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Marco Lindauers Verkostungs-Notizen

Bisher konnten wir der Versuchung widerstehen, eigene Bewertungen zu vergeben. wir sind der Meinung, dass unsere subjektiven Empfehlungen völlig ausreichen und wir nicht in den momentan beliebten Modus verfallen müssen, in dem man Weinen eigene, gewichtige Punkte gibt sofern sie keine anderen haben oder diese zu gering erscheinen. Nicht jeder Wein kann der absolut Beste sein. Bei der Bordeaux-Subskription haben wir uns dieses Jahr entschieden, die Bewertungen, die unser Bordeaux-Experte Marco Lindauer bei seinem Besuch der En Primeur Verkostungen bisher für den internen Gebrauch gemacht hat, zum ersten Mal zu veröffentlichen. Immer mehr Kunden haben uns nach unserer Meinung gefragt. Dieses Vertrauen freut uns und es zeigt auch, dass viele Weinfreunde mittlerweile einen skeptischen Blick auf die fast epidemisch anschwellende Zahl der Verkoster haben. Wir möchten Sie damit an unserer Erfahrung und unserer Meinung teilhaben lassen, aber wir bleiben bei der Meinung, am Ende des Tages kann man Punkte nicht trinken und wenn einem ein Wein Freude bereitet, aber von den Auguren schlecht bewertet wurde, dann ist es nicht der Genießer, der was falsch gemacht hat.

 Marco Lindauer: „Ich formuliere gerne etwas prägnanter und diese Notizen dienten ursprünglich mehr zu meiner eigenen Orientierung. Trotzdem haben wir uns in diesem Jahr entschieden, diese so wie sie sind zu veröffentlichen. Meine Punktevergabe für die Weine ist defensiv: Ab 85 Punkten beginnen die sehr guten, empfehlenswerten Weine, ab 90 Punkten sind die Weine hervorragend, ab 95 exzellent bis Weltklasse. Ein + markiert weiteres Potenzial während der Fassreifung.“

Château

Lindauer-Punkte

Verkostungsnotiz

Armailhac

90-92+

Typisch reifes Bukett. Feinstes Holz. Hat zupackende Frucht mit genialer Frische. Die Tannine sind noch etwas lähmend. Das muss erst einmal eingebunden werden. Die Substanz ist so vielversprechend, dass man sich jedoch keine Sorgen machen muss. 

Arsac, D´

84-86

Feines Margaux Parfum. Klar und deshalb auch eindeutig kirschig.  Am Gaumen stimmig, eher leicht, aber recht mit schöner Frische. Muss man das haben: Nein!

Beau-Séjour-Bécot

92-94

Sehr würzig im Duft. Kreuzkümmel. Ein Baby.  Kompakt und noch sehr jung. Tiefe Frucht öffnet sich zusehends Zeigt Potenzial und gezügeltes Feuer. Ein sehr schöner Erfolg.

Beaumont

86-88

Zeigt saftige, reife Frucht mit süffiger Ader. Recht pointiert und frisch mit mittlerem Körper und guter Länge. Ein sehr guter Einstiegswein mit moderner Prägung. 

Beauregard

91-93+

Tolle Intensität im Duft. Der Wein ist einfach zu sexy, um sich über die Tiefe der Frucht weiter Gedanken zu machen. Tabak. Eisen. Ein fulminanter Wein, mit allem was es braucht. Reife, Frische und saftige Tannine. Sehr lang. Vielleicht der beste bisher. 

Beausejour Duffau Lagarrosse

92-94

Wirkt sehr reif. Intensive dunkle Frucht. Hat dekadente Süße und passende Frische. Ein gefährlich trinkfreudiger Beauséjour. Noch unausgewogen aber mit großem Potenzial.

Bellefont-Belcier

90-92+

Erdiges, fein trüffeliges Arome mit echter Klasse. Die dunkle Röstung ist sehr passend gewählt. Ein feiner, ausgesprochen delikater Stil mit straff verzurrter Tanninstruktur. Endet frisch und und präzise.

Belgrave

88-89+

Moderner Duft mit unmittelbarer Präsenz. Reife Cabernetaromen. Im Geschmack ungewöhnlich verschlossen. Noch recht roh, aber delikat. Er wird vom Ausbau im Fass weiter profitieren können. Schöner, langer Nachgeschmack. Sehr gut gearbeitet und vielversprechend. Sehr hoher CS Anteil, deshalb untypisch maskulin. Eine Wette wert.

Bellevue

90-92+

Intensiver Cabernet-herber Duft. Wirkt prägnant kühl und fokussiert, aber auch etwas verschlossen. Ein wahnsinnig kühler und straffer Gaumen mit vielversprechender Tiefe. Vital ohne Ende. Die Tannine sind auffällig aber hochfein. Eine spannende Wette.

Belle-Vue

85-87

Derangierter, unklarer Duft. Laktisch. Ordentliche Kraft, dabei mit typisch sprödem Charme. Wirkt etwas dumpf und endet trocknend. Irgendwie nicht mein Wein, vielleicht liegt es auch am Muster.

Bellevue-Mondotte

91-93

Sehr hedonistischer Duft. Mürbe, dekadent. Am Gaumen absolut auf dem Punkt. Supersexy und modern ohne Ende.  Überseetrinker werden ihn mögen.

Berliquet

86-88?

Erdig und kühl im Duft. Lakritze. Hier zeigt alles in Richtung Frische. Sehr prägnant, aber eher leicht. Es fehlt auch etwas an Reife. Abwarten.

Beychevelle

92-94

Perfekt extrahiert. Die Nase eröffnet Tiefe und beeindruckende Klarheit. Etwas Meersaum. Seidige Eleganz. Man muss es sagen: Ein wirklich feiner Beychevelle. Hat Länge und bleibt in sich total geschlossen. I like.

Bon Pasteur

91-93++

Reife Pflaume. Schoki. Zeder. Modern aber voll auf dem Punkt. Am Gaumen kompakt und frisch. Fast C.F. Charakter. Das ist absolut satisfaktionsfähig. Erstaunlich frisch und vital bis ins Finish

Boscq, Le

88-90+

Geile Farbe! Opulenter Duft mit Fülle und Süße. Röstiges, sehr wertiges Holz. Mega-saftig. Wenn der weiter reift, ist er ein Knaller! Hat genug Power, um die jungen, störrischen Tannine zu bändigen. Perfekte Extraktion mit großer Präsenz. Ein echter Value.

Branaire-Ducru

90-92+

Erinnert in seiner Eleganz an Beychevelle. Ist noch feiner im Duft. Es gibt einen Grund warum dieser Wein immer unterschätzt wird. Er ist einfach zu fein. Liebhaber werden ihn mögen. In diesem Jahrgang zart und trotzdem konzentriert. Etwas schwierig einzuschätzen im Moment, verspricht aber weiteres Potenzial. Wird wahrscheinlich nicht hoch bewertet werden.

