Frisch eingetroffen: Die neuen Großen Gewächse!

unter Winzer und Weine

Es ist wieder soweit: Wie in jedem Jahr richten sich Anfang September alle Augen der Weinwelt auf die Großen Gewächse des VDP, die ab jetzt für den Verkauf freigegeben sind.

Das Jahr 2016 war dabei eine spannende Angelegenheit: Bis weit in den August hinein sah man bei deutschen Winzern noch vor allem gerunzelte Stirnen. Gut, es hatte kaum Frost gegeben, aber dafür waren Frühjahr und auch der größte Teil des Sommers sehr verregnet. Die Trauben waren von Krankheiten bedroht, was bei einigen Betrieben auch tatsächlich zu erheblich kleineren Ernten geführt hat. Aber dann ging es ganz schnell: in Juli und August kam der Sommer mit Macht, fast schon wieder zu stark. Erst der September wartete dann mit idealem Wetter auf: sonnige Tage und kühle Nächte versöhnten Reben und Winzer. Wenn also 2016 auf der Flasche steht, steckt ein spannendes, abwechslungsreiches Weinjahr darin, das so manchem Weinberg einiges abverlangt hat. Aber wenn wir ehrlich sind, solche schwierigen Bedingungen haben auch immer ihren besonderen Reiz. Klar gibt es nichts gegen einen Jahrhundertjahrgang einzuwenden. Doch die Schätze eines schwierigeren Jahrs zu heben, das ist immer ein besonderes Vergnügen.

Übrigens: Alle hier aufgeführten Großen Gewächse und noch weitere haben wir auch bei uns im Keller für Sie geöffnet. Wohltemperiert stehen sie in unseren Enomaten zur Verkostung bereit. Wenn Sie also neugierig sind, kommen Sie im Kölner Weinkeller vorbei und lassen sich die 2016er bzw. 2015er VDP-Spitzenweine vorstellen. Wir freuen uns auf Sie!

 

GROSSE GEWÄCHSE - WEISS

PFALZ

2016 Forster Ungeheuer Riesling GG
Reichsrat von Buhl

Schon im letzten Jahr herausragend, ist das Buhl‘sche Ungeheuer auch in diesem Jahr ungeheuerlich empfehlenswert. Und im Gegensatz zum kompakten und verschlossenen Charakter des 2015ers macht der 2016er schon jetzt sehr viel Spaß. Sicherlich hat er nicht die Fülle des Vorgängers, das wendet er aber zu seinem Vorteil: So fein, strukturiert, kühl, präzise und straff, dass man nur beeindruckt sein kann. Trotz seiner in der Jugend geradezu trinkfreudigen Art wird er sicher sehr gut reifen können und mit der Zeit auch in puncto Finesse zu den ganz großen Weinen des Jahrgangs in der Pfalz gehören.
 30,00 €   (0,75l; 1l = 40,00 €)   BIO   

 

2016 Im Sonnenschein Weißburgunder GG
Ökonomierat Rebholz

Die Weine von Rebholz bestechen immer durch ihre Schnörkellosigkeit. Sie verzichten auf Unnötiges, sind ganz nah an der Rebsorte, die hier perfekt zur Geltung kommt. Das ist auch in 2016 so. Der Duft des Im Sonnenschein ist offenherzig, klar und animierend, reife Aprikosen zeichnen sich ab, da bekommt man Lust auf den ersten Schluck. Gewohnt geradliniger Geschmack, feinsaftig und von dezentem Salz unterlegt. Elegant, erfrischend und mit herb-frischer, gaumenwässernder Länge. Das ist Weißburgundervergnügen ohne Schnickschnack, delikat und vielversprechend.
 39,90 €   (0,75l; 1l = 53,20 €)   BIO

 

RHEINGAU

2016 Hochheimer Hölle Riesling GG
Künstler

Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen. Neujahr 2016 hat man sich beim Weingut Künstler offenbar außerordentlich viel vorgenommen, denn das Gewächs von der Hochheimer Hölle gefällt uns in diesem Jahr mit seinem offenherzigen Bouquet besonders gut. Die Hölle tendiert – wegen des eher kühlen Jahrgangs – nicht wie sonst in die Opulenz und füllige Reife, sondern beeindruckt mit kühler, tropisch herber Frucht. Dabei ist sie schon jetzt ausgewogen, saftig, vital und klar. Die Säure ist perfekt integriert und mündet in ein langes, delikates Finale. Da fällt es schwer, nicht alle guten Vorsätze über Bord zu werfen.
 34,00 €   (0,75l; 1l = 45,33 €)

 

