-92+

Reif, kühl zugleich, fast drathig, dann sehr feine Seiten zeigend. Geniale Säure. Die klitzekleine Rustikalität steht ihm perfekt. Ein erstaunlich schlanker Wein mit guter Zukunft! Très St.Estèphe.

Issan

91-93

kühl und präzise, erinnert in diesem Jahr an Giscours, ausgepräter Blütenduft, sehr schön integriertes Holz mit merklicher Röstung, da ist noch viel Tannin, dass es zu verpacken gilt.

Kirwan

92-94

Einer der klaren Aufsteiger der Herkunft. Sehr feiner Duft, tolle Blütennoten, sehr reife Frucht. Satter Saft mit toller Süße. Hält Kraft und Finesse in toller Balance. Endet lang, geradezu üppig für dieses Chateau.

Labegorce

89-91+

Zurückhaltender Duft, Zitronengras, rauchige Ätherik, schöne Tiefe, schlank und sehr animierend, gute Tannine, eher geradlinig im Vergleich zu den großen Vorgängern. Dadurch nah an der Klassik. Entwickelt Süße im Nachhall. Kann von weiterer Lagerung sicher profitieren. Trotzdem war er sicher schon etwas besser.

Lafaurie-Peyraguey

94-96

Feine Botrytis, tolle Zitrusaromen, sehr fein sehr elegant.

Lafite-Rothschild

93-95

Tiefer, dunkelbeeriger Duft mit feiner Toastung. Druckvoll und elegant zugleich. Feine Süße. Griffiger Gerbstoff. Hinten heraus etwas zu kurz und zu weich für die ganz großen Weihen. Kann sicher noch zulegen, aber die asketische Größe des 2016ers hat mich mehr gefesselt. 

Lafon-Rochet

92-93

Wieder ein sehr detailierter Saint Estephe mit genialer Frische. Sehr duftig, sehr fein floral in den Cabernets Erstaunlich schlank. Geniale Süße. Bleibt ausgewogen, verspielt  und frisch bis ins lange Finish. I like! Ein Chateau, das viel besser geworden ist und das man nicht vergessen sollte.

Lagrange

90-92

Fein verwobener Duft mit toller Kirschfrucht. Gutes süß-würziges Holz mit edlem Flair. Schlank, frisch und präzise. Sehr gute Konzentration. Weiche, feine Länge.

Lalande Borie

90-91

Sehr intensiv. Etwas rustikal, aber sehr gelungen. Süße reife Ader von den Merlots (60 %). Hat Substanz und attraktive süße Länge. Die Tannine werden Zeit brauchen, aber der Wein ist so gut wie nie.

Lanessan

87-88

Florale Cabernets, tolle Frische, Cassis, Blaubeeren, geradlinig und in sich schlüssig, Weicher, süßer Kern, überreife Merlots, trotzdem gut.

Langoa Barton

90-92

Sehr würzig. Steckt voll im Holz, dass sehr moderat eingesetzt wurde. Gerbstoffbetonter Gaumen mit guter Substanz und klassischer Anmutung. Sehr gute, griffige Länge. Braucht Zeit,ist ber sehr vieversprechend.

Larcis Ducasse

92-94

Wie immer mit eigenwilliger würziger Ader und markanter Kühle. Man liebt es oder nicht. Kirschen und Brombeeren. Alles ist frisch trotz sehr hoher Konzentration. Das Holz ist ganz absorbiert, sehr luftig, ohne das er an Konzentration mangelt. Im Nachhall nicht so lang wie andere, dafür aber ausgesprochen fein.

Laroque

88-90

schokoladiges Holz, sehr würzig, Piment, Pfeffer, intensive dunkle Frucht mit prägnanter Frische, die Tannine brauchen Zeit im Holz, die Frische ist da, leider auch sehr viel Alkohol, wirkt rustikal und verschlossen. ?

Laroze

89-91

So2, Süße dunkle Frucht mit eingekochter Pflaume, das Holz ist absorbiert, edle Schoki, süße Gewürze, supersaftig, erstaunlich kühl, explosiv, die Tannine wirken eindringlich, die prägnante Frische wirkt ausgleichend und spannend. Abwarten.