Brane-Cantenac

90-92+

Auffallend hell. Sehr feine röstige Toastung. Vitalität und sehr schöne Extraktion. Recht weicher Kern mit deutlicher Süße, die bei fast allen Margaux in diesem Jahr ins Gewicht fällt. Substanz und animierende Frische im Nachhall.

Brown Blanc

89-91

Sehr schöner pikanter Charakter. Die S.B. tritt reif und klar auf. Hat Substanz, Würze und Länge. Sehr gut.

Cabanne

87-89

Eher einfach. Das Muster ist enttäuschend. Wirkt eher leicht und einfach. Sicher kein Selbstläufer in diesem Jahr.

Calon-Ségur

91-93+

Erstaunlich zugänglicher Auftritt mit toller Substanz und genialer Frische. Gleichzeitig etwas blutig und kantig. Im Nachgeschmack Eisenspäne. Das braucht ganz sicher weitere Reifung, wird dann ein klassischer Calon mit tollem Flaschenpotenzial.

Cambon-la-Pelouse

85-87

Eher rotbeeriger Ansatz mit würziger Ader. Saftiger, frischer Charakter mit unkompliziertem Trinkfluss. Es fehlt etwas an Substanz

Clement Pichon

84-86

Wirkt eher leicht mit Tendenz zu dünn. Gastronomischer Typ ohne große Eigenschaften.

Canon

91-93++?

Intensiv dunkelfruchtig im Duft. Hat aber auch etwas Unklares. Dann auch recht unentschlossen am Gaumen. Wirkt nicht wirklich groß. Aber nicht vergessen: En Primeur ist er immer recht schwierig.

Canon-La-Gaffelière

92-94+

Wie immer sehr modern und konzentriert. Opulent, voll da, mit eisig-kühlem Feuer. Intensive ätherische Noten. Vollmundige Beerenaromen kleiden den Gaumen voll und anhaltend aus. Im Jahrgangskontext ein großer Erfolg.

Cantemerle

87-89

Typisch feiner Duft mit Tabak und Rauch. Sehr ansprechend. Die Extraktion ist gelungen. Dabei bleibt er wie immer sehr brav und leicht. Sicher ein gelungener JG, der Preis entscheidet.

Cantenac-Brown

90-92+

Ein echtes Dufterlebnis, Cabernet pur. Dunkler, schokoladiger Toast, der sitzt. Sehr feiner Gaumen mit markantem, aber passendem Tannin und toller Frischeader. Macht immer mehr auf und offenbart dann pikante und packende Frucht. Ein Wein mit sehr gutem Potenzial und attraktiver Süße. Entfaltet subtilen Druck bis ins lange Finale.

Capbern (Gasqueton)

87-89+

Tolle Orangenschalennoten. Etwas Oxidation und opulente Süße im Faßmuster. Sehr schönes Tannin und feine Süße auch im Geschmack. Sehr gelungen. Etwas Dekadenz ist da. Ein sehr guter Wert. Tannine am Anschlag wegen hoher Extraktion. Werden die aber hinbekommen. Delikat endend.

Carbonnieux blanc

88-90

Stachelbeere. Rauchige Hefe, fast ätherisch. Am Gaumen eher verschlossen und mit ordentlich knackig. Fazit: Irgendwie geil.

Carbonnieux rouge

87-88

Ordentlich gelungen. Eher leicht. Dabei sehr süffig. Dunkle Beerenfrucht mit passender Frische. Könnte konzentrierter sein.

Carmes de Haut-Brion, Les

90-92

Erinnert an Beaujolais Moulin a Vent. (Kaltmazeration) Wirkt dadurch etwas gemacht, aber sehr auf dem Punkt. Rauchiges Holz. Kaltmazeration. Zeigt alles in perfektem Maße. Das macht ihn etwas dubios. Trotzdem: Everybody's Darling. Der Lascombes aus Pessac-Leognan.

Caronne St. Gemme

84-86

Etwas grüne Paprika. Typisch erdige Noten. Hat animierende Frucht und Frischeader. Tannine sind erstaunlich fein, dabei sehr präsent. Cabernet Typ. Mittelgewichtig. Nicht schlecht.

Carruades de Lafite Rothschild

90-92?

Wie alle Weine hier sehr verschlossen. Kompakte Tannine, hat unterschwellige Süße und Substanz. Die Frucht kommt noch etwas diffus. Sicher gut, aber es fehlt am Format des Vorjahres. Wie immer bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten.

Chapelle de la Mission Haut-Brion, La

89-91

Attraktive dunkle Frucht und saftige Tannine. Feine Würze zeigend. Ordentliche Struktur am Gaumen und auch recht lang. Trotzdem wäre mehr Kraft wünschenswert.

Charmail

83-85?

Verbranntes Gummi? Eher leicht. Es fehlt an Substanz und Frucht. Sicher in einer schwierigen Phase, aber es steht zu bezweifeln, dass da noch viel kommt.

Chasse Spleen

84-86

Offenherziger, simpler Duft nach roten Beeren und rauchiger Toastwürze. Hat zwar Substanz trotz moderater Extraktion, wirkt jedoch unharmonisch und im Nachgeschmack etwas zu leicht. Sicher ein ordentlicher Wein, aber nicht mehr.

Cheval Blanc

94-95

Für sich ein wirklich großer Cheval blanc, dem man den Hang zur Perfektion anmerkt, denn hier sitzt wieder alles maßgenau. Frische und pures Fruchtvergnügen kombinieren Delikatesse und kristalline Tiefe auf allerhöchstem Niveau. Trotzdem ist er nicht auf dem Niveau von 2015 und 2016, denn diese beiden Jahre waren gigantisch.

Clarence de Haut Brion

90-92

Man erkennt die Handschrift des Hauses. Dunkle Früchte. Südwestliche Frische. Die Konzentration ist gut und vermittelt sich besser als bei Chapelle von La Mission. Fokussiert und lang.

Citran

86-88

Minziger Cabernet Charakter. Röstiges Holz. Hat Substanz und deutliche Extraktion, was die Tannine etwas trocknend erscheinen lässt. Alkohol dringt durch. Dass könnte im weiteren Faßausbau zu einem molligen, trinkfreudigen Wein führen. Zuverlässig.

Clarke

86-88+

Eigenwilliger Duft mit deutlichem Cabernet Charakter. Tomatengrün. Durchaus anziehend. Deutlich extrahiert und dadurch auch etwas grün nachhallend. Das ist ordentlich, wird sich im Faß harmonisieren.

Clauzet

85-87+

Von attraktiver saftiger Art mit herzhaftem Kern und fordernden Tanninen. Das ist etwas für Saint-Estephe Liebhaber, weil leicht spröde, trotzdem erscheint er mit Potenzial zur weiteren Reifung ausgestattet. Vital und mit einem ordentlichen Druck. Modern vinifiziert. 

