Perdrix-Lasouche


Koen und Ilse Strobbe

Das Weingut

Ein Aussteiger-Traum

In der Region Languedoc im Süden Frankreichs liegt das Weingut Perdrix-Lasouche von Ilse und Koen Strobbe. 

„Ilse und ich haben uns ein Sabbatt-Halbjahr hier in der Region gegönnt“, erzählt Koen fröhlich auf der Terrasse seines Hauses, „und dann haben wir uns schon nach zwei Wochen gefragt, wollen wir eigentlich wieder zurück? Nach Flandern?!“ Eine Frage, die man eigentlich schnell beantworten kann, in Brüssel regnet es an ungefähr 200 Tagen und im Durchschnitt scheint am Tag 4,5 Stunden die Sonne, im Languedoc sind es 8,2 Stunden Sonne und wenn an 120 Tagen mal etwas Regen fällt, dann ist es schon ein wasserreiches Jahr. 

Nach den Weinen geht es weiter im Text und auch mit einem spannenden Film →

Der Steckbrief

  • Inhaber: Koen Strobbe
  • Region: AOP Duché d´Uzès, zwischen Nimes und Arles
  • Rebsorten: Syrah, Grenache, Merlot
  • Produktion: 18.000 Flaschen
  • Rebfläche: 5 Hektar
  • Stilistik: terroirbetonte, geradlinige und klare Weine, große Unterschiede zwischen den Jahrgängen
  • Terroir: an den Hängen kalkhaltiger Boden, in der Ebene eher Kalk und Mergel
  • Besonderheiten: belgischer Aussteiger in Südfrankreich, des selber für seine Gäste hervorragend kocht

Perdrix-Lasouche

Ein Aussteigertraum

In der Region Languedoc im Süden Frankreichs liegt das Weingut Perdrix-Lasouche von Ilse und Koen Strobbe. 

„Ilse und ich haben uns ein Sabbatt-Halbjahr hier in der Region gegönnt“, erzählt Koen fröhlich auf der Terrasse seines Hauses, „und dann haben wir uns schon nach zwei Wochen gefragt, wollen wir eigentlich wieder zurück? Nach Flandern?!“

Weiter im Text nach den Weinen →

Alle Weine von Perdrix-Lasouche

89 Falstaff

Der Entre Lunes 2011 von der Domaine Perdrix-Lasouche zeigt ein spannendes Duftb...

Der Entre Lunes 2011 von der Domaine Perdrix-Lasouche zeigt ein spannendes Duftbild nach dunklen Waldbeeren und Schwarzkirschen, durchdrungen von Aromen nach roter Paprika, Nelke u...

11,00 € 0,75l (1l = 14,67 €)
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Eine alte Parzelle mit Grenache und Syrah bestockt und ein ganz besonderer Wein....

Eine alte Parzelle mit Grenache und Syrah bestockt und ein ganz besonderer Wein. Normalerweise trägt Koen Strobbes XII Nuits nämlich die Appellationsbezeichnung Duché d´Uzès. "Aber...

12,90 € 0,75l (1l = 17,20 €)
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Der Poème Syrah aus 2012 von der Domaine Perdrix-Lasouche vereint alle Eigenscha...

Der Poème Syrah aus 2012 von der Domaine Perdrix-Lasouche vereint alle Eigenschaften, die man sich von einem niveauvollen und zugleich alltagstauglichen Languedoc-Syrah verspricht...

9,90 € 0,75l (1l = 13,20 €)
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Der Perdrix-Lasouche 'Entre Lunes' 2010 ist eine von Merlot getragene Rotweinkom...

Der Perdrix-Lasouche 'Entre Lunes' 2010 ist eine von Merlot getragene Rotweinkomposition des belgischen Ehepaars Ilse und Koen Strobbe. Die beiden Frankreich-Aussteiger haben die S...

11,00 € 0,75l (1l = 14,67 €)
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In dem gereiften Perdrix-Lasouche ‚Poème Syrah‘ aus 2010 haben wir uns schon bei...

In dem gereiften Perdrix-Lasouche ‚Poème Syrah‘ aus 2010 haben wir uns schon bei der Verkostung auf dem Weingut auf den ersten Blick verliebt. Genau wie das sympathische belgische ...

