Frauensache Wein - Dies und Jenseits des Weines bei Meike Näkel

unter Weinbrevier

BESCHREIBEN SIE UNS GANZ KURZ IHR WEINGUT UND WAS SIE DARAN AM MEISTEN LIEBEN.
Unser Betrieb liegt an der Ahr, wo traditionell vorwiegend Rotweine angebaut werden. In unserem Familienbetrieb bewirtschaften meine Schwester und ich auf ca. 20 Hektar Rebfläche überwiegend Spätburgunder und Frühburgunder. Unser Vater hat vor 20 Jahren Projekte in Südafrika und Portugal ins Leben gerufen, die wir bis heute weiter bearbeiten. Mein Mann führt sein eigenes Weingut im nördlichen Baden und gemeinsam haben wir ein eigenes Weinprojekt. Was ich am meisten daran liebe? Die Herausforderung!

 

WELCHE STILISTIK VERFOLGEN SIE MIT IHREN WEINEN?
Die Ahr ist eines der nördlichsten Anbaugebiete Deutschlands und die Reben in den Steillagen stehen vorwiegend auf Schiefer. Dies ist eine relativ seltene Kombination und bringt in Verbindung mit dem etwas kühleren Klima eine ganz besondere Stilistik hervor. Philosophie ist es, die Weine so auszubauen, dass man diese Besonderheit in den Weinen auch schmeckt: die Spätburgunder sind elegant, straff, zeigen Frucht, Würze und Substanz mit feingliedrigen Tanninen.

 

WAS IST IHRE AUFGABE IM BETRIEB?
Ich führe unseren Familienbetrieb gemeinsam mit meiner Schwester Dörte und unserem Vater Werner. Wir haben die Aufgaben nicht ganz streng abgegrenzt, sondern versuchen die wichtigsten Bereiche gemeinsam abzudecken. Weinbauliche, kellerwirtschaftliche und vermarktungstechnische Entscheidungen treffen wir gemeinsam. Jeder hat aber einen Verantwortungsbereich, und dies ist bei mir die Arbeit im Weinkeller.


WAS LIEBEN SIE AN IHREM BERUF BESONDERS UND WIE SIND SIE DARAUF GEKOMMEN?
Die Vielfältigkeit! Der Beruf gliedert sich in mehrere Bereiche: den Weinbau draußen, wo man von Wetter und Jahreszeiten abhängig ist, die Kellerwirtschaft, in der man den Wein von der Traube bis in die Flasche begleitet und schließlich die Vermarktung. Man muss sich also in vielen Bereichen auskennen: Bodenkunde, Pflanzenernährung, Mikrobiologie, Chemie, Marketing und vieles mehr! Da ich auf einem Weingut aufgewachsen bin, lag die Berufswahl zwar nahe, doch habe ich mich erst mit 19 tatsächlich dafür entschieden. Es bedurfte eines Praktikums bei Joachim Heger am 400 km entfernten Kaiserstuhl, um mich auf den Weg zu bringen.

 

HABEN SIE EINE LIEBLINGSREBSORTE UND WENN JA, WARUM IST ES DIESE?
Meine Lieblingsrebsorte ist der Spätburgunder, weil er so unglaublich facettenreich und wandelbar ist. Der Spätburgunder reagiert sehr stark auf den Boden auf dem er steht und das Mikroklima in dem er wächst und bringt damit unterschiedlichste, individuelle und charaktervolle Weine hervor. Zum anderen kann der Spätburgunder in Form von Rosé und Blanc de Noir auch wunderbar erfrischend sein und wie ein Weißwein genossen werden.

 

WENN SIE SICH EIN GEBIET AUF DIESER ERDE AUSSUCHEN KÖNNTEN UM WEIN ANZUBAUEN, WO WÄRE DAS UND WARUM?
Hmmm, das ist wirklich schwer zu sagen. Jedes Gebiet hat mit seinen Weinen so seine Reize!

 

WELCHER WEIN IST IHR LIEBLINGSWEIN AUS IHREM EIGENEN SORTIMENT?
Der Spätburgunder „Blauschiefer“.

 

HABEN SIE EINEN LIEBLINGSWEIN VON EINER IHRER KOLLEGINNEN?
Ich habe nicht den „einen Lieblingswein“. Das wäre mir viel zu langweilig! Momentan entdecke ich gerade die Champagner von Elodie Chapuy.

 

WAS TUN SIE UM SICH ZU ENTSPANNEN?
Zeit mit der Familie verbringen.

 

WELCHE HOBBYS HABEN SIE?
Meine drei Kinder (1, 4 und 6 Jahre alt).