Larrivaux

88-89

Sehr fein austarierter Wein mit perfekter Reife und eleganten Tanninen, wirklich ausgesprochen gut gelungen, schöne Süße, sehr gute Länge

Lascombes

91-93+

Gewohnt modern, kräftig, süß und druckvoll. Würziges Tannin. Rund und geradezu schmeichelnd. Wer Lascombes mag, wird nicht enttäuscht sein, denn in diesem Jahr ist er wieder absolut hedonistisch und mit echter Feinheit ausgestattet. Konzentration und Länge sind beachtlich.

Latour-Martillac

90-91

Tabak, Edelhölzer, hat Tiefe, straff formuliert mit guter Balance zwischen Kühle und Reife, saftiges Tannine, sehr schöne intensive Länge

Léoville-Barton

93-95

Dunkel, rauchig, konzentriert. Kratzt am oberen Ende von Reife, die man von diesem Weingut kennt. Der Alkohol dürfte auch etwas höher liegen, als gewohnt. Herber Kern von massiven Tannine. Wegen seines reifen Kerns eingängig, dann aber in der Folge prägnant kühl. Druck und gewaltige Länge. Wenn alles zusammenwächsteist es groß!

Léoville-Las-Cases

95-96++

Sehr verschlossen. Edelhölzer und Graphit. Schlummernde dunkel Frucht. Südliche Kräuter! Kompakt und kühl durch und durch. Ein Titan. Brachiale, zugleich hochfeine Tannine. Extraktsüßer Kern. Ein Las-Cases für die Ewigkeit. 

Lilian Ladouys

89-90

Animierende reife Frucht mit tollem Saint-Estephe Crunch. Feines ätherisches Holz. Starff und kühl bis in den langen Nachhall. Die Tannine müssen noch verarbeitet werden, sind aber gut in den Saft integriert. Gute Wette, wenn auch nicht auf dem Niveau von 2016.

Lusseau

87-88

röstiger Toast, Lakritz ohne Ende, auch im Geschmack vom Holz dominiert, süß und etwas stunpf, es fehlt an Frische

Lynch-Bages

93-95

Viel neues Holz, rosinige Reife. Extrem reif. Ein immenser Lynch-Bages, der enorme Tiefe besitzt. Die Frucht ist superdelikat, die Tannine sind aber (noch) brachial. Die Substanz ist groß, aber man sollte eine lange Kellerlagerung einplanen, bevor er ins Trinkfenster kommt. 

Lynch-Moussas

90-92

Klammheimlich einer der besten Werte in Pauillac. Alles stimmt, sehr gute Feinheiten, er ist sicher einer der zugänglicheren Pauillac und etwas mehr Tiefe würde ihm gut zu Gesicht stehen. Aber dafür vermittel er schon jetzt Trinkfreude pur, auch wenn die Tannine im Nachklang etwas trocknend in Erscheinung treten.

Malescot-St.-Exupèry

91-93+

Eher verschlossen. Rotbeerig mit feinen Kräuternuancen, kühl und präzise. Die Tannine wirken noch etwas roh. Die Substanz ist beachtlich, aber im Moment steht er sich noch selbst im Weg. Wird von weiterer Lagerung stark profitieren. Hat richtig viel Drive. Feinheit muss sich erst entwicklen.

Manoir de Gay

89-91

Ein Zweitwein aus dem Bilderbuch. Reif, saftig, supersexy. 

Maucaillou

83-84

Cassis, viel Frucht, offensichtlich, es fehlt an Reife, 

Mauvesin Barton

85-86

eher leicht und simpel, Es fehlt an Saft, Säure hoch, o.k.

Marquis d´Alesme

92-93

Dunkler Toast, Kaffee, dunkle Beeren, maskulin, hat Zug und Kraft, noch unentschlossen aber vielversprechend. Gute Süße Viel feines Tannin. Extraktion ist hoch aber sehr gelungen. Bleibt lang und recht füllig.

Marquis de Calon

88-89

Sehr gute Reife und Zugänglichkeit. Blaubeeren und Cassis. Floral. Viel Süß. Es fehlt etwas an Definierung. Bleibt süß und etwas breit.

Marquis de Terme

91-92+

Sehr elegant. Noble Zurückhaltung. Feine florale Umrisse. Etwas Zitrus. Ein schlanker, animierender und dadurch sehr typischer Margaux. Pure Klassik. Könnte vielleicht etwas länger sein. Dafür ist er fein und durchaus vielversprechend. Man sollte ihn nicht verachten, auch wenn er im jetzigen Zusatnd sicher keine Bestnoten abräumen wird.

