Der Tribut an die Heimat: Unsere Landlese

unter Winzer und Weine

Seine Herkunft kann man nicht leugnen, ein Wein sollte es auch nicht. Und doch versuchen viele Weingüter mit allgemeinkompatiblen Massenprodukten statt individueller Weine ihr Glück. Leider ist beim Thema Geschmack der größtmögliche Nenner auch der langweiligste, denn bei dieser Auffassung von „schmecken“ bleibt der echte Geschmack leider auf der Strecke. Er sollte nämlich von seiner Herkunft erzählen. Dem Ort, dem Boden, in den die Reben ihre Wurzeln schlagen, von der Sonne, dem Regen und dem Wind, der Hitze und der Kälte, die sein Wachstum begünstigen oder auch behindern. Er sollte vom Menschen berichten, der seinen Einfluss nimmt, im Guten wie im Schlechten, und von der ganzen Geschichte seiner Heimat. 

DIE HERKUNFT
Wir haben uns in den letzten Jahren mit Winzern zusammengetan die ein klares Ziel vor Augen haben: Weine zu keltern, die Ihre Herkunft schmecken lassen, die nicht artifiziell, verspielt oder technisch und vor allem auch nicht teuer sind. Winzer die tief mit ihrer Region verwurzelt sind – durch Familienbande und der großen Liebe zu ihrer Heimat. Sie wissen um die Tradition ihres Landes, die sich stets erneuern muss und die sie gerne in die Welt hinaustragen, vor allem mit ihren authentischen Weinen.

EIN TRIBUT
Drei verschiedene Weine sind es, die wir Ihnen vorstellen möchten. „Landlese“ haben wir sie genannt und sie sind ein Tribut an die Menschen, die Tag für Tag auf ihrem Boden große Arbeit leisten. Ein Stück Heimat, unkompliziert und großartig zugleich, erstaunlich günstig und doch eine eigentlich unbezahlbare Essenz des Landes von dem sie stammen.

 

LANDLESE BADEN

DIE REGION
Baden, eine Region im Wandel. Es ist nicht nur das südlichste, sondern auch das drittgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands. Satte 75 % der Rebfläche werden von Genossenschaftswinzern bewirtschaftet und das Damoklesschwert der Alterspyramide schwebt bedrohlich über ihren Köpfen. Vielen Söhnen und Töchtern ist die Arbeit im steilen Weinberg zu schwer und oft sind auch die Flächen zu klein, um davon leben zu können. Und dann noch die globale Erwärmung: War „Von der Sonne verwöhnt“ lange der Slogan badischer Weine wird der einstige Vorteil nun oft zum Problem. Viele Weine geraten schwer und alkoholisch, sich den veränderten Gegebenheiten anzupassen fällt nicht jedem leicht. Finesse und Eleganz wollen jetzt erkämpft werden wie früher Reife und Opulenz. Aber auch hier denken Winzer um und interpretieren das einmalige Terroir spannend neu, so dass der sonnenverwöhnte Landstrich weiterhin seinen festen Platz in der Deutschen Weinlandschaft hat.

DIE WINZER
Von „leider eher homöopathischen Mengen“ spricht der Falstaff in seinem Wine Guide 2017 im Portrait der Fendt Weinfamilie. Gerade einmal drei Hektar werden von Maren und Jürgen Fendt bewirtschaftet, die mit dem Weingut nun schon zum zweiten Mal ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben. Beide sind viel herumgekommen in der gehobenen Gastronomie Deutschlands, sind ausgebildete Sommeliere, lieben gute Tropfen und wollten diese auch selbst erzeugen. Nach und nach bauten sie mit Hilfe von Familie und Freunden ihre Fendt Weinfamilie auf und arbeiten an ihrem Traum, der sich in wunderbaren Charakterweinen bereits jetzt erfüllt. Dabei arbeiten sie immer mit Bedacht und Feingefühl, mit der Natur als ihre Werkstatt.

DER WEIN
Die Schoppenweine Badens waren schon immer gerne Cuvées. Und so haben auch Maren und Jürgen aus ihren Weinbergen Riesling, Kerner und Müller-Thurgau zusammen vinifiziert. Die Trauben stammen aus den Top-Lagen Steinbach Stich den Buben und Altschweier Sternenberg und werden spontan im Edelstahltank vergoren. Die Landlese Baden zeigt eine spannende Aromatik: fruchtiger Duftreigen nach Weinbergspfirsich, Birnenspalten, Ananas und floralen Noten. Vollmundiger Saft mit angenehmer Frische und schönem Trinkfluss.

 2016 Landlese Baden, Fendt Weinfamilie, Deutschland   8,90 € im 5+1   (1,0l; 1l = 8,90 €)

 

LANDLESE RIOJA

DIE REGION
Das Rioja ist fest in der Hand großer Weingüter, die eher Weinkonzerne genannt werden sollten. Viele Bodegas füllen Millionen von Flaschen, Individualität ist da oft nur ein Begriff des Marketings und statt Terroir wird Eichenholzgewürz eingesetzt. Die Konzernlenker interessieren sich nun einmal mehr für den Return of Invest als für Authentizität. Leider verspielt die Region so eine große Chance ihre Vielfalt zu präsentieren. Winzer werden zu reinen Traubenlieferanten und über den Geschmack des Weins entscheidet die Mode mehr als das Land. Kleine, individuelle Winzer scheinen hier kaum eine Chance zu haben, aber doch gibt es noch eine Handvoll und wir möchten, dass sie und ihre Arbeit mehr beachtet werden. Deshalb hat uns unser Landlese-Projekt auch in die bekannteste der spanischen Weinregionen geführt.