9,90 € 0,75l (1l = 13,20 €)
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Der Film

Perdrix-Lasouche Fortsetzung

Weingut Perdrix-Lasouche

Ok, das kennen wir alle, im Urlaub überlegt man, ob denn nicht das kleine Häuschen reicht, man nicht mit weniger auskommt, einem alten Renault statt einem neuen Mercedes. Man kann ja im Garten anbauen, was man braucht, ein paar Ziegen, Schafe und Hühner halten, ein wenig was dazu verdienen und am Ende dieser Überlegungen findet man sich dann doch im Büro wieder. „Nein, wir sind nicht vom einen auf den anderen Tag dageblieben. Wir haben geplant, wie wir es machen. Erst haben wir überlegt, was wir überhaupt machen“, erzählt Koen und es klingt ein wenig wie eine Mischung aus einer Lausbubengeschichte und einem eiskalten Plan. „Wein kannte ich immer nur von der anderen Seite, der des Konsumenten, aber ich war zum Glück naiv genug zu glauben, das kann ich auch und dann kam einiges an Glück hinzu. Wir haben von der italienischen Grenze bis zu den Cevennen gesucht und wenn man schon Land kauft, um sich ein Haus zu bauen, dann kann man ja direkt auch was Rebland dazukaufen. Wir kannten einen Notar aus der Region, der im Nebenberuf auch noch Winzer war und seine Trauben an die Genossenschaft ablieferte, wie viele hier unten. Hier sind die Leute Klempner und Winzer, Arzt und Winzer oder eben auch Notar und Winzer. Der hatte einen Genossenschaftskollegen, der von seinen 40 Hektar was verkaufen wollte.“

Damals waren die Weinberge rund um Uzès noch relativ günstig, denn ob die Region ihren AOC-Status bekommen würde, stand noch in den Sternen, und von Aufbruch keine Spur. „Nun ja, ich wollte eigentlich auch nicht der Romanée-Contivon Uzès werden, aber etwas Wein machen und ein paar Zimmer vermieten, das würde ja für den Anfang reichen, danach sieht man dann weiter.“ Also traf man sich. „Da hat sich dann eins zum anderen gefügt, wir haben uns sofort bestens verstanden, das Land war perfekt für das Haus, das wir bauen wollten und rund herum gab es noch Weinparzellen mit alten Rebstöcken drauf.“ Um die gab es gerade Ärger, denn der Besitzer, der jetzt übrigens Koens bester Freund ist, verkaufte seine Trauben an die Genossenschaft und war der nicht unberechtigten Meinung, dass er für die Reben aus seinen ältesten Weinbergen ein paar Euro mehr als für all das andere Massenzeug bekommen sollte. Denn die Erträge sind hier äußerst gering und was dabei als Wein herauskam, war so viel besser, dass man es gesondert hätte ausbauen müssen. Aber die Genossenschaft war der gut sozialistischen Meinung, dass jede Traube gleich viel wert sei und der Traubenbauer, der das mittlerweile auch nur noch im Nebenerwerb machte, wollte keinen eigenen Wein mehr keltern. Ein klassisches Patt.

„Er hat mir bei ein paar Gläsern davon erzählt und sich dabei so aufgeregt, dass ich spontan dachte, dem Mann muss und kann geholfen werden.“ Am Ende des Abends hatte Koen zu dem Land, wo jetzt Haus und Garten sind, noch ein paar Hektar der feinsten Weinberge von Uzès. Und auch das Winzerproblem war irgendwie schnell gelöst. „Ich kann aber noch keinen Wein machen“, meinte Koen irgendwann etwas verlegen. „Ich aber und das bring ich dir auch noch bei“, sagte der Traubenbauer, der seinen Über-die-Bande-Sieg über die Genossenschaft auskostete. 2003 fing Koen an, sein Haus zu bauen, schon 2004 gab es den ersten Wein. Bis jetzt macht er gerade einmal 15.000 Flaschen. „Ja ...“, meint er, „das soll noch ein bisschen mehr werden. Es kommt bald noch etwas Weißwein dazu und hier und da können wir noch ein wenig was Neues anpflanzen, aber ein Großwinzer will ich auf keinen Fall werden. Schließlich ist das ja das Großartige an diesem Job, so wie ich ihn mache: Ich kann das meiste selbst und alleine machen.“ Dabei schwebt Koen auch keine dieser Mikro-Winerys vor, die mit ihren geringen Erträgen und kleinen Mengen hausieren gehen und daraus dann oft erstaunliche Preis-Wahnvorstellungen entwickeln. Koen ist nicht nur sehr entspannt, was das angeht, er ist auch erstaunlich bodenständig geblieben. „Ich freue mich über jede Flasche, die ichverkaufe. Wenn mir jemand vor 15 Jahren gesagt hätte, dass ich mal Winzer bin ... haha ... so liebe ich jeden Tag, an dem ich das machen darf.“