Mazeyres

88-90

Wie immer sehr zuverlässig. Rotbeerig. Frisch. Ein gastronomischer Pomerol, der im kontext des Jahrgangs ordentlich gelungen ist, von dem man aber auch mehr erwarten könnte.

Meyney

92-93

Viel süßes Holz Ist jetzt ein moderner Wein. Fein röstig und mit viel Graphit. Struktur ist herausragend, weil perfekt reif. Super Mineral, weicher Kern straffer, kühler Zug. Mindetens auf 2015er und 16er Niveau. 

Monbousquet

90-92

Wie immer sehr reif, aber nicht eingekocht. Dunkle Toaströstung. Delikate Frische, die Tannine sind immens aber sehr gut extrahiert. Es fehlt etwas an Dichte nach hinten raus. Trotzdem ein gelungerner Monbousquet mit herber Gerbstoffader. Die Prognose für die Fassreifung ist positiv.

Monbrison

90-91

Eine positive Überraschung. Noch sehr rohes Fassmuster, aber die Qualitäten sind gut zu erkennen. Substanz mehr als ausreichend, kräftige Frucht, sehr schöne Frische, bleibt lang mit passender Süße. Sicher nicht wahnsinnig komplex, dafür aber sicher ein attraktiver Frühtrinker.

Montrose

96-97

Gäbe es 2016 nicht, wäre das noch herausragender. Mineralisch gebündelte Kraft ohne Ende. Feinste süße Ätherik, Schlehen, Zeder, Bergamotte. Das muss man lieben. Immense Kühle und Druck trotz sehr hoher Reife. Länge ist beeindruckend. Das sit wenig überraschend einer der Top Weine des Médoc.

Moulin St. Georges

91-92

Sehr fein verwoben. Prägnante Saftigkeit mit toller Frische und würzigen Tanninen. Reif, mit individueller Lakritznote im langen Nachhall. Wird früh Spaß machen, aber auch sehr gut reifen können. 

Mouton-Rothschild

96-98

Ein Gigant. Cassis ohne Ende. Sandelholz und Orangenschale. Ein supersexy Mouton. Druckvoll, weicher Kern, zieht straff durch bis ins Finish. Frucht wird von immensen Tanninen eingerahmt. Ein hedonistischer Mouton mit großem Potenzial.

Nenin

92-93++

Wie immer sehr verschlossen, trotz moderner Vinifizierung. Feuchte Erde, südliche Kräuter, Cassis und Brombeere, etwas Tomatengün. Yo love it or you hate it. Ein Médoc Pomerol. Kein Wunder gehört er doch zu den Besitzungen von Delon. Die Tannine sind harsch, aber bestens in die süße Frucht eingebunden. Auf die lange Sicht wird er gewinnen. Im Moment ist er doch etwas karg, trotz aller Süße. Abwarten

Ormes de Pez, Les

88-90

Wie immer passend extrahiert. Modern, eingängig, geradezu süffig. Gute Struktur, sehr schöne Reife, für Einsteiger.

Pagodes de Cos, Les

90-92

30 % der Ernte. Pikant , süße Gewürze, etwas rosiniert in der Frucht, ein praller Pagodes der frühen Trinkgenuss verspricht.

Palmer

97-98

Sehr reif. Üppiger Palmer, bei aller Fülle hochfein. Unfassbare Konzentration. Das Neuholz ist komplett absorbiert. Allerbester Überseecharaktr in diesem Jahr. Ein Weine der Superlative, nur bei der Menge nicht. Homöopathische 10hl/ha Erntevolumen. Man wird sich schlagen müssen und der Preis wird astronomisch sein. Trotzdem wird man nicht zögern. Groß!

Pape-Clément Rouge

94-95

Edler Neuholzeinfluss, wie immer viel Pfeifentabak, Zeder und Graphit, ein Reigen von roten und dunkeln Beeren. Ein hedonistischer Duft mit Tiefe. Gaumenfüllend, absolut klar und superfein saftig. Griffige Tannine flankieren und geben mit der eindringlichen Frischeader Trinkfluss. Bleibt mit dezenter Vanillesüße. Wie immer eine Bank.

