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Château Sociando-Mallet

Im Jahre 1969 konnte der junge Weinhändler Jean Gautreau das Château Sociando-Mallet für gerade einmal 250.000 Francs (heutige Kaufkraft rund 38.000 Euro) erwerben. Das Weingut befindet sich in idyllischer Lage unmittelbar an der Gironde und nur wenige Kilometer nördlich von der Appellation Saint-Estèphe. Das allein dürfte den gewieften Händler zu seinem Kauf allerdings nicht verleitet haben. Denn obwohl die Weine von Sociando-Mallet vor der Gautreau-Ära kaum für Begeisterung gesorgt haben, waren sich Fachleute darüber einig, dass das Château über exzellentes Terroir verfügt. Von dem zogen die Vorbesitzer jedoch bereits seit geraumer Zeit keinen Nutzen mehr. Sowohl Gutsgebäude als auch Rebflächen waren in einem desolaten Zustand und erforderten eine Reihe von hohen Investitionen. Nur acht Hektar Weinberge befanden sich noch mehr oder weniger im Ertrag. Der Rest verwilderte zusehends und musste neu angelegt werden.

Heute steht eine rund 83 Hektar große Fläche wieder unter Reben. Genauso marode war die Weinbereitung, deren Ausrüstung nahezu komplett ausgetauscht werden musste. In der Folge investierte Gautreau immense Summen in Weinberge und den Keller. Aus einem vermeintlichen Schnäppchen wurde ein Fass ohne Boden. Eines, das zum Glück am Ende doch noch voll wurde. Denn Gautreaus leidenschaftliches Engagement zahlte sich aus. Seine roten Gewächse auf Cabernet-Basis sorgten für Furore in der Weinwelt. Manuelle Lese und strenge Selektion der Trauben im Weinberg, Edelstahltanks für die Vergärung und neue Barriques für die Reifung brachten die Güte der Weine entscheidende Schritte voran. Dabei hielten sich die Preissteigerungen für Bordelaiser Verhältnisse noch in einem bescheidenen Rahmen. Selbst ein Grand Vin aus einem Top-Jahrgang wie 2009 ist vergleichsweise erschwinglich. Jean Gautreau war noch jung und unerfahren, als er das Weingut übernahm. Heute darf er auf eine erstaunliche Karriere zurückblicken. Gautreau hat es geschafft, ein heruntergewirtschaftetes Weingut in ein weltweit angesehenes Château zu verwandeln. Wenn die Weine mittlerweile zu den Best-Buys der Region Médoc zählen, ist das ganz sicher auch sein Verdienst. Dabei tragen die Grand Crus aus der Klassifikation von 1855 ihren Rang sicherlich noch zu recht, doch sollte man den Wandel der Zeit nicht unterschätzen, in der etliche Weingüter, die damals nicht in die Gruppe der großen Fünf aufgenommen wurden, heute Weine erzeugen, die in manchen Jahrgängen mit den Großen ihrer Zunft auf Augenhöhe, oder sagen wir besser: auf Gaumenlänge liegen. Gewiss haben die sagenumworbenen Châteaux aus dem Bordelais ihren Namen einer ebenso strikten wie durchgängigen Qualitätskontrolle zu verdanken. Jedoch darf der geneigte Genießer dabei nicht vergessen, dass sich seitdem viel verändert hat. Klimaveränderung, schonende Arbeit im Weinberg und Keller lassen ein klassifiziertes Gewächs manchmal in seiner Güte nicht besser dastehen als ein sogenanntes bürgerliches Gewächs (Cru Bourgeois). Heute, wie vielleicht niemals zuvor, weisen die Weine des Bordelais eine ungeahnt hohe Güte auf. Und das gilt für beinahe alle Klassen, weshalb Klassifizierungen zuweilen mit gutem Recht zu hinterfragen sind. Wie dem auch immer sei: Bei Sociando-Mallet ist man auch deshalb stets auf der sicheren Seite, weil seine Preise bis zum heutigen Tage nicht explodiert sind. Und das ist wahrlich eine Besonderheit in einer Weinregion, deren berühmteste Gewächse mittlerweile unerschwinglich geworden sind. Als Gautreau die Verantwortung für sein Lebenswerk an seine Tochter Sylvie übergeben hat, war er 90 Jahre alt. Einen besseren Beleg für Leidenschaft und Hingabe gibt es nicht. Das Wort Ruhestand dürfte ihm unbekannt sein.                

 

STECKBRIEF

Inhaber: Jean und Sylvie Gautreau

Technischer Direktor: Vincent Faure

Region: Bordeaux, Haut-Médoc, St-Seurin-de-Cadourne

Gründungsjahr: 1831

Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot

Terroir: Kies, Lehm

Stil: Der vergleichsweise hohe Anteil von Cabernet Sauvignon im Grand Vin sowie dessen Ausbau in vornehmlich neuen Barriques führt zu Weinen mit hohem Reifepotenzial. Geduld zahlt sich bei den tiefroten und vor Kraft strotzenden Gewächsen garantiert aus. Konzentration, Körperreichtum und Gerbstoff vermählen sich dann zu einem Rotwein der Extraklasse.         

Produktion: ca. 450.000 Flaschen pro Jahr

Besonderheit: Wer feinsten Bordeaux erleben möchte, ohne sich dabei finanziell verausgaben zu müssen, dem müssen die Weine von Sociando-Mallet dringend ans Herz gelegt werden. Spätestens seit den 90er Jahren können sie es mühelos mit vielen Cru Classés aufnehmen. 

