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Sekt

Anscheinend war es Ende des 18. Jahrhunderts unter französischen Aristokraten mit Landbesitz in der Champagne üblich, sich einen deutschen Geschäftsführer oder zumindest Buchhalter zu holen. Vielleicht erklärt das die verdächtig klingenden Krug, Mumm, Bollinger, Deutz und so weiter. Dass die Verwalter irgendwann selbst die Geschäfte übernahmen und selbstbewusst ihren eigenen Namen über die Firma schrieben, beweist immerhin, dass sie nicht nur Ahnung von der Buchhaltung hatten.

Mit denen, die zurückkehrten und auch den Verwandten, die mal zu einem Praktikum nach Reims und Épernay kommen durften, gelangte auch einiges Wissen um die Herstellung von Schaumwein nach Deutschland. Und die Deutschen waren groß im Herstellen und Trinken von Sekt. So groß, dass man 1902 auf die Idee kam, eine Sektsteuer zu erheben, die die Mittel zum Aufbau der kaiserlichen Flotte vermehren sollte. Sekt trinken wurde damit zur patriotischen Sache. Es kam trotzdem nicht einmal ein Prozent der Gesamtkosten für Wilhelms tolle Kanonenboote zusammen.

Erstaunlich auch, dass auf der Weltausstellung 1900 in Paris unter anderem “deutscher Champagner aus dem Hause Kupferberg” ausgeschenkt wurde. Er muss so hoch angesehen gewesen sein, dass man im deutschen Pavillon sogar eigens einen Jugendstilsaal dafür gebaut hatte. Mit dem Versailler Vertrag war es dann aber mit dem Champagner aus Deutschland vorbei. Die Franzosen ließen in § 274 und 275 regeln, dass man diesen Begriff nicht verwenden durfte. Leider sind im Anschluss für deutschen Sekt nur sehr laxe Regeln eingeführt worden. Die hochwertige Flaschengärung umfasst er genauso wie die einfache Tankgärung und es gibt immer wieder Vermutungen, dass ganz einfachen Sekten die Kohlensäure einfach nur zugesetzt wird.

Auch wurde das mit dem “Deutschen Sekt” lange Zeit nach dem Prinzip der “Schweizer Schokolade” gehandhabt. Wie in der Schweiz keine Kakaobohnen wachsen, mussten lange auch die Trauben für den “Deutschen Sekt” nicht in Deutschland gewachsen sein. Mittlerweile hat man das geändert und auf den Flaschen, deren Grundweine aus anderen Ländern stammen, darf nur noch “Sekt” stehen. Freilich, wenn die Weiterverarbeitung in Deutschland erfolgt ist, mit dem Zusatz “hergestellt in Deutschland”. Das Problem, dass es keine prägnante Bezeichnung für hochwertige Sekte gibt, ist damit jedoch noch nicht einmal annähernd gelöst.  

Anscheinend war es Ende des 18. Jahrhunderts unter französischen Aristokraten mit Landbesitz in der Champagne üblich, sich einen deutschen Geschäftsführer oder zumindest Buchhalter zu holen.... mehr erfahren
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Sekt

Anscheinend war es Ende des 18. Jahrhunderts unter französischen Aristokraten mit Landbesitz in der Champagne üblich, sich einen deutschen Geschäftsführer oder zumindest Buchhalter zu holen. Vielleicht erklärt das die verdächtig klingenden Krug, Mumm, Bollinger, Deutz und so weiter. Dass die Verwalter irgendwann selbst die Geschäfte übernahmen und selbstbewusst ihren eigenen Namen über die Firma schrieben, beweist immerhin, dass sie nicht nur Ahnung von der Buchhaltung hatten.

Mit denen, die zurückkehrten und auch den Verwandten, die mal zu einem Praktikum nach Reims und Épernay kommen durften, gelangte auch einiges Wissen um die Herstellung von Schaumwein nach Deutschland. Und die Deutschen waren groß im Herstellen und Trinken von Sekt. So groß, dass man 1902 auf die Idee kam, eine Sektsteuer zu erheben, die die Mittel zum Aufbau der kaiserlichen Flotte vermehren sollte. Sekt trinken wurde damit zur patriotischen Sache. Es kam trotzdem nicht einmal ein Prozent der Gesamtkosten für Wilhelms tolle Kanonenboote zusammen.

Erstaunlich auch, dass auf der Weltausstellung 1900 in Paris unter anderem “deutscher Champagner aus dem Hause Kupferberg” ausgeschenkt wurde. Er muss so hoch angesehen gewesen sein, dass man im deutschen Pavillon sogar eigens einen Jugendstilsaal dafür gebaut hatte. Mit dem Versailler Vertrag war es dann aber mit dem Champagner aus Deutschland vorbei. Die Franzosen ließen in § 274 und 275 regeln, dass man diesen Begriff nicht verwenden durfte. Leider sind im Anschluss für deutschen Sekt nur sehr laxe Regeln eingeführt worden. Die hochwertige Flaschengärung umfasst er genauso wie die einfache Tankgärung und es gibt immer wieder Vermutungen, dass ganz einfachen Sekten die Kohlensäure einfach nur zugesetzt wird.

Auch wurde das mit dem “Deutschen Sekt” lange Zeit nach dem Prinzip der “Schweizer Schokolade” gehandhabt. Wie in der Schweiz keine Kakaobohnen wachsen, mussten lange auch die Trauben für den “Deutschen Sekt” nicht in Deutschland gewachsen sein. Mittlerweile hat man das geändert und auf den Flaschen, deren Grundweine aus anderen Ländern stammen, darf nur noch “Sekt” stehen. Freilich, wenn die Weiterverarbeitung in Deutschland erfolgt ist, mit dem Zusatz “hergestellt in Deutschland”. Das Problem, dass es keine prägnante Bezeichnung für hochwertige Sekte gibt, ist damit jedoch noch nicht einmal annähernd gelöst.  

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