Houston, wir haben einen Korkschmecker

unter VerKorkst

Es muss schon erstaunen, dass der Wein später dran ist als die Kartoffel. Es geht natürlich – wie könnte es anders sein – um den Space Race, den Wettlauf zum Mars. Die NASA hat Anfang Mai aufgerufen, Vorschläge einzureichen, um auf dem Mars das Leben für eventuelle Kolonisten zu ermöglichen. Als erstes landwirtschaftliches Projekt hat das Centro Internacional de la Papa (Internationales Kartoffelzentrum) vorgeschlagen, Kartoffeln auf dem roten Planeten anzubauen. Das soll nun in einem Modellversuch in Peru getestet werden.

Das konnten Weinliebhaber kaum auf sich sitzen lassen, wer weiß, am Ende ist der erste marsianische Vollrausch auf Kartoffelschnaps zurückzuführen. Deswegen hat sich in Georgien eine Gruppe aus Raumfahrtwissenschaftlern und Winzern zusammengefunden, um die geeigneteste Rebsorte für den Mars zu finden. Der Modellversuch findet in diesem Fall offenbar in einem Hotel in Tiflis statt. Leider war nicht herauszufinden, inwiefern sich das Hotel Stamba besonders dafür eignet, die Bedingungen auf einem lebensfeindlichen Himmelskörper zu simulieren.

Roter Planet – roter Wein, denkt man, und möchte schon Wetten auf Marselan abschließen, denn was läge näher? Aber da spricht doch etwas gegen: wenn sich jemand mit Weinbau an einem roten Hang auskennt, dann sind es ja wohl die Winzer aus Nierstein. Wir lehnen uns also hiermit aus dem Fenster: das erste extraterrestrische Cru wird der Rote Hang vom Olympus Mons, trockener Riesling von ausgewählten Lagen bekommt das Prädikat GGG (Galaktisches Großes Gewächs).

Ein kleiner Schritt für einen Rebstock, aber ein großer Schritt für den Wein.