Clerc-Milon

92-93

Reif mit Super Cabernet Parfüm. Noch etwas reduktiv. Hier sitzt mal wieder Alles. Die Tannine werden Zeit brauchen, das Neuholz wird die Arbeit zuverlässig verrichten. Sicher eines der Highlights in Pauillac. Erstaunlich nah an Mouton dran. Mit Power und Verve im langen Nachgeschmack. Exzellent.

Clinet

92-94+

Wird etwas Zeit brauch, denn er präsentiert sich kompakt und griffig. Erdige Noten, schwarzer und roter Beerenreigen. Seine große Kraft scheint immer durch. Potenziell ein großer Wein. Man muss sehen, wie er sich im Faß entwickelt.

Clos de Jacobins

88-90

Rustikaler Duft mit guter Fruchttiefe, aber etwas staubigem Einschlag. Erstaunlich präsenter Gaumen mit kompakter Textur. Sicher ein Erfolg, aber eher etwas für Old-Schooler. Üppiger Nachhall. Alkohol scheint durch.

Clos du Marquis

89-91+

Böxt ordentlich. Typische Veilchennoten. Blaubeeren. Cabernet pur. Sehr gut gemachter C.d.M., der auf dem Niveau von 2014 steht. Fein und ausgewogen. Würze zeigend, fast schon zu süffig.

Clos Floridene Blanc

90-92


Sehr würzig mit deutlicher floraler Note. Tolle Frische und Substanz. Die Gerbstoffe können etwas Reife vertragen. Voll auf den Punkt. Weiniger Charakter. Kraftvoll und lang. 

Clos les Lunelles

88-90

Etwas krautig. Verspricht wieder einen modernen, recht milden Wein. Hat Frische und Extrakt, aber wenig Spiel. Typisch.

Clos René

88-90+

Typischer Clos-Rene. Hat Frische und Trinkfluss. Sicher ein Jahrgang für Liebhaber dieses Weines, dennn die Reife ist da. Kaufen!

Clos-Fourtet

93-95+

Sehr edel. Dunkle Frucht mit Tiefe und passender feiner Röstung. Tolle Frische und subtile Kraftentfaltung. Griffiger Gerbstoff. Perfekt inszenierte Extraktsüße. Sehr lang. Großes Potenzial!

Confession, La

88-89

Angenehm frische Frucht mit würzigem Kern. Bleibt druckvoll und lang. Ein mittelgewichtiger Wein mit delikater Frische.  Überraschend gut.

Cos Labory

85-87?

Faßmuster voll in der Malo . Wirkt dadurch etwas breit und undifferenziert. Derangierter Gaumen. Matschige Frucht mit fehlender Struktur. Das wirkt im moment  klein und unausgegoren. Abwarten

Couspaude, La

88-89

Etwas dunpf und rustikal. Dunkle Toastung, die sich noch weiter integrieren muss. Kerniger Gerbstoff. Es fehlt an Substanz und Eleganz.

Coutet

94-96

Sehr klarer Charakter mit unmittelbar ansprechender, reiner, herb-süßer Ader. Feinster Tannenhonig. Kraftvoll, fast überbordend, aber immer an der Frischeader entlang. Sehr präzise. Tolle Botrytis. Hedonismus pur. 

Couvent des Jacobins

85-87?

Wirkt sehr bäuerlich und etwas grün. Rustikaler Gerbstoff. Es fehlt an Liebreiz und Präzision. 

Croix de Gay, La

88-89+

Traditioneller, fast kühler Charakter. Gerbstoffe wirken prägnant bei recht zurückhaltender Frucht. Dabei scheinen auch ab und an unreife Eindrücke durch, das wirkt aber nicht störend. Klassischer Wein mit denzenter Rustikalität.

Croix Saint Georges

90-92

Sehr reduktiv. Kompakt und frisch. Schöner Wein mit Grip, Druck und Saft. Nicht ganz auf dem Niveau von 2015, aber definitiv nicht schlecht.  

Croizet Bages

88-90+

Cabernet Charakter mit minziger Frische. Erstaunlich gelungen, mit tollem Saft, eindringlicher Würze und schöner Substanz. Gastronomischer Typ. Dafür letztendlich etwas zu teuer. Trotzdem: Das Château ist im Aufwind.

Dauzac

89-91?

Klarer reifer Duft von dunklen Kirschen. Rauchiger Toast. Im Geschmack dann eher schlank, aber sehr fein. Der Wein schmeckt delikat und frisch, hat auch saftigen Charme zu bieten, wenn er Luft bekommt. Ein Dauzac mit angemessener Substanz und Feinheit, aber nichts Großes. Extraktion erscheint etwas hoch.

Desmirail

84-86

Das Holz ist brutal und überlagert den ganzen Wein. Dunkle Röstung. Hier hat man viel Vertrauen in den Wein. Die Frage bleibt: Was hat das mit Margaux zu tun? 

Doisy Daene

92-94

Anfangs etwas krautig. Reife Aprikose. Holz ist spürbar. Fantastisch klar und frisch im Geschmack. Ein druckvoller Sauternes mit herbem Geschmack. Grüne Banane. Waldhonig. Irgendwie geil.

Domaine de Chevalier blanc

92-94+


Offenbart unmittelbar Tiefe und Finesse en masse. Hat Frische, Zug und Druck im Überfluss. Dabei wahnsinnig subtil in der Frucht,  straff und präzise. Wirkt gleichzeitig noch roh. Ein Klassiker, braucht dafür aber Flaschenreife. 

Domaine de Chevalier Rouge

91-93

Ein sehr guter Wein, wie  nicht anders zu erwarten. Alles sitzt und zeigt sich wie immer in Frühform. Sicher ist das nicht so groß, wie in den Vorjahren, aber im Kontext des Jahrgangs was Selektion und Finesse angeht absolut maßstabsgebend.

Dominique

90-92

Typisch rotbeerig. Zerdrückte Himbeeren, wie in 2010. Veilchen. Sehr leicht und animierend frisch. Ein delikater Wein mit ultrafeiner Textur, was hier eher ungewöhnlich ist. Allein der Druck fehlt etwas. Sollte man trotzdem versuchen. Wie immer der Burgundertyp unter den Saint Emilions.

Duhart-Milon

90-92+?

Wie alle Weine hier etwas spröde und verschlossen. Gute Präsenz und würzige Tannine. Hat Kraft und Länge, aber es fehlt doch im moment an Frucht und Vitalität. Das ist schwer zu bewerten in der Kürze der Zeit. Außerdem verglicht man ständig mit 2016, dessen Niveau er bei weitem nicht erreicht.

Faugeres

89-91?

Sehr reifer Duft mit eingekochten Noten. Extraktion ist hoch, weshalb die Tannine etwas hart wirken. Kann sich während der Lagerung integrieren. Trotzdem bleibt ein Fragezeichen.