Im Jahre 1969 konnte der junge Weinhändler Jean Gautreau das Château Sociando-Mallet für gerade einmal 250.000 Francs (heutige Kaufkraft rund 38.000 Euro) erwerben. Das Weingut befindet sich in... mehr erfahren
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Château Sociando-Mallet

Im Jahre 1969 konnte der junge Weinhändler Jean Gautreau das Château Sociando-Mallet für gerade einmal 250.000 Francs (heutige Kaufkraft rund 38.000 Euro) erwerben. Das Weingut befindet sich in idyllischer Lage unmittelbar an der Gironde und nur wenige Kilometer nördlich von der Appellation Saint-Estèphe. Das allein dürfte den gewieften Händler zu seinem Kauf allerdings nicht verleitet haben. Denn obwohl die Weine von Sociando-Mallet vor der Gautreau-Ära kaum für Begeisterung gesorgt haben, waren sich Fachleute darüber einig, dass das Château über exzellentes Terroir verfügt. Von dem zogen die Vorbesitzer jedoch bereits seit geraumer Zeit keinen Nutzen mehr. Sowohl Gutsgebäude als auch Rebflächen waren in einem desolaten Zustand und erforderten eine Reihe von hohen Investitionen. Nur acht Hektar Weinberge befanden sich noch mehr oder weniger im Ertrag. Der Rest verwilderte zusehends und musste neu angelegt werden.

Heute steht eine rund 83 Hektar große Fläche wieder unter Reben. Genauso marode war die Weinbereitung, deren Ausrüstung nahezu komplett ausgetauscht werden musste. In der Folge investierte Gautreau immense Summen in Weinberge und den Keller. Aus einem vermeintlichen Schnäppchen wurde ein Fass ohne Boden. Eines, das zum Glück am Ende doch noch voll wurde. Denn Gautreaus leidenschaftliches Engagement zahlte sich aus. Seine roten Gewächse auf Cabernet-Basis sorgten für Furore in der Weinwelt. Manuelle Lese und strenge Selektion der Trauben im Weinberg, Edelstahltanks für die Vergärung und neue Barriques für die Reifung brachten die Güte der Weine entscheidende Schritte voran. Dabei hielten sich die Preissteigerungen für Bordelaiser Verhältnisse noch in einem bescheidenen Rahmen. Selbst ein Grand Vin aus einem Top-Jahrgang wie 2009 ist vergleichsweise erschwinglich. Jean Gautreau war noch jung und unerfahren, als er das Weingut übernahm. Heute darf er auf eine erstaunliche Karriere zurückblicken. Gautreau hat es geschafft, ein heruntergewirtschaftetes Weingut in ein weltweit angesehenes Château zu verwandeln. Wenn die Weine mittlerweile zu den Best-Buys der Region Médoc zählen, ist das ganz sicher auch sein Verdienst. Dabei tragen die Grand Crus aus der Klassifikation von 1855 ihren Rang sicherlich noch zu recht, doch sollte man den Wandel der Zeit nicht unterschätzen, in der etliche Weingüter, die damals nicht in die Gruppe der großen Fünf aufgenommen wurden, heute Weine erzeugen, die in manchen Jahrgängen mit den Großen ihrer Zunft auf Augenhöhe, oder sagen wir besser: auf Gaumenlänge liegen. Gewiss haben die sagenumworbenen Châteaux aus dem Bordelais ihren Namen einer ebenso strikten wie durchgängigen Qualitätskontrolle zu verdanken. Jedoch darf der geneigte Genießer dabei nicht vergessen, dass sich seitdem viel verändert hat. Klimaveränderung, schonende Arbeit im Weinberg und Keller lassen ein klassifiziertes Gewächs manchmal in seiner Güte nicht besser dastehen als ein sogenanntes bürgerliches Gewächs (Cru Bourgeois). Heute, wie vielleicht niemals zuvor, weisen die Weine des Bordelais eine ungeahnt hohe Güte auf. Und das gilt für beinahe alle Klassen, weshalb Klassifizierungen zuweilen mit gutem Recht zu hinterfragen sind. Wie dem auch immer sei: Bei Sociando-Mallet ist man auch deshalb stets auf der sicheren Seite, weil seine Preise bis zum heutigen Tage nicht explodiert sind. Und das ist wahrlich eine Besonderheit in einer Weinregion, deren berühmteste Gewächse mittlerweile unerschwinglich geworden sind. Als Gautreau die Verantwortung für sein Lebenswerk an seine Tochter Sylvie übergeben hat, war er 90 Jahre alt. Einen besseren Beleg für Leidenschaft und Hingabe gibt es nicht. Das Wort Ruhestand dürfte ihm unbekannt sein.                

 

STECKBRIEF

Inhaber: Jean und Sylvie Gautreau

Technischer Direktor: Vincent Faure

Region: Bordeaux, Haut-Médoc, St-Seurin-de-Cadourne

Gründungsjahr: 1831

Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc, Petit Verdot

Terroir: Kies, Lehm

Stil: Der vergleichsweise hohe Anteil von Cabernet Sauvignon im Grand Vin sowie dessen Ausbau in vornehmlich neuen Barriques führt zu Weinen mit hohem Reifepotenzial. Geduld zahlt sich bei den tiefroten und vor Kraft strotzenden Gewächsen garantiert aus. Konzentration, Körperreichtum und Gerbstoff vermählen sich dann zu einem Rotwein der Extraklasse.         

Produktion: ca. 450.000 Flaschen pro Jahr

Besonderheit: Wer feinsten Bordeaux erleben möchte, ohne sich dabei finanziell verausgaben zu müssen, dem müssen die Weine von Sociando-Mallet dringend ans Herz gelegt werden. Spätestens seit den 90er Jahren können sie es mühelos mit vielen Cru Classés aufnehmen. 

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