2016 Kiedricher Gräfenberg Riesling GG
Robert Weil

Wer einmal die Gelegenheit hatte, das Gräfenberg GG von Wilhelm Weil in einer Vertikale über viele Jahrgänge zu verkosten, kann sich davon überzeugen, wie ausgesprochen gut es reifen kann. Außerdem fällt dabei auf, dass der Gräfenberg gerade in den kühleren Jahren besonders gut gelingt. Deshalb sollte man sich von der aufgeschlossenen Art des 2016ers nicht täuschen lassen, denn er hat enormes Reifepotenzial. Wie immer sitzt alles am rechten Fleck, ist balanciert, präzise gearbeitet, hat Trinkfluss und zur feinen, saftigen Frucht auch passend filigrane Gerbstoffe im Nachhall. Wer großen Trinkgenuss will, ohne zu entscheiden, ob jetzt oder in zehn Jahren, der sollte diesen Klassiker des Rheingaus nicht verpassen.
 43,90 €   (0,75l; 1l = 58,53 €)

 

BADEN

2016 Achkarrer Schlossberg Grauburgunder GG
Dr. Heger

Der Grauburgunderjahrgang 2016 in Baden wird voraussichtlich eher nicht in die Annalen eingehen. Das kann uns aber egal sein, denn der 2016er Schlossberg von Heger lässt seine Altersgenossen mühelos hinter sich. Mit seinem typisch nussigen Duft nach reifer Birne und feinen, ätherischen Nuancen zeichnet er sich schon aus. Darauf folgt ein absolut passender Geschmack mit toller Reife und feiner Crème. Der Wein punktet mit gelungener Reife und transparenter, frischer Länge, kurz gesagt: mit üppigem Trinkfluss.
 28,00 €   (0,75l; 1l = 37,33 €)

 

MOSEL

2016 Brauneberger Juffer-Sonnenuhr Riesling GG
Fritz Haag

Dass auf dem Brauneberger Weingut ein besonders guter Jahrgang entstanden ist, hat sich sicher schon herumgesprochen. Vom kleinen Gutsriesling bis zu den fruchtigen Auslesen ist hier alles so filigran, spannungsgeladen und brillant, dass man sich gar nicht entscheiden kann – und das auch nicht will. Die Spitzenprodukte wurden umso gespannter erwartet. Und die Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Das GG aus dem Kern der Juffer, der Sonnenuhr, ist fantastisch präzise gearbeitet. Feines, mineralisches Salz und straffe Säure gesellen sich zur moseltypisch dezenten Fruchtsüße. Feine Gerbstoffe im Nachhall sorgen für gaumenwässernden Trinkfluss, der einfach richtig viel Spaß macht. Ein zarter Riesling mit subtiler Kraft, der andere Moselweine überstrahlt.
 27,00 €   (0,75l; 1l = 36,00 €)

 

2016 Scharzhofberger Riesling Große Lage
Van Volxem 

Das Weingut Van Volxem ist weiter unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Die verschiedenen großen Saar-Rieslinge sind allesamt auf sehr hohem Niveau. Wie schon im letzten Jahr ist der Scharzhofberger besonders gut gelungen. Er zeigt typische Cassisnoten, ist perfekt austariert, bietet Spannung pur. Er wird sicher sehr gut reifen, hat Druck und Würze ohne Ende. Einen Hang zur Opulenz kann er schon jetzt nicht verhehlen, dieser verschwenderische Umgang mit seinen Reizen steht ihm aber ausgesprochen gut. Mit feiner Fruchtsüße und mineralischem Kick: ein Riesling für Hedonisten!
 28,00 €   (0,75l; 1l = 37,33 €)

 

RHEINHESSEN

2016 Aulerde Riesling GG
Wittmann

Denkt man an die Großen Gewächse von Wittmann, fällt als erstes der Name Morstein. Aber darüber könnte man den wunderbar gelungenen und ausdrucksstarken Riesling aus der Aulerde verpassen. Gelungen vor allem, weil er von der Kühle des Jahrgangs in besonderer Weise profitiert. Denn dieses Gewächs punktet in diesem Jahr nicht nur mit Fülle sondern mit feiner Struktur. Im Kontext der Lage ist der 2016er schon fast filigran geraten. Die beerige Reife, die den Wein auszeichnet ist jetzt schon im Hintergrund vorhanden, wir erwarten jedoch, dass sie sich mit zunehmender Flaschenreife immer weiter Bahn bricht. Er entwickelt an der Luft eine wunderbare Spannung aus tiefgründigen Schmelz und feiner Salzigkeit. Sicher eines der Highlights in Rheinhessen und aus unserer Sicht ein absolutes Must-have.
 33,00 €   (0,75l; 1l = 44,00 €)   BIO