Ferriere

88-90+

Sehr reifer süßer Duft nach dunklen Beeren und Süßkirschen. Am Gaumen saftig, feingliedrig und vital. Die Tannine sind da und etwas trocken. Viel Merlot Süße. Dadurch etwas untypisch. Ein Wein der reifen kann, aber nicht wirklich spektakulär ist.

Feytit-Clinet

92-93+

Reif und pflaumig. Geniales röstiges Holz. Große Finesse und echte Tiefe. Wieder auf sehr hohem Niveau mit tollem Terroircharakter. Bleibt sehr lange, elegant, würzig und kraftvoll. Top.

Fombrauge

90-91

Sehr fruchtiger intensiver Duft. Üppig, schokoladig, fast cremig. Süß und sehr weich. Eine attraktive Probe. Eveybody's Darling.

Fonreaud

86-88+

Wieder einmal eines der Highlights unter den Kleinen. Wirklich gut. Ein ehrlicher Wein, ohne Übertreibungen, mit griffigem Charakter und richtig guter Fruchttiefe. Sollte man machen.

Fonroque

90-92

Typisch rustikaler und würziger Duft. Diskretes ätherisches Holz. Am Gaumen frisch und präzise mit erstaunlicher Frucktsüße und straffen, dabei sehr feinen Tanninen. Toller intensiver Nachgeschmack. Top!

Fourcas-Dupré

84-86

Recht belangloser, kirschig-teeiger Duft ohne Tiefe. Am Gaumen klar und Frisch. Recht leicht und trinkfreudig trotz seiner markant in Erscheining tretenden Tannine im Nachhall. 

Fourcas-Hosten

83-85

Wirkt leicht und rustikal. Ordentlich.

Franc-Mayne

91-92

Viel dunkles Holz. Kaffee. Torf? Perfekt eingesetzte Süße bei deutlicher Extraktion und ordentlich Tannin von sehr guter Qualität. Besitzt Substanz und Länge. 

Gaffelière

93-94

Wahnsinnig attraktives edel, getoastetes Bukett. Tiefe Frucht mit schokoladiger Reife. Ein druckvoller Gaffeliere mit allem was es braucht. Vital, intensiv, vollmundig, delikat und lang. Groß!

La Garde blanc

89-91

Typischer Traubenzuckerduft. Fantastische Holzwürze auf sehr hohem Niveau. Schlank und sehr präzise. Ein Klassiker. 

Garde, La

86-88+

Bananenschalen?, Sehr eigenwilliges etwas derangiertes Bukett. Bessert sich an der Luft und offenbart dann eine ansprechende Tiefe. Etwas Liebstöckel-Tannin am Gaumen. Sicher wie immer etwas rustikal, aber mit gutem Potenzial versehen. Das wird ein klassischer La Garde, der etwas Zeit braucht. Wirkt sehr trocken nach. Hat Charakter.

Gay, Le

92-93

Fleischiger Duft. C.F. Süßes Holz. Pflaumenkompott. Das beste aus dem Jahrgang gemacht. Das ist delikater Pomerol. Dekadent und mit weiterem Potenzial. Geile Säure. Kraftvolle Länge. Sicher kein ganz Großer.

Gazin

92-93

Eigenwilliger Duft. Weniger fruchtig, denn erdig. Trüffel. Waldboden. Hat sehr gute Substanz bei mittlerer Statur und markant würziger Frucht. Die Länge ist da. Kein Blockbuster. Hier geht es um Feinheit und Terroir.

Giscours

91-93+

Etwas rustikal duftend, fast St. Estephe like. Wirkt stark vorgeschwefelt. Guter schokoladiger Toast. Am Gaumen kompakt und frisch mit Tiefe und ausreichend Druck. Wird sich gut im Faß entwickeln können. Trotzdem nicht auf dem Niveau der Vorjahre, aber sicher ein Erfolg.

Glana, du

87-89

Süß und modern. Rotbeerig. Eine runde süffige Geschichte mit Merlot-Charme. Wenn der Preis stimmt: kaufen.

Gloria

89-91+

Super Saft mit guter Substanz und Klarheit. Hat Fleisch Intensität und Länge. Nicht wirklich fein, aber mit griffigem Charakter. Dunkler Toast. Der Wein stimmt vollkommen, wenn der Preis stimmt.

Grands-Chênes

87-88

Dunkelbeeriger reifer Duft mit passender süßer Toastwürze. Merklich extrahiert. Der Alkohol tritt etwas zu sehr in Erscheinung. Ambitioniert gemacht, die Tannine werden Zeit brauchen. Besitz Substanz und Länge.

Grand Pontet

87-89?

Laktisch. Wenig Liebreiz im Duft, da noch sehr jung. Transparent und frisch. Es fehlt etwas an Reife und Druck. Aufgelöst und recht eindimensional.

Grand-Mayne

91-93+

Modern und röstig. Druckvoll und vollmundig intensiv. Wieder ein echter Blockbuster, aber einer mit großer Finesse und Rückgrat. Feine Süße, würzige Tannine. Lang.

Grand-Puy-Ducasse

86-88

Weich, reif und süffig. Da kommt Trinkfluss auf. Gehört mit seiner saftigen Brombeerfrucht zu den gefälligeren Jahren dieses Gutes. Dabei jedoch zu leicht.

Grand-Puy-Lacoste

91-93+

Wie immer mit dem Zeug zum Klassiker. Jodige Frische. Zeder. Hat Druck und tolle Fruchttiefe. Bleibt fein und strukturiert bis ins lange Finish.

Gruaud-Larose

90-92

Ganz kühl und distinguiert ohne unreif zu wirken. Nimmt richtig Fahrt auf und überzeugt mit seiner vitalen Ader. Sicher kein Finessemonster, aber ein sturer Charakterkopf.

Guiraud

94-96+

Sehr würzig mit viel Honig. Tannennadeln. Genial! Kompletter Wein. Nahe an der Perfektion! Kaufen!

Gurgue, La

83-85

Es fehlt schon im Duft etwas an Reife. Ordentlicher Saft. Etwas dünn.

Haut-Bages-Libéral

90-92+

Aus der komplett neuen Flasche mit toller Frische. Der Saft ist intensiv und dunkelbeerig. Reife ist da, wenn auch eher am unteren Ende. Deahalb wie immer ein eher leichter delikater Pauillac. Ein wirklich gelungener Wein mit dem Zeug zum Klassiker.

Haut-Brion

93-95

Wie immer mit großer Eleganz und messerscharfen, hochfeinen Tanninen ausgestattet, die am Gaumen haften bleiben und zusamnen mit einer präzisen Säureader rassig nachwirken. Trägt keinen unnötigen Ballast mit sich herum. Pur, fein und durchgängig straff. Sicher ganz hervorragend aber aus meiner Sicht nicht ganz groß.