DIE WINZER
Angefangen hat alles mit dem Großvater von Arturo und Kike de Miguel Blanco. Lange verkaufte er seinen ganzen Wein als Fassware an die großen Weinunternehmer der Region. Aber er hatte einen Traum und sparte dafür: Einen Weinberg, der zwar nahe am Ebro, aber auf einer natürlichen Terrasse hoch über dem Fluss liegt. Die Weinberge unten am Fluss und auf der südlichen Seite des Ebro waren teuer, weil man dort hohe Erträge erzielen konnte. Für die meisten Kellereien war (und ist) ein Kilo Trauben ein Kilo Trauben, ungeachtet der Qualität. „Mein Opa wollte aber unbedingt seine zwei Hektar kaufen, also ging das nur da oben in dem steinigen Kalkboden, da war das Land billig“, erzählt Arturo. Heute bewirtschaftet die dritte Generation viele kleine Einzellagen. Neben dem Weinberg des Opas auch Parzellen die längst aufgegeben waren, weil die Arbeit auf ihnen zu schwer schien. Doch neben den raren Einzellagenweinen pflegen sie auch die Tradition des Rioja und bereiten einfache eine, wie sie Papa Blanco immer noch am liebsten trinkt.

DER WEIN
Ein ehrlicher roter Rioja! Keine Eichenholzschminke, kein technisches ChiChi, ein Wein wie ihn die Winzer der Region für sich selber keltern. Die Weinberge stehen rund um das Dorf Baños de Ebro und sind mit Tempranillo und etwas Viura bepflanzt – eine Weißweinrebe, auch das hat Tradition. Im Duft begeistert er mit glasfüllenden roten und schwarzen Beeren. Im Geschmack ist das pure Saftigkeit, unkompliziert, hedonistisch, etwas füllig, aber mit einem erfrischenden Charakter. Kann auch leicht gekühlt genossen werden.

 2016 Landlese Rioja, Bodegas y Viñedos Artuke, Spanien   9,50 € im 5+1   (0,75l; 1l = 12,66 €)

 

LANDLESE ROUSSILLON

DIE REGIION
Das Languedoc-Roussillon hat in Sachen Wein eine wechselvolle Geschichte voller Höhen und Tiefen hinter sich. Die Römer schätzten die Weine der Provinz, man sagt, sie waren ihnen sogar genauso lieb wie ihre eigenen, italienischen. Diese Beliebtheit wurde der Region und einigen weiteren Gebieten jedoch zum Verhängnis, als Kaiser Domitian 92 nach Christus ein Gesetz erließ, das es den Galliern verbot, Weinbau zu betreiben. So wollte man die eigenen Winzer und damit auch die Zolleinnahmen schützen. Als Folge dieses Edikts wurden viele Rebflächen gerodet. Wechselhaft ging es weiter, bis im 20. Jahrhundert ein neuer Tiefpunkt erreicht war: Neue Rebsorten erbrachten viel Ertrag, aber minderwertige Qualitäten. Um einen Wein mit ansprechender Farbe zu erhalten, fügte man – halb legal – algerischen Rebsaft hinzu. Erst Mitte der 1980er Jahre besann man sich auf die eigenen Wurzeln und die alten Qualitätsreben der Mittelmeerregion. Seitdem entdeckt man hier immer mehr großartige Geheimtipps.

DIE WINZER
Leben wie Gott in Frankreich! Ein oft bemühter Ausspruch, aber er kommt nicht von ungefähr. Das wurde uns einmal mehr bewusst als wir die Familie Mongeard besuchten, die auf Mas Crémat zuhause ist. Nach der Begrüßung wurde schnell ein üppiges Mahl aufgetischt, selbstverständlich von Maman Mongeard selber gekocht. Man fühlt sich hier, zwischen Küste und den Ausläufern der Pyrenäen, direkt willkommen. Hat man Julien Jeannin Mongeard einmal die Hand gegeben ist man auch, wie in stiller Übereinkunft, bester Freund mit den wachsamen Hofhunden. Zusammen mit seiner Frau, seinen beiden Schwestern und der Mutter lebt Julien auf einem besonderen Flecken Erde: Der Boden ist steinig und staubig zugleich. Eine besondere Art von Schiefer kommt hier an die Oberfläche und zwischen den Felsbrocken liegt fein zerriebenes Gestein. Alles ist dunkelgrau bis schwarz, aber von jener eigentümlich glänzend irisierenden Art, als hätte jemand alles mit Graphitstaub überzogen. Ein seltsamer Boden, von dem sich das Grün der Weinreben leuchtend abhebt und der einen ganz besonderen Wein hervorbringt.

DER WEIN 
Das Roussillon bringt Weine von ganz eigener Kraft hervor. Dunkel, vor Sonne strotzend und doch die Kühle der Berge, die Frische des nahen Meers atmend. Unsere Landlese ist eine klassische Cuvée aus Grenache, Syrah und der selten gewordenen Marselan. Kraftvoll, ausdrucksstark, geprägt von dunklen Beerenfrüchten, Schwarzkirschen und leicht mineralischen Anklängen. Fruchtig am Gaumen, die Tannine sehr rund und ausgewogen. Ein Wein wie die Menschen hier: Es sieht alles etwas unnahbar aus, doch das Herz ist so weit, dass man es lieben muss.

 2016 Landlese Roussillon, Mas Crémat, Frankreich   7,50 € im 5+1   (0,75l; 1l =10,00 €)

 

Möchten Sie sich gerne einfach einmal durchkosten? Dann bestellen Sie unser Probierpaket zum Vorteilspreis!

 Landlese Probierpaket mit je einer Flasche Landlese Baden, Rioja und Roussillon  

statt 25,90 € nur 19,90 €   (2x0,75l; 1x1,0l; 1l = 7,96 €)

 

 

 Angebote gültig bis 30.04.2017