 

HABEN SIE EIN LIEBLINGSGERICHT?
Wie beim Wein wäre mir ein Lieblingsgericht viel zu langweilig. In der Abwechslung liegt doch der Reiz! Da ich aber aus dem Rheinland stamme, habe ich ein gewisses Faible für Sauerbraten mit Klößen … Ich lasse mich grundsätzlich gerne bekochen (den besten Sauerbraten hat meine Oma gemacht). Nur die Weinbegleitung ist beim Sauerbraten etwas schwierig …

 

WAS SIND DIE VOR- BZW. NACHTEILE EINER FRAU IN DER WEINBRANCHE?
Nach wie vor ist es ein männerdominierter Beruf, doch in den letzten 40 Jahren hat sich einiges getan und es gibt immer mehr Frauen, die Weinbaubetriebe in leitender Funktion übernehmen. Für unseren Vater war nach der Geburt der zweiten Tochter eigentlich klar, dass der Betrieb wahrscheinlich nicht weitergeführt wird, v.a. da unsere Eltern nicht dem Beispiel unseres Urgroßvaters folgen wollten, der erst nach neun Mädchen eine Jungen bekam ;-) Umso überraschter war er damals, als wir uns beide für eine Lehre zur Winzerin mit anschließendem Weinbaustudium entschieden. Zum Glück bin ich bisher noch auf nicht so viele Nachteile gestoßen. Manchmal wird man unterschätzt und muss überzeugen und erklären, dass man selbst Ahnung von der Sache hat. Daraus resultiert aber auch der Vorteil: man kann den Überraschungseffekt nutzen. 

 

WIE SIEHT IHR TYPISCHER ALLTAG AUF DEM WEINGUT AUS?
Zum Glück gibt es keinen typischen Alltag! Je nach Jahreszeit steht man im Weinberg oder im Keller, an anderen Tagen arbeitet man im Büro oder bedient Kunden im Weinverkauf, fährt auf Präsentationen und Hausmessen.

 

WIE BRINGEN SIE FAMILIE UND KARRIERE UNTER EINEN HUT?
Gute Frage, das weiß ich manchmal auch nicht so genau … ;-) Bei einem bin ich mir aber ganz sicher: ohne meine Mama würde es sehr viel schlechter funktionieren.

 

IHR LEBENSMOTTO:
Man wächst mit seinen Aufgaben! —

 

Unsere Tipps: 

US EM WINGKELLER SPÄTBURGUNDER TROCKEN
2015, Meyer-Näkel, Ahr

Unser Pinot-Fass aus dem Top-Jahrgang 2015. Die perfekte Synthese zwischen einem ernsthaften, komplexen Pinot Noir, und einem duftigen und fruchtgeprägten Ahr-Burgunder. Der Schiefer liefert die leicht rauchigen, sehr würzigen Noten, aber mit dem Korb frischer roter Früchte zusammen ist der Us em Wingkeller ein echter Charmeur. Ein toller Wein von den steilen Schieferhängen des Ahrtals.

 14,90 € im 11+1   (0,75l; 1l = 19,87 €) 

 

FRÜHBURGUNDER TROCKEN
2015 Meyer-Näkel, Ahr

Der Frühburgunder ist eine fast ausgestorbene Spielart des Spätburgunders. Er bedarf großer Aufmerksamkeit im Weinberg und es ist dem persönlichen Engagement einiger deutscher Winzer zu verdanken, dass die duftige Diva wieder zu Spitzenweinen gedeiht. Der 2015er von Meyer-Näkel begeistert schon im Duft mit intensiven Aromen von dunklen Waldfrüchten, Schwarzkirschen und Aronia Beeren. Typisch für die Rebsorte ist er am Gaumen enorm schmackhaft, fruchtbetont und von filigraner Textur. Ein burgundischer Typ mit Finesse und Frische.

 statt 19,90 € nur 18,50 €   (0,75l; 1l = 24,67 €)

 

NEUENAHRER SONNENBERG SPÄTBURGUNDER GG
Meyer-Näkel, Ahr

Der Neuenahrer Sonnenberg trägt seinen Namen nicht umsonst. Perfekte Südausrichtung hoch über Bad Neuenahr, damit Sonne satt und ein vielschichtiger Boden mit Grauwacke, Schiefer und Lehmanteilen. Der hier gewachsene Spätburgunder tritt bestimmt auf, mit kräftigem Tanningerüst und frischer Säure. 16 Monate durfte er in Barriques reifen, zu seiner ausgeprägten, beerigen Fruchtfülle ergänzen sich feinwürzige Noten von Lakritze und Bitterschokolade. Herrlich komplex und lang, wird er noch wunderbar reifen können. Man merkt mit welch großer Erfahrung hier gearbeitet wird, denn in 2014 musste viel selektiert werden um solch eine Spitzenqualität zu bekommen.

 statt 51,00 € nur 44,90 €   (0,75l; 1l = 59,87 €) 

 

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