Syrah, Grenache und Merlot stehen bei Koen in den Parzellen. Wobei der Merlot auf den ersten Blick etwas erstaunlich ist, gehört er doch nicht zu den klassischen Rebsorten des Südens und ist auch als AOP-Wein gar nicht zugelassen. Aber sowie Koen sich nicht wirklich darum geschert hat, ob er Winzer ist, kümmert ihn auch die AOP wenig. „Ich mache die Weine, die mir gefallen, und da hier nun mal alte Merlot-Reben standen, hab ich sie auch verwendet. Am Anfang war schon der Gedanke da, sie rauszureißen, aber da war mein Freund ziemlich entsetzt. Sein Großvater war für diese Reben extra ins Bordeaux gefahren und hatte sich da Merlot-Reben, die etwas hitzebeständiger sind, dafür aber sehr wenig Ertrag geben, ausgesucht. Sein Lieblingswein war das. Und er hatte recht, da interessiert es mich wenig, ob das AOC Duché d‘Uzès oder einfach Vin de Pays d‘Oc draufsteht."

Der Merlot profitiert hier von der perfekten Mischung zwischen hoher Sonneneinstrahlung und der Abkühlung nachts. Uzès liegt in einer Ebene, die an drei Seiten von Bergen umgeben ist. Vor allem die nahen Cevennen sorgen durch das Tal des Gardon nachts für Kaltluftzufuhr und so hat man erstaunliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Außerdem hat er ihn sehr geschickt in einer Lage mit einer etwas dickeren Lehmauflage gepflanzt, so erleidet der Merlot keinen Trockenstress.“ Unten im Rhône-Tal hat es der Merlot deutlich schwerer, aber natürlich ernten wir hier keinen Bordelaiser Merlot mit seinen etwas herben Tanninen. Unser Wein ist etwas runder, sehr dunkel, mit blauen Waldfrüchten und immer einer guten Portion Mokka und Bitterschokolade versehen. Ein echt mediterraner Wein und trotzdem immer noch mit einer sehr lebendigen Säure. Eine kleine Menge Grenache und Syrah sind da derideale Partner, sie geben der Cuvée noch etwas mehr Lebendigkeit und Tiefe.“

Wenn man den Entre Lunes verkostet, glaubt man Koen, wenn er sagt:„Ich versuche meine Weine so zu machen, wie ich sie als Kunde damals gerne gehabt hätte. Ich glaube, ich hatte auch als Konsument einige Ahnung von Wein, war aber eigentlich nie ein Wein-Freak, der permanent unheimlich komplizierte Weine, bei denen man mehr denken als schmecken musste, brauchte. Ich hab Weine immer gerne mit Freunden und mit meiner Frau getrunken, Wein ist für mich immer Genuss und den teile ich gerne. So sollte mein Wein dann auch schmecken.“

Ähnlich hält er es mit dem Syrah, der seine Lieblings-Rebsorte ist. Reinsortige Weine sind in derAOP nicht erlaubt, hier gibt es nur Cuvées und eigentlich sollten bis zu 20 % andere Rebsorten drin sein, damit der Wein AOP-Status bekommt. Aber auch der Syrah kommt aus einer besonderen Parzelle und die wollte Koen nicht in eine Cuvée geben, sondern so, wie sie ist, ausbauen. „Schon der erste Jahrgang war so, wie ich mir einen Syrah vorstelle, oder besser, wie ich einen Rotwein liebe, und das würde ja mit jedem Jahrgang besser werden“, meint Koen. Man fand also eine sehr französische Lösung. „Es stehen ja auch ein paar andere alte Reben im Syrah-Weinberg, die werden natürlich mitvinifiziert, früher hat man ja immer etwas gemischt gepflanzt. Schreib doch einfach nicht nur Syrah da drauf, haben die Kollegen von der AOP-Stelle gesagt, das kann man doch auch etwas ... na, sagen wir mal poetischer umschreiben. Wie viel Prozent Cuvée das ist, kann man ja auch nicht so genau bestimmen. Also ist aus demSyrah ein Poème de Syrah geworden, der ... sagen wir mal überwiegend ... aus Syrah besteht und dann auch den AOP-Status haben wird. Aber mal sehen“, sagt Koen lächelnd, „als Winzer bin ich noch jung, vielleicht ändere ich da auch noch was. Aber momentan gefällt mir das so“, meint er. Der Poèmede Syrah schwebt zwischen der Kühle der Syrah-Weine der nördlichen Rhône und der südlichen Würze des Languedoc. Er hat auch mit einiger Reife noch die Frische, die man eher im Norden findet, aber eindeutig die runde, volle, fast anschmiegende Art der südlichen Weine. „Da hab ich mir selber meinen Lieblingswein gemacht.“