 

NAHE

2016 Bockenauer Felseneck Riesling GG
Schäfer-Fröhlich

Das Felseneck ist immer ein wenig anders, und genau darin, dass es seinen eigenen Habitus hat, liegt sein Charme. Auch dieses Jahr haben wir hier einen stilistisch und qualitativ herausragenden Riesling. Eigenwillig würzig im Duft mit vielversprechender Tiefe. Supersaftig, fein, mit animierender Frischeader, die straff und kühl geradezu über den Gaumen peitscht. In sich perfekt stimmig, federleicht, ausgesprochen mineralisch. Noch jugendlich kompakt, dabei schon jetzt sehr attraktiv. Wird sicher zu einem ganz großen Felseneck GG heranreifen. Genial!
 45,00 €   (0,75l; 1l = 60,00 €)

 

FRANKEN

2015 Würzburger Stein Silvaner GG
Juliusspital

Das Weingut Juliusspital hat im vergangenen Jahr keine Großen Gewächse vorgestellt, um ab sofort die Weine mit einem Jahr Flaschenreife auf den Markt bringen zu können. Diese Strategie geht voll auf. Der Silvaner aus dem Würzburger Stein überzeugt mit zugänglichem Charakter, der schon jetzt große Trinkfreude bereitet. Sein würziger Charakter verbindet druckvollen Schmelz mit kühler Gerbstoffstruktur. Diese Kombination macht bis in den langen Nachhall immer wieder Lust auf einen neuen Schluck. Ein Silvaner fürs hier und jetzt, der mit Kraft und mineralischer Finesse überzeugt.
 32,00 €   (0,75l; 1l = 42,67 €)

 

GROSSE GEWÄCHSE - ROT

AHR

2015 Neuenahrer Sonnenberg Spätburgunder GG
Meyer-Näkel

Der Jahrgang 2015 ähnelt den Spätburgundern 2009, denn alle Weine begeistern mit großer Fülle und aromatischer Tiefe. Dabei sind sie wegen ihrer reifen Säure schon früh ein Genuss. Der Sonnenberg macht dem Namen der Lage wieder alle Ehre. Er schmeckt voll und intensiv beerig. Dabei verfügt er über eine prägnante Würze. Ein hedonistischer Genuss erster Güte, denn er spielt delikat zwischen reifer Frucht und feinen bitterschokoladigen Tanninen. Er scheint im Geschmack nicht enden zu wollen. Trotz seiner Intensität geht er nie in die Breite, eine filigrane Säureader durchzieht den Gaumen und sorgt für feine Erfrischung.  
 51,00 €   (0,75l; 1l = 68,00 €)

 

2015 Altenahrer Eck Spätburgunder GG 
Deutzerhof

Das 2015er Altenahrer Eck ist beeindruckend vollmundig und mit markant würzigen Gerbstoffen versehen. Diese sind zwar intensiv, geben dabei aber hochfein und pointiert Struktur. Genau so präsentiert sich dieser Wein in großen Jahren! Das ist einer der wirklich mineralischen Spätburgunder von der Ahr, der neben seiner urwüchsigen Kraft immer auch immense Kühle bietet und so eine große Spannung aufbaut, die sich über den gesamten Gaumen ausbreitet. Beeindruckend gut!
 59,00 €   (0,75l; 1l = 78,67 €)

 

FRANKEN

2015 Centgrafenberg Spätburgunder GG
Rudolf Fürst

Das Weingut Fürst ist seit jeher für herausragende Spätburgunder bekannt. In den letzten Jahren übertreffen sie sich aber selbst, die Rotweine werden immer feiner und präziser. Selbst in einem warmen Jahr wie 2015 hat der Spätburgunder viel Frische, bei perfekt eingebundener Säure. Definitiv ein Muss für Liebhaber des filigranen Stils. Wir notieren: „ Würziger Duft mit milder roter Frucht. Perfekt balanciert, ungemein zupackend und vital. Trotz großzügiger Fülle auch richtig elegant. Wird früh in Form kommen und trotzdem sehr gut reifen können. Spitze.“ 
 49,90 €   (0,75l; 1l = 66,53 €) 

 

Sehnsüchtig warten wir noch auf weitere Große Gewächse, wie zum Beispiel von Bernhard Huber oder Dr. Loosen. Doch wie in jedem Jahr muss man hier ein wenig mehr Geduld mitbringen, denn diese Weine werden immer erst einige Wochen später für den Verkauf freigegeben. Dann können Sie diese jedoch direkt bei uns bestellen!