Haut Brisson

90-91

Opak. Duftet typisch nach reifen Kirschen und Milchschoki. Erstaunlich schlank und frisch mit toller Präsenz der knackigen Frucht. Tannine sind einprägsam aber passend und sehr fein. Ein schöner Erfolg.

Haut-Brion blanc

93-95

Ein animierender, straffer Charakter mit hochfeiner, nussiger Duftigkeit. Kühl und würzig. Bleibt sehr lange nach, ohne von seiner geradlinigen, kühlen Ader auch nur einen Millimeter abzuweichen. Feiner extraktsüßer Kern. Top.

Haut-Marbuzet

85-87

Veritabler Stinker. Oxidativ. Noch sehr hefig und wenig präsent. Erstaunlich mild. Wirkt recht leicht. Hat aber Trinkfluss.

Issan

90-92

Sehr feines Parfüm. Zum Einschmieren auffordernd. Wo ist der Zerstäuber? Feinste Cassis und Brombeeraromen. Am Gaumen doch sehr verschlossen und leicht grün. Die Tannine bleiben stehen. Das macht zwar Spaß, hat auch Potenzial. Trotzdem erscheint die Substanz nicht ausreichend für einen großen Wein. Abwarten.

Kirwan

88-90

Viel Cassis. Etwas derangiertes Muster. Heidelbeerkompott. Hat viel Süße und etwas matschigen Saft. Schwer zu bewerten, aber sicher nichts Großes.

Labegorce

90-92

Sehr duftig und typisch floral. Im Geschmack etwas vom Neuholz drangsaliert. Wird sich aber locker integrieren. Die Ambitionen gehen weiter. Der Alkohol scheint noch etwas durch, die Substanz ist jedoch voll da. Wieder ein beachtlicher Wein mit schöner süßer Fülle im Nachhall.

Lafite-Rothschild

92-94++?

Hat Zug und Finesse, für die ganz großen Weihen fehlt es aber zum jetzigen Zeitpunkt an Präsenz. Zeigt würzige Einschläge. Irgendwie abwesend. Wo wird das hingehen? Schwer zu sagen. Ganz groß ist das aus meiner Sicht nicht. Und ständig spukt der geniale 2016er im Hinterkopf. Hier muss der Preis stimmen. Abwarten.

Lafon-Rochet

90-92+

Wieder superelegant. Erinnert an 2014 in konzentrierterer Form. Rote Beeren, puritische Ader. Feine rauchige Röstung. Ein schnörkelloser St. Estephe mit echter Klasse. Geradlinig und frisch mit sehr milden, präzisen Tanninen. Wirkt fast schon burgundisch. Entwickelt dabei ausreichend Kraft und eine sehr gute Länge. 

Lagrange

89-91

Zarter Duft mit schöner Klarheit. Im Geschmack fein und schlank. Sehr schöne Frische. Sicher kein Blockbuster, aber einfach ein guter St. Julien mit toller Balance und feinem Trinkspaß.

Lagune, La

88-90

Feines röstiges Kaffee-Holz, das deutlich in den Vordergrund tritt, aber nicht überzogen wirkt. Eher mittelgewichtig und mit Feinheiten ausgestattet. Für einen Wein seiner Klasse ist er jedoch etwas zu einfach. 

Lanessan

85-87

Feiner, eher zurückhaltender Duft mit schöner Kirscharomatik. Sehr gut eingebundene Tannine bei leichtem bis mittlerem Körper. Sicher kein Spektakel, aber in seiner Frische und Ausgewogenheit recht attraktiv.

Langoa Barton

90-92

Right-in-your-face Lakritze wie immer. Rauchiger Toast, perfekt gewählt. Prägnant und gerade aus, geiler Saft, blutiges Tannin, wie immer ohne Fehl und Tadel. Sicher über dem Niveau von 2014. Tolle salzig Länge. 

Larcis Ducasse

93-95+

Ich liebe diese seidige Eleganz!. Man kann ihn leicht unterschätzen, denn er ist ein recht leiser Vertreter. Aber soviel Tiefe und Balance haben nur wenige Weine in diesem Jahrgang. Wenn der Preis stimmt eines der Must-Have.

Larrivet Haut Brion rouge

89-91+

Ein wirklich delikater Larrivet mit Finesse, Klarheit und Frische. Dunkle Frucht, feine Ätherik. Mittelgewichtig, mit feiner Fruchtsüße und schöner Länge. Muss man einfach mögen.

Lascombes

89-91

In der Nase eine reife Geschichte mit ordentlich Substsanz durch intensive Extraktion. Recht breit und auch etwas alkoholisch. Seine tiefe dunkle Frucht ist jedoch mega-gefällig. Frische und Feinheit der Gerbstoffe ist da. Ein Margaux für jedermann.

Latour-Martillac

89-91

Kühl frisch, aber am unteren Ende der Reife. Hat dabei jedoch erstaunliche Substanz. Ein Baby auf dem Weg, wird wie immer nicht zu den ganz feinen gehören, trotzdem ist das gut gemacht.

Latour-Martillac blanc

90-92+

 Dezent würzig. Sehr, sehr fein. Perfekt akzentuierte Säure. Hat ordenlich Biß. Das wird gut! S.B. Charakter.

Léoville-Barton

93-95

Jetzt schon mit beeindruckender Tiefe. Geniales ätherisches Holz. Das ist Saint- Julien in Reinform. Handfest mit exzellentem Potenzial. Druckvoll ohne Ende. Dabei mehr als präzise. Superdunkle Frucht. Ein wirklich großer Wurf mit mittlerem Gewicht, toller Fruchtintensität und intensiver Länge. Straff und präzise. Geht von vorne bis hinten durch. Extrem lang. Top!

Léoville-Poyferré

92-94

Wie immer lakritzig ohne Ende. Veilchen. CF und PV setzen sich durch und schaffen einen herbfrischen, delikaten Charakter. Druck ist mehr als ausreichend. Ein kühler Poyferre mit kompakter Frischader. Beeindruckend gut.

Lilian Ladouys

87-89?

Total derangiertes, sehr unruhiges Faßmuster. Tee! Rote Beeren. Orangenschalen, das ist typisch Man fühlt erst am Gaumen, die Kraft die er hat. Sehr würzige Hefearomatik. Das ist schwer zu beurteilen. 50:50 Wette.

Lusseau

88-90

Noch reduktiv. Eher mittelgewichtig mit klarer Kirscharomatik und herhaften Tanninen. Endet etwas kurz. Ordentlich gelungen.

Lynch-Bages

92-93+

Süßes Holz, Orangenzesten und Minze. Klassischer Lynch Bages. Fein und konzentriert. Zeigt sich sehr zugänglich, was die Frage aufwirft, ob das auch ein großer Lynch Bages ist. Defintiv aber einer für den früheren Genuß.