Leider war, als wir Koen besuchten und mit ihm über Mengen sprachen, sein XII Nuits schon ausverkauft. („Ist doch toll für einen Jungwinzer wie mich ....“), aber vom Poème und vom Entre Lunes gab es noch zwei Jahrgänge, schließlich verkauft Koen seine Weine erst dann, wenn sie einigermaßen gereift sind, auch so ein kluger Schachzug. Und mit den Jahrgängen 10 und 11, die klimatisch so unterschiedlich waren, findet man dann auch direkt das verbindende Glied in den Weinen, ihre eleganten Tannine, die feine Frucht und diese unglaubliche Saufigkeit. Bei den11ern etwas runder und offener, fruchtiger, bei den 10ern expressiver und etwas höher in der Säure. Wir kamen gar nicht auf die Idee, uns hier zwischen den Jahrgängen zu entscheiden. Wir sind extrem glücklich, beide zeigen zu können.

 

Perdrix-Lasouche Fortsetzung

Eine Frage, die man eigentlich schnell beantworten kann, in Brüssel regnet es an ungefähr 200 Tagen und im Durchschnitt scheint am Tag 4,5 Stunden die Sonne, im Languedoc sind es 8,2 Stunden Sonne und wenn an 120 Tagen mal etwas Regen fällt, dann ist es schon ein wasserreiches Jahr.

Ok, das kennen wir alle, im Urlaub überlegt man, ob denn nicht das kleine Häuschen reicht, man nicht mit weniger auskommt, einem alten Renault statt einem neuen Mercedes. Man kann ja im Garten anbauen, was man braucht, ein paar Ziegen, Schafe und Hühner halten, ein wenig was dazu verdienen und am Ende dieser Überlegungen findet man sich dann doch im Büro wieder. „Nein, wir sind nicht vom einen auf den anderen Tag dageblieben. Wir haben geplant, wie wir es machen. Erst haben wir überlegt, was wir überhaupt machen“, erzählt Koen und es klingt ein wenig wie eine Mischung aus einer Lausbubengeschichte und einem eiskalten Plan. „Wein kannte ich immer nur von der anderen Seite, der des Konsumenten, aber ich war zum Glück naiv genug zu glauben, das kann ich auch und dann kam einiges an Glück hinzu. Wir haben von der italienischen Grenze bis zu den Cevennen gesucht und wenn man schon Land kauft, um sich ein Haus zu bauen, dann kann man ja direkt auch was Rebland dazukaufen. Wir kannten einen Notar aus der Region, der im Nebenberuf auch noch Winzer war und seine Trauben an die Genossenschaft ablieferte, wie viele hier unten. Hier sind die Leute Klempner und Winzer, Arzt und Winzer oder eben auch Notar und Winzer. Der hatte einen Genossenschaftskollegen, der von seinen 40 Hektar was verkaufen wollte.“

Damals waren die Weinberge rund um Uzès noch relativ günstig, denn ob die Region ihren AOC-Status bekommen würde, stand noch in den Sternen, und von Aufbruch keine Spur. „Nun ja, ich wollte eigentlich auch nicht der Romanée-Contivon Uzès werden, aber etwas Wein machen und ein paar Zimmer vermieten, das würde ja für den Anfang reichen, danach sieht man dann weiter.“ Also traf man sich. „Da hat sich dann eins zum anderen gefügt, wir haben uns sofort bestens verstanden, das Land war perfekt für das Haus, das wir bauen wollten und rund herum gab es noch Weinparzellen mit alten Rebstöcken drauf.“ Um die gab es gerade Ärger, denn der Besitzer, der jetzt übrigens Koens bester Freund ist, verkaufte seine Trauben an die Genossenschaft und war der nicht unberechtigten Meinung, dass er für die Reben aus seinen ältesten Weinbergen ein paar Euro mehr als für all das andere Massenzeug bekommen sollte. Denn die Erträge sind hier äußerst gering und was dabei als Wein herauskam, war so viel besser, dass man es gesondert hätte ausbauen müssen. Aber die Genossenschaft war der gut sozialistischen Meinung, dass jede Traube gleich viel wert sei und der Traubenbauer, der das mittlerweile auch nur noch im Nebenerwerb machte, wollte keinen eigenen Wein mehr keltern. Ein klassisches Patt.