Pavie-Macquin

93-95

Offenherziger, packender Auftritt. Viel neues Holz. Süße Ätherik. Tabak. und Minze. Kristallklare dunkle Frucht. Dieser Wein ist bei aller Modernität immer so lässig und frisch, das man sich in ihn reinlegen möchte. Bleibt in sich stimmig von Anfang bis Ende. Ein hedonistischer Macquin, der dabei so fein bleibt, das man es nicht fassen möchte. Trotz aller Extraktion immer  edel und animierend. Die süße Fülle lugt immer wieder durch, wird sich weiter Bahn brechen. Tolles Reifepotenzial.

Peby Faugeres

93-95

Tolle Tiefe im Bukett. Delikate Frische. Ein Wein mit lebendiger Ader. Das Neuholz verdeckt die Frucht sehr. Das was durchscheint ist von perfekter Reife. Sehr elegant. Florale Noten im duft. Sehr attraktiv. (Margaux) Ein sehr feiner Wein mit höchster Präzision. Vielleicht fehlt es ihm etwas an Seele. Aber das ist wirklich auf höchstem Niveau. 

Pédesclaux

90-91+

Süßer Holzeindruck, rote Beeren, es fehlt etwas an Reife und Substanz. Wirkt leicht, frisch und präzise, aber der Pauillac Punch fehlt.

Petit Cheval de Cheval Blanc

92-94

Dezenter Toast, Toller Cabernet Charakter. Die Frische bleibt durchgängig, das verbindet ihn mit dem Grand Vin. Keine Wärme. Sehr elegant. Ein Klassiker!

Petit Lion de Leoville las Cases

90-92

Zeder, Graphit und süße Gewürze im intensiven und edlen Duft. Alte Merlotreben und junge Cabernets schaffen eine spannende Melange. Kühler Saft, hat richtig Biß. Ein kerniger Zweitwein, der reifen muss.

Petit Mouton

93-94

Sehr schöne Tiefe in den dunklen Beeren. Rauch, Zeder, tolle Frische, hat Biß und beeindruckende Spannung bis ins lange Finish. Heuer sehr empfehlenswert.

Petit-Bocq, Le

88-89

Modern,würzig und reif. Mit guter Struktur. Ein Value, der früh trinkbar sein dürfte.

Petit-Village

93-94

Wird von Jahr zu Jahr besser. Superfein. Seidiges Tannin. Edler ätherischer Toast. Eukalyptus Anregende, säuerliche Waldbeeren. Bleibt noch etwas verschlossen. Geradlinig, kühle Ader. Das Potenzail ist groß. Geschliffenbis ins lange Finish. Best ever!

Peyrabon

88-89

Beachtlicher Duft mit schöner Tiefe. Ätherische Finesse. Geradlinig mit hoher Reife und dezenter Rosinennote.  Sicher nicht fein, aber sehr attraktiv zu trinken.

Phélan-Ségur

91-93

Mr. Supersexy. Wer hier widerstehe kann ist selber Schuld. Viel Reife, weicher Kern, feine Tannine. Extraktion ist hoch, aber (wie immer) bestens gelöst.  Bleibt in sich straff und kühl, was die Fülle spannend austrariert. Sehr offenherzig und stimmig bis ins lange Finish.

Pichon-Longueville Baron

94-96

Unfassbar konzentriert. Viel edelstes Holz. Dabei auf höchsten Niveau hinter der Comtesse, die einfach mehr Finesse zeigt und nicht so sehr die Muskeln spielen lässt. Die Frucht bleibt im Nachhall etwas eingekocht zurück, die Tannine sind sehr präsent aber auch sehr fein. Trotzdem, das ist ein ausdrucksstarker Baron mit unmittelbarer Anziehungskraft und nobler Ader.

Pichon-Longueville Comtesse de Lalande

96-98

Graphit, Tabak, Zeder. Willkommen in Pauillac! Die Frische ist genial, die Frucht fein und mineralisch durchzogen. Das ist einer der Weine des Jahrgangs und eine große Comtessa. Was für eine Tiefe, was für eine Eleganz! Groß!

Pointe, La

92-93

Erdige Würze. Dunkle Früchte. Cassis. Animierender Geschmack mit prägnantem Saft. Hat Kraft und mehr Eleganz als üblich. Sehr gelungen.

