Dr. Loosen

Fragt man in Amerika, Argentinien oder auf den Fidji-Inseln nach einem deutschen Weingut, wird einem mit sehr hoher Wahrscheinlich überall die gleiche Antwort zuteil: Dr. Loosen. Dass dieses Weingut von der Mosel so weit verbreitet ist, ist erst einmal erstaunlich, galt doch der Riesling und vor allem der Moselriesling lange Zeit als verpönt. Kenner tranken trocken und in den Zeiten, als ein hauptsächlich durch seinen neutralen Geschmack hervorstechende Gavi di Gavi als das Nonplusultra deutschen Weinkennertums galt, reiste Erni mit seinen herrlich fruchtigen Dr. Loosen Kabinettchen durch die Welt und bewies, das es eigentlich nur einen Wein gibt, der auf den Höhen des Nanga Parbat genau so gut schmeckt wie an den Palmenstränden der Südsee: der Moselriesling.

Vielleicht sollte man ihn als Traditionalisten mit modernem Sinn bezeichnen, denn die Weine werden immer noch wie bei seinen Großvätern gemacht. Möglichst wenig Eingriff in die Natur, beste Lagen wie Erdener Prälat, Ürziger Würzgarten, Graacher Himmelreich, Bernkasteler Lay oder Erdener Treppchen, dazu Konzentration auf die Rebsorte Riesling und Weine mit Harmonie und Finesse und weniger nach der Mode.

Sein Blauschiefer Riesling ist sicherlich ein Referenzwein für trockene Moselrieslinge und mit den Großen Gewächsen, die immer aus Parzellen mit besonders altem Rebbestand stammen hat er hier noch einen draufgesetzt. Aber Ernst Loosens große Liebe gehört den fruchtigen Weinen. Den Kabinett(-chen), den Spätlesen, der Auslese aus dem Prälat, die er wieder mit dem traditionellen Mönchsetikett ausstattete und natürlich den BA und TBA Weinen. Moselriesling in höchster Perfektion. Und wenn die deutschen Weinfreunde wieder einmal meinen, alles müsse trocken sein und Mosel Riesling sei ohnehin zu sauer, kein Problem, auf den Fidji-Inseln würde man sich sicherlich freuen, ein paar Flaschen mehr zugeteilt zu bekommen.

P.S.: Nur Riesling? Nicht ganz. Seit einigen Jahren gibt es auch jedes Jahr ein paar Flaschen von einem sehr schlanken, mineralisch-schiefrigem Weissburgunder. „Na, das war eigentlich eine Art Unfall“, meint Ernst Loosen dazu. „Ich konnte noch ein wenig Weinberge in einer Top-Lage kaufen und auf einer kleinen Parzelle stand halt Weißburgunder. Die Reben schon erstaunlich alt und so hab ich, weil das Jahr auch schon recht Fortgeschritten war gedacht, machst du halt dieses Jahr mal ein paar Flaschen davon und dann reißt du sie raus und pflanzt Riesling. Fehler. Als ich den Wein einmal probiert hatte, hab ichs nicht mehr übers Herz gebracht.“ So geht er halt ein wenig Fremd.

Fragt man in Amerika, Argentinien oder auf den Fidji-Inseln nach einem deutschen Weingut, wird einem mit sehr hoher Wahrscheinlich überall die gleiche Antwort zuteil:  Dr. Loosen . Dass... mehr erfahren
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Dr. Loosen

Fragt man in Amerika, Argentinien oder auf den Fidji-Inseln nach einem deutschen Weingut, wird einem mit sehr hoher Wahrscheinlich überall die gleiche Antwort zuteil: Dr. Loosen. Dass dieses Weingut von der Mosel so weit verbreitet ist, ist erst einmal erstaunlich, galt doch der Riesling und vor allem der Moselriesling lange Zeit als verpönt. Kenner tranken trocken und in den Zeiten, als ein hauptsächlich durch seinen neutralen Geschmack hervorstechende Gavi di Gavi als das Nonplusultra deutschen Weinkennertums galt, reiste Erni mit seinen herrlich fruchtigen Dr. Loosen Kabinettchen durch die Welt und bewies, das es eigentlich nur einen Wein gibt, der auf den Höhen des Nanga Parbat genau so gut schmeckt wie an den Palmenstränden der Südsee: der Moselriesling.

Vielleicht sollte man ihn als Traditionalisten mit modernem Sinn bezeichnen, denn die Weine werden immer noch wie bei seinen Großvätern gemacht. Möglichst wenig Eingriff in die Natur, beste Lagen wie Erdener Prälat, Ürziger Würzgarten, Graacher Himmelreich, Bernkasteler Lay oder Erdener Treppchen, dazu Konzentration auf die Rebsorte Riesling und Weine mit Harmonie und Finesse und weniger nach der Mode.

Sein Blauschiefer Riesling ist sicherlich ein Referenzwein für trockene Moselrieslinge und mit den Großen Gewächsen, die immer aus Parzellen mit besonders altem Rebbestand stammen hat er hier noch einen draufgesetzt. Aber Ernst Loosens große Liebe gehört den fruchtigen Weinen. Den Kabinett(-chen), den Spätlesen, der Auslese aus dem Prälat, die er wieder mit dem traditionellen Mönchsetikett ausstattete und natürlich den BA und TBA Weinen. Moselriesling in höchster Perfektion. Und wenn die deutschen Weinfreunde wieder einmal meinen, alles müsse trocken sein und Mosel Riesling sei ohnehin zu sauer, kein Problem, auf den Fidji-Inseln würde man sich sicherlich freuen, ein paar Flaschen mehr zugeteilt zu bekommen.

P.S.: Nur Riesling? Nicht ganz. Seit einigen Jahren gibt es auch jedes Jahr ein paar Flaschen von einem sehr schlanken, mineralisch-schiefrigem Weissburgunder. „Na, das war eigentlich eine Art Unfall“, meint Ernst Loosen dazu. „Ich konnte noch ein wenig Weinberge in einer Top-Lage kaufen und auf einer kleinen Parzelle stand halt Weißburgunder. Die Reben schon erstaunlich alt und so hab ich, weil das Jahr auch schon recht Fortgeschritten war gedacht, machst du halt dieses Jahr mal ein paar Flaschen davon und dann reißt du sie raus und pflanzt Riesling. Fehler. Als ich den Wein einmal probiert hatte, hab ichs nicht mehr übers Herz gebracht.“ So geht er halt ein wenig Fremd.

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