Lynch-Moussas

90-92+

Sehr feiner Duft mit toller Tiefe. Am Gaumen außergewöhnlich saftig, reif und süß. Ein Highlight des Jahres. Hier entsteht ein wirklich zuverlässiger Wein mit attraktiver Feinheit.

Malartic Lagravière blanc

92-94+

Sehr würzig. Die S.B. springt einen förmlich an. Top Grip und Frische. Das ist auf der Schwelle zu animierender Delikatesse. Wo ist das Holz?, Die Malo ist definitiv noch nicht ganz durch. Abwarten. Hat Biß ohne Ende. Tolles Potenzial.

Malartic Lagravière rouge

90-92+

Würzig und sehr verschlossen. Hat Druck direkt im Auftakt, der sich kühl bis ins Finish durchzieht. Saftig durch und durch. Allein es fehlt noch an Liebreiz. Wird Zeit brauchen. Sein kraftvoller Nachhall verspricht Gutes.

Malescot-St.-Exupèry

92-94

Sehr feiner, tiefsinniger Duft mit röstigen Einschlägen. Cassis und Blaubeere. Ein absolutes Highlight der Appellation. Geniale Frische und subtile Frucht. Dunkle Beeren. Bleibt immer elegant. Die Tannine benötigen weitere Reife im Faß, einem gelungenen Wein steht aber nichts im Wege. Das wird richtig gut, weil die Vitalität fast zur Wildheit tendiert und die Faßprobe alle Kultiviertheit die das Haus sonst immer an den Tag legt vollkommen aufgibt. Anhaltender Veilchenduft im leeren Glas.

Margaux

94-96+

Wieder ein beeindruckender Wurf. Thibault Pontallier bezeichnet den Jahrgang als sehr gut, aber nicht groß. Darüber möchte man nicht streiten, trotzdem steckt darin fast zu viel Understatement, denn Margaux ist in diesem Jahrgang in seiner Finesse und Vitalität wieder herausragend. 89 % Cabernet Sauvignon in der Cuvée, wahnsinnig duftig, feinste Nuancen von dunklen und roten Beeren, florale Nuancen, kleidet den ganzen Mund aus, ist gleichzeit feingliedrig und ausgesprochen konzentriert. Wer die schwerelose Frische der Appellation in Kombination mit schier endlos wirkenden subtilem Druck sucht, wird hier fündig. Margaux gehört ganz sicher die Gegenwart und die Zukunft, wenn man weiter auf diesem Niveau arbeitet, denn dieses Terroir ist einzigartig!

Marquis d´Alesme Becker

91-93

Toller Cabernetcharakter. Wahnsinnig roh. Viel neues Holz. Das ist im Moment komplett überlagert. Die Malo scheint auch durch. Hat Substanz. Sicher kein feiner Margaux, aber ein sehr kraftvoller. Tannine sind von der Extraktion eher hoch, aber absolut passend. Top!

Marquis de Terme

88-90

Holzwürziger Duft mit puristischem Kern. Sicher wieder etwas rustikal, aber sensibel extrahiert. Die Tannine sind etwas rustikal und brauchen Zeit. Die Substanz ist jedoch da und ich vermute, dass sich das alles fügen wird.

Marsau

87-89

Beim zweiten Verkosten besser als beim ersten. Würzig rustikal. Ein in sich geschlossener Marsau mit Pikanterie und weniger Neuholz als in den Jahren zuvor. Anhaltend und stimmig.

Maucaillou

82-84

Tee. Recht zurückhaltend. Im Geschmack offenbart er Unreife und fehlende Substanz. Ohne jegliche Attraktion.

Meyney

89-91

Sehr würzig und typisch St.Estèphe. Perfekt extrahiert. Löst Schluckreflexe aus. Das ist ein Highlight der Appellatiion, wenn es um Typizität gibt.  Delikat und mit toller Länge. Dabei von mittlerem Gewicht. Benötigt weiteres Faßlager. Dürfte den 2014er übertreffen. Wird vielleicht nicht hoch bewertet werden, weil zu leicht, ist aber wirklich gut. 

Mission Haut-Brion

93-94+

Sicher stimmen hier Fruchttiefe von , Finesse und auch das ätherische Holz ist großartig. Indes: Man würde sich doch etwas mehr Druck wünschen. Vielleicht wird er im Faß noch weiter aufbauen. 

Mission Haut-Brion blanc

94-96+

Hier verbirgt sich tolles Potenzial. Gebündelte Mineralität, die salzig nachhalt. Äußerst delikat und animierend. Strahlend frisch. Vielschichtig und von vorne bis in den langen Nachhall straff gewirkt. Ein emotionales Erlebnis für den Verkoster.

Monbousquet

86-88+?

Stinkt geradezu reduktiv. Wirkt in sich geschlossen und recht konzentriert. Die grünen Tannine sind jedoch noch zu prägnant. Ein wirklich kleiner Monbousquet. Das Faßmuster ist jedoch fragwürdig.

Monbrison

86-88+

Sehr vordergründig und aufällig duftig. Holz ist noch laut, aber irgendwie passend. Saft und Süße im Überfluß. Es fehlt aber wie immer an Substanz. Dafür ist das weich, süffig und unkompliziert, sprich Einsteigertauglich.

Mouton-Rothschild

94-95+

In diesem Jahr ein geradezu asketischer Mouton, der nicht mit der gewohnten Opulenz  punktet, sondern mit straff formulierter puristischer Frucht aufwartet. Ist noch sehr verschlossen und kühl, an der Luft dringt dann seine intensive dunkle Frucht immer mehr durch. Griffige Tannine. Bleibt immer fokussiert und klar, bis in den langen Nachhall. Sicher wieder ein sehr gelungener Mouton mit tollem Cabernetcharakter. Wenn man jedoch betrachtet, wie nahe der Clerc Milon aus dem selben Haus an ihn heranreicht, wäre meine Wahl in diesem Jahr klar.

Nenin

90-92+

Perfekt vinifiziert. Eisen, ganz klar. Elegant und frisch. Auf den Punkt gebracht. Röstiges Holz von hoher Feinheit. Recht viel frische Kirsche. Ähnelt  2014, wird aber sicher noch weiter ausbauen und zu einem sehr feinen Pomerol werden. Wie immer noch etwas verschlossen.

Ormes de Pez, Les

89-91+

Wenn das so gefüllt würde, wäre der Wein ein echter Hammer! Das steht jedoch zu bezweifeln, dafür ist er schier zu gut. Super Konzentration. Hedonistisch ohne Ende. Bleibt weich und lang. Sexy! Eine Wette wert?

Paloumey

83-85

Würziges Holz, dass noch im Vordergrund steht. Erdige Noten. Vollmundiger Gaumen mit milder, etwas matschiger Frucht. Rauhe Tannine. Es fehlt an Charme und Balance.

Pape-Clément Blanc

93-94+

Üppiger Duft mit reifer Aromatik. Recht mild und zugänglich am Gaumen. Tolle Würze und Intensität. Bleibt sehr lange mit schöner Frische und vitaler Ader.