„Er hat mir bei ein paar Gläsern davon erzählt und sich dabei so aufgeregt, dass ich spontan dachte, dem Mann muss und kann geholfen werden.“ Am Ende des Abends hatte Koen zu dem Land, wo jetzt Haus und Garten sind, noch ein paar Hektar der feinsten Weinberge von Uzès. Und auch das Winzerproblem war irgendwie schnell gelöst. „Ich kann aber noch keinen Wein machen“, meinte Koen irgendwann etwas verlegen. „Ich aber und das bring ich dir auch noch bei“, sagte der Traubenbauer, der seinen Über-die-Bande-Sieg über die Genossenschaft auskostete. 2003 fing Koen an, sein Haus zu bauen, schon 2004 gab es den ersten Wein. Bis jetzt macht er gerade einmal 15.000 Flaschen. „Ja ...“, meint er, „das soll noch ein bisschen mehr werden. Es kommt bald noch etwas Weißwein dazu und hier und da können wir noch ein wenig was Neues anpflanzen, aber ein Großwinzer will ich auf keinen Fall werden. Schließlich ist das ja das Großartige an diesem Job, so wie ich ihn mache: Ich kann das meiste selbst und alleine machen.“ Dabei schwebt Koen auch keine dieser Mikro-Winerys vor, die mit ihren geringen Erträgen und kleinen Mengen hausieren gehen und daraus dann oft erstaunliche Preis-Wahnvorstellungen entwickeln. Koen ist nicht nur sehr entspannt, was das angeht, er ist auch erstaunlich bodenständig geblieben. „Ich freue mich über jede Flasche, die ichverkaufe. Wenn mir jemand vor 15 Jahren gesagt hätte, dass ich mal Winzer bin ... haha ... so liebe ich jeden Tag, an dem ich das machen darf.“

Syrah, Grenache und Merlot stehen bei Koen in den Parzellen. Wobei der Merlot auf den ersten Blick etwas erstaunlich ist, gehört er doch nicht zu den klassischen Rebsorten des Südens und ist auch als AOP-Wein gar nicht zugelassen. Aber sowie Koen sich nicht wirklich darum geschert hat, ob er Winzer ist, kümmert ihn auch die AOP wenig. „Ich mache die Weine, die mir gefallen, und da hier nun mal alte Merlot-Reben standen, hab ich sie auch verwendet. Am Anfang war schon der Gedanke da, sie rauszureißen, aber da war mein Freund ziemlich entsetzt. Sein Großvater war für diese Reben extra ins Bordeaux gefahren und hatte sich da Merlot-Reben, die etwas hitzebeständiger sind, dafür aber sehr wenig Ertrag geben, ausgesucht. Sein Lieblingswein war das. Und er hatte recht, da interessiert es mich wenig, ob das AOC Duché d‘Uzès oder einfach Vin de Pays d‘Oc draufsteht."

Der Merlot profitiert hier von der perfekten Mischung zwischen hoher Sonneneinstrahlung und der Abkühlung nachts. Uzès liegt in einer Ebene, die an drei Seiten von Bergen umgeben ist. Vor allem die nahen Cevennen sorgen durch das Tal des Gardon nachts für Kaltluftzufuhr und so hat man erstaunliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Außerdem hat er ihn sehr geschickt in einer Lage mit einer etwas dickeren Lehmauflage gepflanzt, so erleidet der Merlot keinen Trockenstress.“ Unten im Rhône-Tal hat es der Merlot deutlich schwerer, aber natürlich ernten wir hier keinen Bordelaiser Merlot mit seinen etwas herben Tanninen. Unser Wein ist etwas runder, sehr dunkel, mit blauen Waldfrüchten und immer einer guten Portion Mokka und Bitterschokolade versehen. Ein echt mediterraner Wein und trotzdem immer noch mit einer sehr lebendigen Säure. Eine kleine Menge Grenache und Syrah sind da derideale Partner, sie geben der Cuvée noch etwas mehr Lebendigkeit und Tiefe.“

