Eine Reise ins Piemont

unter Weinbrevier

Berge und Hügel, im Westen bilden die Cottischen Alpen eine Barriere nach Frankreich, im Norden schwingen sich die Alpen mit dem Monte Rosa als höchste Erhebung des Piemonts bis auf 4.600 Meter auf, im Süden und Osten sind die Ausläufer des Apennins steil und schroff, und in der Mitte liegen die endlos scheinenden Hügel der Langhe. 

Nur in der Po-Ebene von Cuneo, über Turin bis Novara, ist das Piemont eher flach. Das Land ist nicht, wie der Name es suggeriert, das Land am Fuße der Berge, es ist ein Land der Berge. Und doch wird fast überall im Piemont Wein angebaut. In den abgelegenen Tälern der Cottischen Alpen hat man es versucht und in den Ebenen, die Hügel von Asti haben einem Getränk, das viele nicht mehr wirklich als Wein bezeichnen würden, seinen Namen gegeben, in Novara wächst er in Sichtweite der Reisfelder; und bei Domodossola, direkt am Fuße des Alpenhauptkamms – wenn auch nur noch auf knapp zwei Hektar. Sicherlich am bekanntesten sind neben dem verrufenen Asti Spumante die Spitzenweine aus dem Herzen der Langhe, Barolo und Barbaresco. Wein ist omnipräsent im Land, kein Wunder, dass hier der Genuss so eine große Rolle spielt. Zu der Vielfalt der Weine gesellen sich die landwirtschaftlichen Produkte aus der Ebene, die Käse von den Almen und nicht zuletzt die berühmten Trüffel, die man rund um Alba findet. „Wir haben eine Kultur und einen Tourismus entwickelt, die auf Genuss basieren“, meint Silvia Altare vom Weingut Elio Altare, „und wir leben nicht schlecht damit.“ Das ist doch Grund genug diese Region und die Genussschöpfer in ihr zu besuchen.


UNSERE TIPPS IM PIEMONT 

Wenn Sie in Rochetta Tanaro Internet und Espresso brauchen, klar die Bar delle amici. Sehr italienisch. Auf der Piazza um die Ecke gibt es eine sehr gute Weinbar, aber die Top-Adresse ist natürlich die Trattoria I Bologna (Achtung, sieht man von außen kaum). 

Hier werden die Nudeln alle selber und ganz frisch gemacht. Tolle Weinkarte, mit begehbarem Weinkeller und wenigen, aber schönen Zimmern direkt im Hinterhaus. Das Auto lässt man nämlich besser stehen. Sonst kann man natürlich auch bei der Marchesa Barbara (siehe Braida di Giacomo Bologna) wohnen, ein Agritourisme mitten im Ort.

Für eine Tour in die Langhe ist Alba der beste Ausgangspunkt, wobei man natürlich auch in Neive, Barbaresco oder Barolo gute Unterkünfte findet. Am besten man arbeitet sich langsam durch die Orte und die Trattorien, alleine in der direkten Umgebung von Alba gibt es 23 Restaurants mit einem Eintrag im Michelin und das sind nicht einmal alle empfehlenswerten. In Alba selber setzt man sich am besten für einen Start-Bollecine auf die Piazza Michele Ferrero oder mittendrin im Trubel vor das Vincafé. Wer es etwas ruhiger mag findet was in den Seitengassen oder auf dem Domplatz, da empfiehlt sich die moderne Ape Wine Bar mit einer tollen Sektkarte. Top-Restaurants gibt es im Zentrum von Alba weniger, aber viele zuverlässige Adressen. In wenigen Führern verzeichnet ist das Dulcis Vitis, am Rande der Altstadt. Bruno Cingolani ist eine Mischung aus Chef und Alleinunterhalter, am besten fragt man gar nicht nach der Speisekarte, sondern danach was Bruno heute empfiehlt. In Treise, ca. fünf Kilometer vor Alba, ist das La Ciau del Tornavente die Empfehlung (1 Stern). Unser Top Tipp ist das Il Centro in Prioccia, großartige Küche ohne jeden Schnörkel, wunderbarer Service, ein Familienbetrieb, der mit viel Liebe geführt wird und etwas abseits des amerikanischen Lonely Planet Tourismus liegt. Demnächst soll es auch Zimmer geben, was gut ist, denn der Weinkeller ist extrem verführerisch bestückt. In Neive muss man natürlich das L’Aromatario besuchen. Die Chefin Beatrice kocht vieles noch nach den Rezepten ihrer Oma. Alle Teigwaren werden frisch und im Haus von Hand gemacht. Vielleicht trinken Sie mit dem Sommelier dann auch mal eine Flasche seines privaten Vorrats an Weinen aus dem Jura. Man sollte Leute in ihren Hobbys ja unterstützen. Wohnen kann man hier auch im Bed & Breakfast direkt über dem Restaurant. Auf der Piazza Italia unbedingt den kleinen Laden aufsuchen und die ‚Salam ëd Neive‘ probieren oder, wenn zufällig Samstagmorgen ist und Sie eine Flasche Barbera zur Hand haben, fragen Sie sich in den Kellerraum durch (siehe . Wer mehr Zeit hat sollte einmal einen Abstecher in die Piemonteser Alpen machen. Castelmagno hat nicht nur den besten Käse Italiens zu bieten, sondern auch eine großartige Bergkulisse, allein die Anfahrt durch das Tal ist schon ein Erlebnis. Im benachbarten Valle Maira findet man kleine Hotels, Pensionen und Gasthäuser in einsamen Weilern und viele Bergwanderwege. 

 

DIE GASTRO-TIPPS IM ÜBERBLICK

TRATTORIA I BOLOGNA
Via Nicola Sardi, 4 14030 Rocchetta Tanaro www.trattoriaibologna.it

DULCIS VITIS
Via Urbano Rattazzi, 7 12051 Alba www.dulcisvitis.it

LA CIAU DEL TORNAVENTO 
Piazza Leopoldo Baracco, 7 12050 Treiso www.laciaudeltornavento.it

IL CENTRO
Via Umberto I°, 5 12040 Priocca www.ristoranteilcentro.com

L’AROMATARIO
Piazza Negro, 4, 12052 Neive www.aromatario.com

 

HIER FINDEN SIE ALLE WEINE AUS DEM PIEMONT