Pape-Clément Rouge

92-94

Noch sehr roh. Hat kaum Holz absorbiert. Druckvoll und griffig. Das ist auf Top-Niveau des Jahres. Tabak und Schmelz ohne Ende. Der Liebreiz hält sich in Grenzen im Moment. Aber man kann etwas erwarten!

Pavie-Decesse

90-92+?

Wie immer absolut beindruckend in der Nase. Tiefe reife Frucht.  Am Gaumen dann erstaunlich kompakt, supersaftig und frisch, mit vielleicht etwas zu grünen Tanninen. Die Extraktion ist wie immer sehr hoch. Süße ist da, aber noch keine Finesse. Bleibt abzuwarten, ob er die Kurve bekommt.

Pavie-Macquin

92-93++

Weich und saftig. Präzise gearbeitet. Macht Spaß. Sehr weich und konzentriert. Tiefdunkle Frucht mit schokoladigen Tanninen. Könnte vielleicht etwas mehr Finesse haben. Auch wirkt die Reife für diesen Wein eher am unteren Ende angesiedelt zu sein, was aber nicht stört, sondern Erwartungen an die Fasslagerung weckt. Man darf gespannt sein.

Pavillon Rouge du Château Margaux

92-93+

Seitdem die Cuvée sich dank höherem Cabernet Sauvignon Anteil an den Grand Vin annähert, ist der Pavillon eine echte Alternative, denn hier bekommt man einen charakterstarken Wein mit attraktiver Weichheit und Finesse, voller Harmonie und delikatem Charakter, der für sich alleine steht. Andere wären mehr als froh das als Grand Vin im Keller zu haben. Die Tannine sind seidig, die Tiefe der Frucht bereitet viel Trinkfreude. Ein Schmeichler, aber einer mit Tiefgang. Sehr zu empfehlen!

Pédesclaux

90-92+

Modern aber genial. An diesem Wein stimmt Vieles. Eindeutiger Pauillac Charakter. In dieser Klarheit vielleicht zum ersten Mal überhaupt. Vor allem seine Frische beeindruckt, bei saftiger Frucht und perfekt eingebundenen Gerbstoffen. Eher reduktiv,  steht hier noch einiges an Entwicklung im Raum. Deutlich über dem Niveau von 2014. Zeder im Nachhall. Habe ich sehr moderat gepunktet. 

Petit Cheval de Cheval Blanc

90-91

In Anbetracht des Preises heuer keine Empfehlung. Irgendwie fehlt es an Reife und Substanz, auch wenn das auf hohem Niveau gemeckert ist. Trotzdem: Ich gehe mit Quinault L'Enclos in diesem Jahr, der bietet mehr Wein fürs Geld und trägt die Gene des Hauses in sich. 

Petit Lion de Leoville las Cases

88-90

Zeigt viel südwestliche Frische und Cabernet Charakter. Durchaus sehr fein. Bleistift, fast Lakritze. Ein leichter Wein mit Frische und Süffigkeit. Geile Frucht. Leider dafür zu teuer.

Petit Mouton

91-93

In keinem Fall besser als Clerc Milon. Zeigt Terroircharakter. Delikate Frische und straffes Tannin. Einladend und lang. Der Preis ist zu hoch.

Petit-Bocq, Le

84-86+

Moderner Duft mit typisch röstigem und würzigem Charakter (Piment, Nelke) Ganz gerade aus am Gaumen, dabei eher simpel in der Frucht. Die Tannine sind kantig. Am Ende des Tages feht es an Substanz

Petit-Village

91-92

Hier geht es weiter bergauf. Distinguierter Duft mit feiner Würze. Sicher kein Schwergewicht, eher das Gegenteil. Dabei jedoch durchgängig feinsaftig, pur und präzise. Sehr schöne Länge. Für Liebhaber des eleganten Pomerol-Stils.

Pez, de

88-90

Röstig und nach Orangenschalen duftend. Sehr typisch. Supersaftiger, nicht zu sperriger Typ. Kraft ist da, Alkohol wärmt etwas. Nicht schlecht. Der Preis ist die Frage.

Phélan-Ségur

89-91+

Wie immer eine Bank. Fein, mit toller Frische und eleganter Ader. Geniales ätherisches Holz. Lebt von seiner prägnanten Fruchtintensität. Sehr fein. Die Tannine benötigen weiters Faßlager. Das sollte aber gelingen. 

Pichon-Longueville Baron

93-95+

Kraftvoll ohne Ende. Dabei von großer Struktur und fantastischer Fruchttiefe. Sicher einer der ganz großen Weine des Jahrgangs der in seiner titanischen Art dem 2015er in nichts nachstehen wird.

Pichon-Longueville Comtesse de Lalande

91-93+?

Funky, erdig und sehr reserviert. Wirkt etwas krautig im direkten Vergleich mit Baron, zeigt noch nicht die Feinheiten früherer Jahre. Vielleicht kann er sich noch weiterentwickeln, aber die Größe von Baron wird er aus meiner Sicht nicht erreichen.

Pontet-Canet

93-94++

Die Auswirkungen der Biodynamie bewegen den Wein unaufhaltsam in Richtung Finesse. Wieder enorm eigenständig. Dunkler Beerenreigen. Dezente jodige Eindrücke. Eine geniale Kombination. Pur und raffiniert mit Mut zur Frische. Baut am Gaumen unmittelbar Fahrt auf und besitzt rasanten Trinkfluss. Im langen Nachgeschmack voller Delikatesse. Ein unmittelbar packender Pontet Canet, der die Cabernet Sauvignon Art des Jahrgangs perfekt reflektiert. Eine Gefahr für den professionellen Verkoster: Der unversehends eintretende Schluckreflex lässt sich nur schwer unterdrücken. Wird 2014 und 2015 ernste Konkurrenz machen. 

Potensac

88-90+

Sehr feines Bukett mit rotbeeriger Frucht und feiner Würze. Am Gaumen präzise gestrickt, mit delikater Frucht. Frisch, schlank und präzise, dabei von sehr schöner Nachhaltigkeit und lakritzigrer Tanninstruktur. Fast schon raffiniert.

Poujeaux

89-91

Intensive Frucht mit toller Tiefe. Edle Toastwürze. Hat Fleisch und Textur. Das ist beeindruckend. Wenn er so gefüllt wird ist er absolut top. Das ist eine Wette wert.

Prieuré-Lichine

90-92+

Sehr feiner Duft mit großer Typizität. Roter-Beeren-Crunch mit feiner Fliedernote. Sehr fein und präzise gefügt. Aus verschiedenen Gemeinden, das war ein Vorteil. CS ist ungewöhnlich hoch.

Prieure, Le

90-91+

Sehr dunkle Frucht mit süßer Toastwürze. Vollmundiger Saft mit weichem, süßen Kern. Attraktive Fülle und sehr präzise Gerbstoffe. Eher spät gelesen, aber mit passender Frische. Überraschend gut.