Pontet-Canet

93-95

Sehr reif. Zeigt südlichen Charakter. Anfänglich mach Kapern duftend, dann sogar etwas Oliventapenade. Man würde nicht auf Bordeaux schließen. Am Gaumen voll und recht weich. Entfernt sich so etwas von der prägnant  animierenden Art der Vorjahre. Die Erntemenge ist verschwindend gering,was Preis und Nachfrage antreiben wird. Ein sehr guter Wein, wieder einmal sehr individuell.

Potensac

90-91

Sehr schöne Reife im Duft, florale Anklänge, tiefe dunkle Frucht, sehr attraktiv,  in sich ganz stimmig mit zugänglicher Ader, kompletter Wein mit erstaunlichen 14,5% Alkohol. Würzige Tannine, die sich im Holz noch mildern können. Bleibt kühl und lang.

Poujeaux

89-91

Attraktiver Reigen von dunklen Beeren. Spannende florale Noten. Tolle Süße im Geschmack, agile, bestens sitzende Frische. Intensive Länge. Das macht richtig viel Spaß.

Prieuré-Lichine

90-92

Wie immer sehr eigen. Erinnert in der frühen Phase etwas an Beaujolais, Erdbeeren, Rauch, Holz ist perfekt absorbiert, sehr eleganter Gaumen mit präziser Ader, hat Potenzial. Eher leicht und kühl. Es fehlt aber die Substanz und Länge für höhere Weihen. Sprich: 2015 ist besser.

Quinault-l'Enclos

91-93

Der neue Keller macht sich immer mehr bezahlt. Legt von Jahr zu Jahr zu. Reife dunkle Frucht. Die Cabernets kommen toll durch. Süßer Kern, recht wuchtig, Eine Delikatesse aus dem Hause Cheval Blanc. Eine echte Empfehlung.

Rahoul blanc

88-90

Sehr frsich, viel SO2. Sehr schöne Würze von den Senillon. Intensiv. Reif. Sehr saftiger charakter mit schöner Creme und passender Frische. Hat durchaus Substanz für etwas Flaschreifung. 

Rauzan-Gassies

90-92+

Typisch dunkle Frucht. Tolle Würze Aber auch minimal rustikal, wie man es kennt. In letzter Zeit wieder deutlich im Aufwind. Verbindet echte Power mit eindringlicher Kühle mildem Kern. Alles geht aber noch nicht wirklich zusammen. Not bad, aber die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Rauzan-Segla

95-97

Viel Finesse und tolle Frische, die sich über den gesamten zieht. Das hat ordentlich Fluss. Typische florale Margauxaromen und große Tiefe im Duft, mit zarten mineralischen Umrissen. Filigran und sehr vital. Supersaftig ohne Auszuufern. Großartige animierende Länge. Schluckreflexe lassen sich schwer unterdrücken. Margaux pur. Ein ganz großer Wurf.

Reysson

87-88

eingängiger Typ, Merlot 75%, durchaus feine Ader 

Rol-Valentin

88-90+

Süßes Holz, dunkle Kirschen, frische Himbeeren, Tabak, erstaunlich leicht und frisch im Antrunk, laktische Noten, die sehr stören (Himbeerjoghurt), in einer schlechten Phase, aber sicher kein großer Wein. Könnte sich aber erfreulich entwickeln. Die Frische ist gut.

Rouget

90-92++

Sehr viel frische Frucht (Kaltmazeration). Fast schon etwas aufdringlich und dropsig. Das wird sich aber einbauen. Etwas rustikale Noten, aber nicht störend.  Am Gaumen mit deutlichem Holzeinfluss, prall, aber noch mit wenig Eleganz. Wird sich sicher sehr gut entwickeln können, denn die Substanz ist da. Deutliches Potenzial nach oben.

Saint Pierre

91-93

Dunkle Aromen mit typischer Süßholzwürze. Supersaftig, supersexy. Reife ist sehr hoch, was etwas zu Lasten der feinen Zwischentöne geht. Das ist auf hohem Niveau gemeckert. In jedem Fall ein sehr guter Saint Pierre. Vielleicht keiner für die Ewigkeit, aber mit sehr schöner Reife und intensiver Frucht.

Saintayme (Saintem)

88-89

modern, gut extrahiert, gute Saftigkeit, leicht aufrauhendes Tannin, dabei von sehr schöner Frische, durchaus lang, ein Hedonist

Senejac

84-85

Rustikal, erdig, nicht ansprechend, ordentlicher Saft, kurz, klein

Siran

88-90+

Wirkt kaltmazeriert, etwas Beaujolais sicher eher früh geerntet, eher leicht, es fehlt doch etwas an Druck und Länge, gerade im Kontext des Jahrgangs. Charmanter Wein, ob es mehr wird bleibt abzuwarten.

