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2015 - ein großes Weinjahr?!

„Es ist doch immer wieder schön“, meinte Nic Weis vom Urbans-Hof an der Mosel, „wenn man nicht genau weiß, warum, aber am Ende des Jahres dann doch etwas Tolles herauskommt.“

2015, ein in jeder Hinsicht erstaunliches Jahr. Jeder Winzer, den wir treffen, zählt erst einmal auf, warum das Jahr eigentlich nicht groß sein kann. Blüte, frühe Kälte, zu viel/zu wenig Regen, dann enorme Hitze und schließlich ein lausig kalter, aber trockener Herbst. „Der hat uns wahrscheinlich gerettet“, meint Wilhelm Weil, „wenn es da feucht und warm gewesen wäre, dann hätte man zusehen können, wie die Trauben verfaulen. So aber konnte man die fast ewig hängen lassen, ohne dass sie Überreife oder auch nur den Hauch von Fäulnis bekamen.“ Ein anderer Kollege meinte: „Der Tim Fröhlich (bekannt für seine späte Lese) hat wahrscheinlich seine Kabinettchen an Weihnachten reingeholt …“, was wohl anerkennend gemeint war, für Tim und den Jahrgang. „Wenn ich so in der Presse und bei den Weinbloggern nachlese“, meint Nic, „dann gibt es ja schon die eine oder andere Bestrebung, den Jahrgang etwas runterzuschreiben. Von Trockenstress und allerlei anderen Dingen ist da die Rede. Aber wenn ich die Weine sehe, rieche und schmecke, wenn ich mir die Analysewerte ansehe und wenn ich das mit meiner langjährigen Erfahrung als Winzer und der noch längeren Erfahrung vieler befreundeter Winzer vergleiche, dann kann man reden und schreiben, was man will, der Jahrgang 2015 ist ein ganz großer!“

Das ist auch unser Eindruck. Es werden ja immer wieder Jahrgänge hochgeschrieben und im Endeffekt gibt es vielleicht eher schlechte Weine als schlechte Jahrgänge. Wer jetzt fruchtige Moselrieslinge aus den eher geschmähten Jahrgängen 2004 und 2002 probiert, wird entzückt sein und sich ärgern, damals nicht den Keller vollgemacht zu haben, aber waren das deshalb große Jahrgänge? Bei 2015, so hat man den Eindruck, ist irgendwie alles in Hülle und Fülle da, außer vielleicht Alkohol, denn der ist eher moderat geraten. Manche Weine werden mit ihrem Extrakt, ihrer Säure in der Jugend vielleicht sogar etwas schockieren, aber sollen sie ruhig, denn große Jahrgänge brauchen Zeit. Oft auch schon die einfachen Gutsweine. Wenn man denn unbedingt eine Schattenseite des Jahrgangs finden will, so vielleicht diese: Es gibt zu wenig einfache Weine. 2015 ist anstrengend und fordernd, aber eben einfach auch sehr, sehr gut.

Und wo? Nun in Deutschland eigentlich überall, das ist vielleicht etwas erstaunlich, doch ein befreundeter internationaler Weinhändler, den wir vor Kurzem trafen, ging noch einen Schritt weiter. „Ich bin jetzt in der Toskana gewesen, im Piemont, in den Marken. Ich war an der südlichen und der nördlichen Rhône, im Beaujolais und im Burgund. Mit Freunden im Languedoc und in Spanien habe ich telefoniert, ich habe ich die ersten Weine in Deutschland verkostet und am Ende muss ich sagen: In 2015 fiel es leicht, große Weine zu machen und man musste sich schon verdammt anstrengen, um nicht zumindest gute Weine hinzubekommen, was allerdings nicht heißen will, dass es auch einige wenige Leute geschafft haben, wirklich schlechte Weine zu machen. Probiert habe ich bisher allerdings noch keine.“

 

Wir bisher auch noch nicht! Und damit Sie nun nicht nur theoretisch sondern auch praktisch das Jahr 2015 unter die Lupe nehmen können, finden Sie hier alle Weine aus 2015.