Wenn man den Entre Lunes verkostet, glaubt man Koen, wenn er sagt:„Ich versuche meine Weine so zu machen, wie ich sie als Kunde damals gerne gehabt hätte. Ich glaube, ich hatte auch als Konsument einige Ahnung von Wein, war aber eigentlich nie ein Wein-Freak, der permanent unheimlich komplizierte Weine, bei denen man mehr denken als schmecken musste, brauchte. Ich hab Weine immer gerne mit Freunden und mit meiner Frau getrunken, Wein ist für mich immer Genuss und den teile ich gerne. So sollte mein Wein dann auch schmecken.“

Ähnlich hält er es mit dem Syrah, der seine Lieblings-Rebsorte ist. Reinsortige Weine sind in derAOP nicht erlaubt, hier gibt es nur Cuvées und eigentlich sollten bis zu 20 % andere Rebsorten drin sein, damit der Wein AOP-Status bekommt. Aber auch der Syrah kommt aus einer besonderen Parzelle und die wollte Koen nicht in eine Cuvée geben, sondern so, wie sie ist, ausbauen. „Schon der erste Jahrgang war so, wie ich mir einen Syrah vorstelle, oder besser, wie ich einen Rotwein liebe, und das würde ja mit jedem Jahrgang besser werden“, meint Koen. Man fand also eine sehr französische Lösung. „Es stehen ja auch ein paar andere alte Reben im Syrah-Weinberg, die werden natürlich mitvinifiziert, früher hat man ja immer etwas gemischt gepflanzt. Schreib doch einfach nicht nur Syrah da drauf, haben die Kollegen von der AOP-Stelle gesagt, das kann man doch auch etwas ... na, sagen wir mal poetischer umschreiben. Wie viel Prozent Cuvée das ist, kann man ja auch nicht so genau bestimmen. Also ist aus demSyrah ein Poème de Syrah geworden, der ... sagen wir mal überwiegend ... aus Syrah besteht und dann auch den AOP-Status haben wird. Aber mal sehen“, sagt Koen lächelnd, „als Winzer bin ich noch jung, vielleicht ändere ich da auch noch was. Aber momentan gefällt mir das so“, meint er. Der Poèmede Syrah schwebt zwischen der Kühle der Syrah-Weine der nördlichen Rhône und der südlichen Würze des Languedoc. Er hat auch mit einiger Reife noch die Frische, die man eher im Norden findet, aber eindeutig die runde, volle, fast anschmiegende Art der südlichen Weine. „Da hab ich mir selber meinen Lieblingswein gemacht.“

Leider war, als wir Koen besuchten und mit ihm über Mengen sprachen, sein XII Nuits schon ausverkauft. („Ist doch toll für einen Jungwinzer wie mich ....“), aber vom Poème und vom Entre Lunes gab es noch zwei Jahrgänge, schließlich verkauft Koen seine Weine erst dann, wenn sie einigermaßen gereift sind, auch so ein kluger Schachzug. Und mit den Jahrgängen 10 und 11, die klimatisch so unterschiedlich waren, findet man dann auch direkt das verbindende Glied in den Weinen, ihre eleganten Tannine, die feine Frucht und diese unglaubliche Saufigkeit. Bei den11ern etwas runder und offener, fruchtiger, bei den 10ern expressiver und etwas höher in der Säure. Wir kamen gar nicht auf die Idee, uns hier zwischen den Jahrgängen zu entscheiden. Wir sind extrem glücklich, beide zeigen zu können.

 

Der Steckbrief

  • Inhaber: Koen Strobbe
  • Region: AOP Duché d´Uzès, zwischen Nimes und Arles
  • Rebsorten: Syrah, Grenache, Merlot
  • Produktion: 18.000 Flaschen
  • Rebfläche: 5 Hektar
  • Stilistik: terroirbetonte, geradlinige und klare Weine, große Unterschiede zwischen den Jahrgängen
  • Terroir: an den Hängen kalkhaltiger Boden, in der Ebene eher Kalk und Mergel
  • Besonderheiten: belgischer Aussteiger in Südfrankreich, des selber für seine Gäste hervorragend kocht
Koen und Ilse Strobbe
Weingut Perdrix-Lasouche