Sociando-Mallet

90-91

Braten, röstig, Edelhölzer, Tabak, macht Freude reinzuriechen, komplex, Cassis mit toller Frischeader, vital, tolle Würze, bleibt animierend und mit feiner Süße. Top!

Soutard

88-90

Rotbeerig und säuerlich, viellicht sogar etwas grün.Leichter, frischer Ansatz, recht herbes Tannin, es fehlt an Schmelz. Recht simpel. Viellciht kann er noch zulegen. Aber eine Empfehlung ist das nicht.

Talbot

91-93

Edler Toast, schon sehr zugänglich, wie immer etwas brav. Trotzdem absolut attraktiv, sehr fein, sehr gut austariert, ein wirklich guter Talbot.

Tertre, Du

92-94

Viel feines Holz. Weicher schmeichelnder Eindruck, toller, eigensinniger Cabernetduft, ganz feingliedrige Frucht, sehr schön ausgewogen, sehr fein und in sich perfekt stimmig. In den letzten Jahren immer ein Highlight. Die feinen Gerbstoffe begeistern

Tour Carnet

88-89

Sehr modern und gewohnt hohe Extraktion. Die Tannin sindmarkant, aber zähmbar. Trotz aller Intensität: Er wirkt etwas unterkomplex, aber er hat ja noch Zeit. Wer den Wein mag, wird nicht enttäuscht sein.

Tour Blanche, La

93-95

Hochfein, sehr elegant, schöne Würze. Top.

Tour de Bessan, La

87-88

easy drinking, saftig, süffig, gut, Konzentration stimmt,  hat ansprechende Süße, guter Value.

Tour de Mons, La

87-88

modern, eingängig, süffig, hat Länge

Tour Figeac

88-90+?

Kompakt und dicht. Cassis und Brombeere im saftigen Gaumen. Immer etwas rustikal, aber mit guter Perspektive zur weiteren Reifung. Etwas Hitze im Nachgeschmack. Auch rosiniert. Hat Dampf. Die Faßmuster wirken immer etwas lieblos komponiert. Neigt zur Oxidation. Ein besseres Urteil kann erst nach der Füllung erfolgen. 

Tour Saint Christophe

91-93

Dunkle Frucht, edler Toast, Rauch, Graphit. Kraftvoll mit einprägsamer, cremiger Süße. Ein Monster, aber ein sehr feines. Tolle salzige Mineralik im langen Nachhall. Der Aufsteiger schlechthin!

Tronquoy Lalande

91-93

Feine Würze, Orangenblüten, Blaubeeren, unmittelbar ansprechend. Super Saft mit schöner Frische, hat Substanz und Länge. Viel Wein fürs Geld. Tannine sitzen wie eine 1. Merlotbetonte Cuvée. Wird leider nicht en primeur verkauft.

Valandraud

90-92+

Heuer enttäuscht er mich etwas, weil alles so offensichtlich ist, das es irgendwie nervt. Wie gewohnt eine Rakete. Hochexplosiv, Frucht ohne Ende, süß, frisch, opulent, irgendwie aber von allem etwas zuviel. Griffige Tannine und immense Konzentration versprechen weiteres Reifungspotenzial. Für Überseeliebhaber.

Vieux-Château-Certan

96-98+

Ein Monumet. Extrem detailliert. Edles Holz, das sich perfekt einpasst. Intellektuell und hedonistisch zugleich. Sehr reif, trotzdem straff und kühl. Perfekt reife Cabenet Franc, mit 30 % hoch in der Cuvée. Sehr lang und mineralisch salzig. Ganz, ganz groß.

Villemaurine

88-90

Noch verschlossen im Duft, ätherisches Holz, gute Süße, es fehlt dabei auch im Geschmack etwas an Substanz und Tiefe. Wirkt eher gefällig, bis die rustikalen Tannine im Nachgeschmack mit voller Wucht einschlagen.

Vray Croix de Gay

87-89

Etwas muffig, vegetal, einfacher ordentlicher Wein es fehlen Reife und Ambition. Trocknendes Tannin. Ich hoffe es liegt am Faßmuster.

 

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