Quinault-l'Enclos

90-92

Wirklich gelungen. Die Gene von Cheval blanc übertragen sich immer mehr auf diesen Zweitbesitz und die Qualität steigt rasant. Gefällt mir besser als Petit Cheval. Sicher mit einem Hauch von Rustikalität ausgestattet, jedoch ein wirklich schöner Cabernet Charakter mit Substanz und Trinkfluss. 

Rahoul blanc

88-90

Sehr ansprechend und klar. Gelungene Hefewürze. Konzentrierter Gaumen mit guter Substanz. Säure ist perfekt eingebunden. Macht Spaß. Würziger Gerbstoff. Hat Substanz und Länge.

Rauzan-Segla

93-95+

Rauzan rocks: Superintensives Bukett mit Veilchen, Blaubeeren und Brombeeren. Mehr Margaux geht nicht. Kompakter als erwartet, zugleich wieder ausgesprochen detailiert.. Sehr fein,  verspielt, alles folgt immer der fantastischen Säure. Verführerische  Süße und Weichheit. Extrem gut!

Rouget

86-88

Eingekocht auf der einen Seite, auf der anderen Seite etwas grün. Ordentlich aber unausgewogen. Hinterlässt ein Fragezeichen.

Saint Pierre

91-93++

Wahnsinnig markanter Toast mit toller Balance zwischen Würze und Ätherik. Süße reife Beeren. Süßkirsche. Kompakt. Mit toller Saftigkeit. Wie immer ein Highlight. Große Kraft, würzige Tannine, es fehlt nicht an Eleganz. Dieser Wein wird im Faß stark ausbauen. Absolut empfehlenswert.

Saintayme

87-89

Wirkt milchig im Duft. Dunkler Toast. Am Gaumen mit deutlicher Extraktion und markanten Tanninen. Es fehlt ihm etwas an Liebreiz und substanzieller Opulenz. Der Alkohol tritt im Nachhall deshalb etwas stark in Erscheinung. Ein Blockbuster.

Siran

90-92

Fantastisches Margaux-Bukett. Sehr elegant, aber mit der gewohnten Griffigkeit. Eher dezent extrahiert, dadurch wirkt er frisch und vital. Sicher kein ganz großes Jahr für Siran, aber ein weiterer Schritt in Richtung der neuen hohen Qualität des Weingutes. Wird niemanden enttäuschen und vielleicht baut er noch weiter aus.

Sociando-Mallet

88-90

Typischer Duft mit schöner Meersaumnote. Auf der Cabernetseite. Lakritze und Bleistift. Kompakt. Er zeigt sich eher verschlossen aber von guter Substanz. Sicher kein großes Jahr für Sociando, eher ein klassischer Wein mit Frische und Delikatesse. Im Nachhall erscheint Süße. Sehr straff und klar.

Soutard

88-89

Wirkt etwas rustikal und recht undifferenziert in der Frucht. Dabei am Gaumen weich und eine Spur zu breit. Irgendwie fehlt Spannung.

Talbot

89-91

Noch unruhig. Mit guter Substanz und guter Reife. Da ist jetzt die Frage, wie das zusammen kommt. Wirkt jedoch wie immer etwas zu technisch und dadurch tendenziell identitätslos. Gute Länge. Ein Crowdpleaser.

Tertre, Du

85-87

Ausgesprochen floral und blaubeerig. Schokoladige Toastwürze. Kompakter Gaumen mit Klarheit und Frische. Die Tannine drängen sich auf. Es fehlt an Substanz und Eleganz. Enttäuschend.

Tour Blanche, La

92-94

Sehr klar. Erinnert an BA aus Deutschland. Druckvoll und balanciert. Tolle Würze. Alkohol scheint noch etwas durch. Etwas grüne Banane. Trotzdem ausgezeichnet.

Tour Carnet

88-90+

Sehr verhalten im Duft. Dann viel süßes Holz. Die Merlot kommt üppig durch. Die Tannine treten dann etwas grob in Erscheinung, aber er ist schon sehr gelungen extrahiert und gehört zu den Spitzen der Appellation. Insgesamt besteht das Potenzial zu weiterer Verfeinerung. Gute Länge.

Tour de Bessan, La

83-85

Einfacher Wein mit fehlender Reife. Delikat und frisch, nicht mehr.

Tour de Pez

83-85

Etwas krautiger Duft mit roter Frucht. Leichtgewichtig, dabei recht delikat und mit mildem Kern. Es fehlt schlicht etwas an Reife und Substanz.

Tour Figeac

88-90+

Oxidatives Muster. Das ist hier nicht ungewöhnlich. Meistens legt der Wein bis in die Flasche noch deutlich zu. Hat Substanz und Kraft bei noch unausgewogenem Tannin. Abwarten.

Tour Saint Christophe

91-93

Eindeutig modern mit üppiger Frucht und dunkler, schokoldiger Toastung. Vielleicht nicht ganz auf dem Niveau von 2015, aber von toller Konzentration und packender Frische. Das ist ein Must-Have. Viel feines Tannin im sehr langen Nachhall.

Troplong-Mondot

92-93+

Ein noch sehr junger und kompakter Troplong, der nicht alles preisgeben mag. Die Extraktion ist perfekt gelungen, die Tannine sind sehr präsent, dabei von hochfeiner Textur. Wird sicher in der Faßreifung noch zulegen, 2017 gehört aber nicht zu den ganz großen Vertretern dieses Châteaus.

Valandraud

92-93+

Ein Monster! Voluminöser Frucht und starke Extraktion. Dunkelste Röstung. Wie immer auf zweifellos hohem Niveau. Kraftvoll, mit saftigen Tanninn. Dunkelbeerig und rauchig nachhallend. Für Überseeliebhaber.

Vieux-Château-Certan

96-97

Einer der Weine des Jahrgangs. Nicht überbordend, sondern intellektuell. Großer Tiefe, vielschichtige dunkle Frucht und eindringliche mineralische Ader. Verfügt über Raffinesse, wie kaum ein anderer Wein, den es zu verkosten gab. Würde mich nicht wundern, wenn er irgendwann als einer der ganz großen Vieux Chateau in die Annalen einginge. Ewig lang. Ein Wein für Kenner. Klassisch durch und durch.

Villemaurine

90-91

Intensive dunkle Frucht. Eher verschlossen am Gaumen. Druck ist da, wirkt aber eher einfach am Gaumen. Trotzdem attraktiv. Bleibt füllig nach.

Vray Croix de Gay

88-90

Ist einerseits etwas grün, aber dann auch sehr klar. Sicher (noch) kein Hedonist aber auf dem Punkt. Muss man abwarten, wie er sich entwickelt. Etwas leicht und zu bitter im Nachgeschmack. Abwarten

 

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